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Luft-Wasser-Wärmepumpe: Kosten und Förderung – Ratgeber für Eigentümer

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 14 Min. Lesezeit

Wer 2026 nach Luft Wasser Wärmepumpen sucht, hat meist drei Fragen: Was kostet die Anlage? Passt sie in meinen Altbau? Und welche Förderung ist realistisch? Die kurze Antwort: Eine Luft Wasser Wärmepumpe kann sehr sinnvoll sein, aber nur, wenn Heizlast, Vorlauftemperatur, Schallschutz und Förderung zusammen geplant werden. Dieser Artikel gibt Ihnen einen kompakten Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft als Wärmequelle und gibt die gewonnene Energie an das wasserführende Heizsystem ab.
  • Im Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten häufig bei etwa 15.000 bis 25.000 €, je nach Gebäude, Hydraulik, Speicher und Installationsaufwand.
  • Besonders effizient arbeitet die Anlage bei niedrigen Vorlauftemperaturen, guter Dämmung und passend dimensionierten Heizflächen.
  • Auch im Altbau kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sinnvoll sein, wenn Heizlast, Vorlauftemperatur und Gebäudehülle vorher geprüft werden.
  • Über die BEG-Heizungsförderung sind Zuschüsse von bis zu 70 % möglich, wenn die technischen Anforderungen erfüllt werden.
  • Häufige Fehler sind zu große oder zu kleine Anlagen, ungeeignete Aufstellorte, fehlender Schallschutz und unvollständige Förderunterlagen.
  • Enwendo unterstützt unabhängig bei Heizlastberechnung, Variantenvergleich, Wirtschaftlichkeit, Förderantrag und Angebotsprüfung.

So gehen Sie vor

  1. Gebäudezustand prüfen lassen
    Erfassen Sie Dämmstandard, Fenster, Heizflächen, Heizverbrauch und vorhandene Heizung.
  2. Heizlast berechnen lassen
    Die Leistung der Wärmepumpe sollte nicht geschätzt, sondern fachlich berechnet werden.
  3. Vorlauftemperatur testen
    Prüfen Sie, ob Ihr Haus auch mit 45 bis 55 °C Vorlauf ausreichend warm wird. Je niedriger, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
  4. Aufstellort und Schallschutz klären
    Planen Sie Außengerät, Abstände, Nachbarschaftsschutz und Leitungswege frühzeitig mit ein.
  5. Förderfähigkeit prüfen
    Klären Sie vor der Bestellung, ob Gerät, Kältemittel, Jahresarbeitszahl und Antragstellung die BEG-Anforderungen erfüllen.
  6. Mehrere Varianten vergleichen
    Vergleichen Sie Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser oder Hybridlösungen – besonders bei schwierigen Altbauten.
  7. Angebote unabhängig prüfen lassen
    Enwendo bewertet Leistung, Speicher, Hydraulik, Kosten, Förderfähigkeit und Wirtschaftlichkeit, bevor Sie beauftragen.

Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe? Grundlagen einfach erklärt

Eine Luft Wasser Wärmepumpe ist ein Wärmeerzeuger, der Wärme aus der Umgebungsluft gewinnt und an ein wasserführendes Heizsystem abgibt. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe wandelt Umweltenergie mithilfe von Strom in nutzbare Wärme um.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Wärme aus der Umgebungsluft zur Beheizung von Gebäuden und zur Warmwasserbereitung, indem sie diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau anhebt und an das Heizungswasser abgibt. Kurz gesagt: Die Luft Wasser Wärmepumpe nutzt Außenluft als Energiequelle für Heizwärme und Warmwasser.

Andere Wärmepumpen Typen arbeiten mit anderen Quellen. Eine Luft Luft Wärmepumpe erwärmt Luft direkt und passt vor allem zu sehr dichten Gebäuden mit Lüftungsanlage. Sole Wasser Wärmepumpen und Sole Wärmepumpen nutzen Erdreich über Sonden oder Kollektoren. Wasser Wasser Wärmepumpen nutzen Grundwasser als Wärmequelle.

Seit etwa 2020 ist Luft Wasser im Neubau eine Standardlösung. Seit dem GEG 2024 gewinnt die Technik auch im Gebäudebestand an Bedeutung, weil neue Heizungen schrittweise mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen müssen. Dieser Ratgeber richtet sich besonders an Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Funktionsweise: So arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Detail

Die Funktionsweise ähnelt einem umgekehrten Kühlschrank. Statt einem Innenraum Wärme zu entziehen, entzieht die Luftwärmepumpe der Luft thermische Energie und hebt sie technisch auf ein nutzbares Temperaturniveau. Luft-Wasser-Wärmepumpen können auch bei Außentemperaturen von bis zu -20 °C zuverlässig Wärme liefern, wobei ein Heizstab zur Unterstützung zugeschaltet werden kann, wenn die Wärmepumpe nicht ausreichend Leistung erbringt.

Der Prozess läuft in vier Schritten: Zuerst saugt ein Ventilator Außenluft an, und im Wärmetauscher beziehungsweise Wärmeübertrager erfolgt die Wärmeentnahme. Dann verdampft ein Kältemittel schon bei niedrigen Temperaturen. Anschließend verdichtet der Kompressor das Kältemittel, wodurch die Temperatur steigt. Danach gibt der zweite Wärmeübertrager die Wärmeenergie an das Heizungswasser ab. Zum Schluss entspannt das Kältemittel, kühlt ab und der Kreislauf beginnt erneut.

Die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen, die das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und zugeführtem Strom angibt; Werte von 3 oder mehr sind häufig erreichbar. Eine JAZ von 3 bedeutet, dass die Wärmepumpe 3 kWh Wärme aus 1 kWh Strom erzeugt. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen oft eine Jahresarbeitszahl von 3 oder mehr, was einem Wirkungsgrad von 300 % entspricht und sie damit effizienter macht als konventionelle Heizsysteme wie Öl- oder Gasheizungen.

In unsanierten Bestandsbauten liegt die JAZ oft bei 2,5 bis 3,5, in sanierten Häusern oder im Neubau bei 3 bis 4 oder mehr. Moderne Luft Wasser Wärmepumpen setzen verstärkt auf natürliche, umweltfreundliche Kältemittel wie Propan (R290). Das verbessert die Umweltbilanz und kann bei der Förderung relevant sein.

Luft Wasser Wärmepumpe

Abgrenzung: Luft-Wasser vs. Luft-Luft, Sole-Wasser und Wasser-Wasser

Die passende Wärmepumpenart hängt immer vom Haus, Grundstück, Warmwasserbedarf und Budget ab. Der Unterschied liegt vor allem in der Energiequelle: Luft, Sole oder Wasser.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der Standard für wasserführende Heizsysteme mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung. Sie kann heizen und Trinkwarmwasser erzeugen, benötigt keine Tiefenbohrung und ist deshalb in vielen Projekten schneller umsetzbar.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt Raumluft direkt. Sie eignet sich vor allem für Passivhäuser und sehr effiziente Neubauten mit Lüftungsanlage; für klassische deutsche Einfamilienhäuser ist sie als Hauptheizung seltener, weil Warmwasser separat erzeugt werden muss.

Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen Erdreich. Sie sind effizienter als Luft Wärmepumpen, verursachen aber höhere Erschließungskosten und brauchen je nach Bundesland Genehmigungen für Sonden oder ausreichend Fläche für Kollektoren.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser. Sie erreichen sehr gute Jahresarbeitszahlen, sind aber genehmigungspflichtig und hydrogeologisch nicht überall möglich. In vielen Bestandsgebäuden sind Luft Wärmepumpen daher der pragmatische Kompromiss aus Kosten, Effizienz und Bauaufwand.

Eignung: Passt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu meinem Haus?

Entscheidend sind drei Punkte: Heizlast, Vorlauftemperatur und Dämmstandard. Die richtige Auswahl und Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erfordert eine exakte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Die Heizlast beschreibt, wie viel Leistung ein Gebäude an sehr kalten Tagen braucht. Bei typischen Einfamilienhäusern mit 100 bis 180 m² kann der Bedarf grob zwischen 5 und 12 kW liegen; unsanierte Altbauten können deutlich darüber liegen. Zu groß dimensionierte Komponenten takten häufig, zu kleine Anlagen benötigen zu oft den Heizstab.

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen von 35 °C bis 55 °C. Ideal sind unter 35 °C bei Fußbodenheizung. Große Heizkörper funktionieren häufig mit 45 bis 55 °C. Über 60 °C wird es meist nur mit Hochtemperaturtechnik wirtschaftlich schwierig. Ein hydraulischer Abgleich und gegebenenfalls größere Heizkörper sind daher vor der Modernisierung sinnvoll.

Auch die Gebäudehülle zählt. Alte Einfachverglasung, ein ungedämmtes Dach oder eine kalte Kellerdecke erhöhen die Heizlast. Luft-Wasser-Wärmepumpen können sowohl in Neubauten als auch in Bestandsgebäuden installiert werden, wobei eine gute Dämmung des Gebäudes die Effizienz erhöht. Enwendo prüft im individuellen Sanierungsfahrplan, ob zuerst Dämmung, Fenster oder direkt die neue Heiztechnik sinnvoll ist.

Altbau vs. Neubau

Ein 1960er-Altbau mit 150 m², alten Fenstern und kleinen Heizkörpern braucht oft erst einen Heizkörpercheck, teilweise Fenstertausch und Dämmung einzelner Bauteile. Ohne diese Schritte sinkt die Effizienz von Luft-Wasser-Wärmepumpen mit fallenden Außentemperaturen, weshalb sie bei extremen Kältebedingungen oft nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können; in solchen Fällen kann ein integrierter Heizstab unterstützen.

Ein 2010er-Neubau oder KfW-Effizienzhaus hat meist niedrige Heizlast, Flächenheizung und gute Dämmung. Dort erreicht eine Luft Wasser Wärmepumpe häufig sehr gute JAZ-Werte und niedrige Betriebskosten.

Bauarten & Aufstellmöglichkeiten: Monoblock, Split, innen oder außen?

Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es als Monoblock, Split-System, Innenaufstellung und Außenaufstellung. Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erfordert in der Regel keine behördliche Genehmigung, da keine Tiefenbohrungen notwendig sind.

Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bei Monoblock Wärmepumpen steckt der komplette Kältekreis in einer kompakten Einheit. Das reduziert Arbeiten am Kältemittelkreis und vereinfacht oft die Installation. Wichtig sind Frostschutz der Leitungen, eine schwingungsarme Aufstellung und kurze Wege: Die Außeneinheit der Wärmepumpe sollte so nah wie möglich am Heizraum im Haus stehen, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Split-Systeme teilen sich in Außen- und Inneneinheit auf. Kältemittelleitungen führen durch die Wand und müssen von zertifizierten Betrieben nach F-Gase-Vorgaben installiert werden. Vorteile entstehen, wenn im Technikraum wenig Platz ist oder Schall besser gesteuert werden soll.

Innen- vs. Außenaufstellung & Schallschutz

Es gibt verschiedene Installationsvarianten für Luft-Wasser-Wärmepumpen, darunter Innenaufstellung, Außenaufstellung und Split-Varianten, die jeweils unterschiedliche Platzanforderungen und Geräuschpegel aufweisen. Bei der Innenaufstellung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind in der Regel zwei Wanddurchbrüche erforderlich, um Zu- und Abluft zu ermöglichen.

Typische Geräte liegen im Volllastbetrieb grob bei 50 bis 60 dB(A) in 1 m Abstand; das Umweltbundesamt weist auf die Bedeutung von Aufstellort und Nachbarschaftsschutz hin. Häufig werden etwa 3 m Abstand zum Nachbargrundstück, Nachtgrenzwerte und kommunale Vorgaben geprüft. Praktisch heißt das: nicht unter Schlafzimmerfenstern, keine harte Schallreflexion an Wänden und ausreichend Platz von etwa 1 bis 2 m² plus Wartungsfläche.

Moderne Wärmepumpenanlage

Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus

Kosten bestehen aus einmaligen Investitionen und laufenden Ausgaben für Strom und Wartung. In der Praxis sollten Eigentümer nicht nur den Gerätepreis, sondern auch Hydraulik, Speicher, Elektroanschluss und Demontage der alten Heizung betrachten.

Anschaffungs- und Installationskosten

Für Gerät und Zubehör liegen marktübliche Preise oft bei 10.000 bis 18.000 €. Die Anschaffungskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen zwischen 12.000 und 20.000 Euro, was sie günstiger macht als andere Wärmepumpen wie Erd- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die Installationskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe betragen etwa 3.000 Euro und sind einmalig; bei komplexer Hydraulik, Pufferspeicher, Elektroarbeiten oder Demontage können zusätzlich 5.000 bis 10.000 € entstehen.

Im Neubau sind die Kosten meist besser planbar. Bei Komplettsanierungen treiben hohe Heizlast, alte Rohrnetze oder ein ungeeigneter Aufstellort die Summe nach oben. Wärmepumpen benötigen einen eigenen Starkstromanschluss und können ideal mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt werden.

Betriebs- und Wartungskosten

Für ein gut gedämmtes 120- bis 150-m²-Haus können jährliche Stromkosten bei passender JAZ etwa 700 bis 1.000 € betragen. Als grobe Faustzahl gilt aber: Die jährlichen Betriebskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe belaufen sich grob auf 1.000 bis 1.200 Euro für Strom, zusätzlich kommen Wartungskosten von etwa 400 Euro pro Jahr hinzu. In einem unsanierten Altbau sind 1.200 bis 1.800 € möglich.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme erzeugen, was sie effizienter und umweltfreundlicher macht als konventionelle Heizsysteme. Wärmepumpenstrom-Tarife, dynamische Strompreise und eine gute Regelung senken die Kosten weiter.

Kosten senken durch Photovoltaik & Eigenstromnutzung

Eine PV-Anlage mit 8 bis 10 kWp kann im Einfamilienhaus einen relevanten Teil des Wärmepumpenstroms liefern. Je nach Verbrauchsprofil und Speicher sind mehrere Hundert Euro Einsparung pro Jahr realistisch. Enwendo betrachtet PV und Wärmepumpe gemeinsam: Autarkiegrad, Wirtschaftlichkeit und CO2-Einsparung werden nicht getrennt gerechnet.

Förderung & gesetzliche Rahmenbedingungen (BEG, GEG, Stand 2026)

Fördermittel entscheiden oft darüber, ob sich der Austausch der alten Heizung kurzfristig rechnet. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen für die Anschaffung von Wärmepumpen, die in Neubauten und Bestandsgebäuden eingesetzt werden können.

Aktuelle Förderprogramme für Luft-Wasser-Wärmepumpen

Über die BEG, insbesondere über die KfW-Heizungsförderung, sind seit 2024/2025 Zuschüsse aus Grundförderung und Boni möglich. Die maximale Förderquote kann bis zu 70 % betragen, gedeckelt durch förderfähige Kosten. Bestandteile sind unter anderem Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch alter Öl- oder Gas-Heizungen und ein Effizienzbonus, etwa für natürliche Kältemittel.

Um staatliche Fördermittel für Wärmepumpen zu erhalten, müssen diese mindestens 65 % der benötigten Heizenergie im Haus bereitstellen. Technisch zählen außerdem Mindest-JAZ, jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, gelistete Geräte und fachgerechte Planung.

Förderbedingungen & typische Stolperfallen

Wichtig ist die Reihenfolge: Antrag grundsätzlich vor Auftragsvergabe stellen. Häufige Fehler sind unvollständige Unterlagen, fehlender Nachweis zur Altanlagenentsorgung, falsche Geräteauswahl oder keine Heizlastberechnung. Auch Schallvorgaben und Angaben zum Kältemittel sollten vor Bestellung geprüft werden.

Wie Enwendo bei der Förderung unterstützt

Enwendo plant die passende Förderstrategie im Zusammenspiel aus iSFP, Dämmung und Luft-Wasser-Wärmepumpe. Wir prüfen Angebote auf Förderfähigkeit, Dimensionierung, JAZ-Angaben, versteckte Zusatzkosten und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. Beratungskosten selbst können teilweise förderfähig sein; die konkrete Antragstellung begleiten wir Schritt für Schritt.

Vor- und Nachteile von Luft-Wasser-Wärmepumpen im Überblick

Jede Technik hat Kompromisse. Aus Sicht einer unabhängigen Energieberatung zählt nicht das Logo von Bosch, Viessmann oder Vaillant, sondern ob das System zum Gebäude passt.

Vorteile

Die Vorteile sind klar: keine Bohrung, geringerer Bauaufwand als bei Sole Wasser oder Wasser Wasser, gute Nachrüstbarkeit, Nutzung erneuerbarer Umweltenergie und oft deutliche CO2-Reduktion. Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als erneuerbare Energiequelle, was zu einer signifikanten Reduzierung der CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen führt. Wärmepumpen reduzieren den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen um bis zu 90 %.

Die Verwendung von Luft-Wasser-Wärmepumpen kann den jährlichen Primärenergiebedarf eines Musterhauses von 82,69 kWh/qm auf 55,57 kWh/qm senken, wenn von einer Gas- oder Ölbrennwertheizung umgestellt wird. Manche Systeme können zusätzlich kühlen.

Nachteile & Grenzen

Die Nachteile liegen in geringerer Effizienz bei Kälte, Abtauzyklen, Strompreisrisiko und Geräuschentwicklung. Ohne Planung drohen falsche Leistung, hohe Vorlauftemperaturen und enttäuschende Betriebskosten. Deshalb sind Heizlastberechnung, Hydraulik und Standortwahl keine Nebensache.

Wann lohnt sich eine Alternative (Sole/Wasser, Wasser/Wasser oder Hybrid)?

Eine Sole Wasser Wärmepumpe kann sinnvoll sein, wenn Grundstück und Genehmigung passen. Wasser Wärmepumpen lohnen sich bei guten Grundwasserbedingungen und hohem Wärmebedarf. Hybrid Wärmepumpen mit Gas können in unsanierten Altbauten eine Übergangslösung sein, wobei fossile Unterstützung die Förderung einschränken kann.

Planung, Energieberatung & Sanierungsfahrplan: So unterstützt Enwendo

Gerade im Bestand sollte man Gebäudehülle, Heizsystem und Förderung zusammen betrachten. Sonst wird aus einer guten Technik schnell ein teurer Kompromiss.

Schritt 1: Vor-Ort-Energieberatung & Bestandsaufnahme

Ein Enwendo-Energieberater erfasst Baujahr, Bauweise, Dämmstandard, Fenster, Heizflächen, bisherige Verbräuche und den Zustand der vorhandenen Heizung. Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre helfen, Einsparpotenziale realistisch einzuordnen.

Schritt 2: Heizlastberechnung, Variantenvergleich & iSFP

Enwendo rechnet nach DIN-basierter Heizlast verschiedene Varianten durch: Luft Wasser Wärmepumpe, Sole Wasser, Wasser Wasser oder Hybrid mit Gas. Im individuellen Sanierungsfahrplan werden Dämmung, Fenster, Wärmepumpe und gegebenenfalls PV in sinnvolle Schritte sortiert: kurzfristig, mittelfristig, langfristig, jeweils mit Kosten, Nutzen und CO2-Emissionen.

Schritt 3: Angebot prüfen, Förderung beantragen, Umsetzung begleiten

Wir prüfen kW-Leistung, Speichergröße, Regelung, JAZ, Schallschutz und Kostenstruktur. Danach unterstützen wir beim Förderantrag und koordinieren bei Bedarf mit lokalen Fachbetrieben. Nach Umsetzung ist eine Erfolgskontrolle sinnvoll: alte und neue Verbräuche vergleichen, Heizkurve einstellen, Warmwasserbereitung optimieren.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist oft die pragmatischste Lösung im Bestand – aber nur, wenn sie zum Haus passt. Entscheidend sind Heizlast, Vorlauftemperatur und Schallschutz. Wer diese Punkte vor dem Kauf sauber prüft, vermeidet überdimensionierte Anlagen, hohe Stromkosten und spätere Nachbesserungen.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Fazit & Checkliste für den Kauf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind 2026 eine der wichtigsten Lösungen für erneuerbares Heizen in Wohngebäuden. Sie sind besonders stark, wenn Vorlauftemperaturen niedrig, Gebäudehülle solide und Förderung sauber geplant sind. In schwierigen Altbauten kann zuerst eine Modernisierung einzelner Bauteile sinnvoller sein.

Checkliste vor dem Kauf:

  • Heizlast berechnet oder seriös abgeschätzt?
  • Dämmung, Fenster und Kellerdecke geprüft?
  • Vorlauftemperaturen im Winter gemessen?
  • BEG-Förderung und steuerliche Optionen geklärt?
  • Mindestens zwei Varianten verglichen, etwa Luft Wasser vs. Sole Wasser?
  • Unabhängige Energieberatung wie Enwendo eingebunden?

Wenn Sie wissen möchten, welche Lösung zu Ihrem Haus passt, starten Sie mit einer unverbindlichen Erstberatung bei Enwendo – online oder vor Ort.

Häufige Fragen zur Luft-Wasser-Wärmepumpe

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus?

Die Gesamtkosten liegen häufig zwischen 15.000 und 25.000 €. Bei komplexer Installation, Pufferspeicher, Elektroarbeiten oder Anpassungen am Heizsystem kann es teurer werden.

Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja, aber nicht in jedem Gebäude ohne Vorbereitung. Entscheidend sind Heizlast, Vorlauftemperatur, Dämmstandard und Heizkörpergröße.


Wie hoch sind die Betriebskosten?

Die Stromkosten hängen von Wärmebedarf, Strompreis und Jahresarbeitszahl ab. In gut gedämmten Einfamilienhäusern liegen sie oft grob bei 700 bis 1.200 € pro Jahr.

Welche Förderung gibt es?

Über die BEG-Heizungsförderung sind Zuschüsse möglich. Mit Grundförderung und Boni können bis zu 70 % Förderung erreicht werden.

Braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Genehmigung?

In der Regel ist keine Genehmigung wie bei Erdsonden nötig. Schallschutz, Abstände und örtliche Vorgaben sollten aber vor der Installation geprüft werden.

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