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KfW Baubegleitung – Was ist das und wie funktioniert die Förderung?

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 14 Min. Lesezeit

Die energetische Sanierung von Wohngebäuden gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Dabei spielt die professionelle Begleitung durch qualifizierte Energieeffizienz-Experten eine entscheidende Rolle für den Erfolg solcher Projekte. Die KfW Baubegleitung stellt dabei ein zentrales Element der Bundesförderung für effiziente Gebäude dar und sorgt dafür, dass Sanierungsvorhaben nicht nur förderfähig bleiben, sondern auch die geplanten Energieeinsparungen tatsächlich erreichen.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff der KfW-Baubegleitung und welche konkreten Vorteile bietet das Programm 261? In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles Wissenswerte über die Förderung, den Ablauf und die wirtschaftlichen Aspekte der professionellen Baubegleitung bei energetischen Sanierungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • KfW-Baubegleitung ist verpflichtend für alle geförderten Effizienzhaus-Sanierungen und sorgt dafür, dass technische Anforderungen und Fördervorgaben eingehalten werden.
  • Die Baubegleitung wird durch zertifizierte Energieeffizienz-Experten (DENA-Liste) durchgeführt – diese übernehmen Fachplanung, Qualitätskontrolle und die finale Förderbestätigung.
  • Die Baubegleitung wird nur bei BAFA-Einzelmassnahmen gefördert – und zwar mit 50 % der Kosten, maximal 2.500 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
  • Für KfW-Effizienzhaus-Sanierungen gibt es keine Förderung der Baubegleitung mehr.
  • Die Baubegleitung verhindert Baufehler, erhöht die Energieeffizienz und kann durch Zuschüsse mehr Geld einbringen, als sie kostet.
  • Die Förderung muss vor Baubeginn beantragt werden – spätestens bevor Handwerker beauftragt werden.

So gehen Sie vor

  1. Energieeffizienz-Experten finden: Finden Sie eine gelistete Fachkraft und klären Sie vorab Kosten, Umfang und Förderfähigkeit.
  2. Sanierung planen lassen: Der Experte erstellt ein Energiekonzept, berechnet den Effizienzhaus-Standard und spricht Empfehlungen für Gewerke und Massnahmen aus.
  3. Bestätigung zum Antrag (BzA) einholen: Diese ist Voraussetzung für jede KfW- oder BAFA-Förderung und muss vor Baubeginn vorliegen.
  4. Förderantrag stellen: Antragstellung gemeinsam mit dem Experten (KfW-Programm 261/262 für Effizienzhaussanierungen/BAFA für Einzelmaßnahmen)
  5. Baubegleitung während der Umsetzung nutzen: Der Experte prüft Baustellenfortschritt, Materialqualität, Luftdichtheit, Wärmebrücken und überwacht die Gewerke.
  6. Dokumentation sammeln lassen: Fotodokumentation, Prüfprotokolle und Produktdatenblätter sind nötig für die spätere Auszahlung der Fördermittel.
  7. Abschlusstest und Bestätigung nach Durchführung (BnD): Nach Blower-Door-Test und finaler Prüfung erstellt der Experte die BnD – ohne sie zahlt die KfW keine Förderung aus.
  8. Fördermittel abrufen: Nach Einreichen der Unterlagen erfolgt die Auszahlung bzw. der Tilgungszuschuss wird verrechnet.

Was ist die KfW-Baubegleitung?

Die KfW Baubegleitung bezeichnet die professionelle Betreuung von Sanierungsprojekten durch zertifizierte Energieeffizienz-Experten während des gesamten Bauprozesses. Diese qualifizierten Fachkräfte übernehmen dabei weit mehr als eine herkömmliche Bauüberwachung – sie sind speziell auf die Anforderungen energieeffizienter Baumaßnahmen spezialisiert.

KfW Baubegleitung

Kernaufgaben der Baubegleitung

Die Aufgaben eines qualifizierten Experten umfassen drei wesentliche Bereiche:

Fachplanung und Konzeptentwicklung:

  • Erstellung detaillierter Wärmeschutznachweise und Effizienzhausberechnungen
  • Fachplanung der technischen Gebäudeausrüstung für Heizung und Warmwasser
  • Prüfung von eingeholten Angeboten und Beratung zur Beauftragung

Qualitätskontrolle während der Bauphase:

  • Regelmäßige Überprüfung der korrekten Ausführung aller Maßnahmen
  • Überwachung der Materialqualität und Verarbeitungsstandards
  • Dokumentation von Abweichungen und Nachbesserungen

Abnahme und Nachweisführung:

  • Durchführung von Blower-Door-Messungen zur Luftdichtheitsprüfung
  • Erstellung der erforderlichen Dokumente für die Fördermittel-Auszahlung
  • Übergabe der „Bestätigung nach Durchführung“ an die KfW

Abgrenzung zur normalen Bauüberwachung

Anders als bei der klassischen Bauüberwachung oder Bauleitung liegt der Fokus der KfW-Baubegleitung eindeutig auf der Energieeffizienz und der Einhaltung spezifischer Fördervoraussetzungen. Die Energieeffizienz-Expertin prüft nicht nur die handwerkliche Qualität, sondern stellt sicher, dass alle technischen Mindestanforderungen für die gewählte Förderstufe erfüllt werden. Die Baubegleitung stellt sicher, dass alle technischen Anforderungen für staatliche Förderungen erfüllt werden.

Verpflichtung zur Baubegleitung

Bei allen KfW-geförderten Sanierungsvorhaben ist die Einbindung eines qualifizierten Experten verpflichtend. Eine Ausnahme bildet lediglich der einfache Heizungstausch als Einzelmaßnahme. Für komplexere Projekte wie die Sanierung zum Effizienzhaus oder umfassende Komplettsanierungen ist die professionelle Begleitung zwingend erforderlich. Die Baubegleitung ist eine Voraussetzung, um Fördermittel von der KfW und BAFA zu erhalten.

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KfW-Programm 261 und seine Vorteile

Das KfW-Programm 261 „BEG Wohngebäude Kredit“ stellt eines der attraktivsten Förderinstrumente für energieeffiziente Sanierungsvorhaben dar. Es gibt hier eine zinsgünstige Finanzierung und macht damit ambitionierte Effizienzhaus-Standards wirtschaftlich interessant.

Umfassende Kreditkonditionen

Das Programm 261 bietet Kredite bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit zu außergewöhnlich günstigen Konditionen. Der effektive Jahreszins beginnt bereits bei 0,01 % und macht die Finanzierung auch größerer Sanierungsvorhaben erschwinglich. Die Laufzeit kann dabei flexibel zwischen 4 und 30 Jahren gewählt werden, wobei tilgungsfreie Anlaufjahre die anfängliche Belastung reduzieren.

Solarmodule auf dem Dach

Förderung der Baubegleitung durch KfW und BAFA

Die Förderung der Baubegleitung erfolgt ausschliesslich über das BAFA im Rahmen der Einzelmaßnahmen (BEG EM). Gefördert werden 50 % der Kosten, maximal 2.500 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Für Mehrfamilienhäuser gelten höhere Obergrenzen.

Bei KfW-Effizienzhaus-Sanierungen ist die Einbindung einer Energieeffizienz-Expertin zwar weiterhin verpflichtend, die Kosten für die Baubegleitung werden jedoch nicht gefördert. Die KfW bietet in diesem Rahmen lediglich zinsgünstige Kredite an. Die Auszahlung der KfW-Fördermittel erfolgt nach Abschluss der Bauarbeiten, steht aber in keinem Zusammenhang mit der Baubegleitungsförderung.

Unterschiede zwischen KfW und BAFA

Die Förderung der Baubegleitung erfolgt je nach Art der Maßnahme über verschiedene Institutionen:

KfW-Förderung:

  • Für umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus
  • Reine Kreditförderung ohne Zuschüsse für die Baubegleitung
  • Auszahlung der Kredite nach Projektabschluss oder in Teilbeträgen

BAFA-Förderung:

  • Für Einzelmaßnahmen wie Heizung, Dämmung oder Fenstertausch
  • Zuschüsse für die Baubegleitung: 50 % der Kosten (max. 2.500 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern)
  • Schnellere Abwicklung bei kleineren Projekten

Auszahlungsmodalitäten

Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt erst nach erfolgreichem Projektabschluss. Voraussetzung ist die Vorlage der „Bestätigung nach Durchführung“(TPN ) durch den begleitenden Energieberater. Diese Regelung stellt sicher, dass nur ordnungsgemäß durchgeführte Maßnahmen gefördert werden. Die KfW-Förderung wird in der Regel nach Abschluss der Bauarbeiten ausgezahlt.

Begleitung der Umsetzung – Was passiert in der Praxis?

Die praktische Umsetzung der KfW-Baubegleitung folgt einem strukturierten Prozess, der bereits vor Baubeginn startet und erst nach der finalen Abnahme endet. Dabei übernimmt die Energieeffizienz-Expertin verschiedene Rollen – vom Planen über die Qualitätskontrolle bis hin zum Gutachtern

Detailplanung vor Baubeginn

Bevor die erste Baumaßnahme beginnt, erstellt der qualifizierte Experte ein umfassendes Energiekonzept für das Gebäude. Diese Planung umfasst:

  • Detaillierte Berechnung der erforderlichen Dämmstärken
  • Auslegung der Heizungsanlage und Wärmeerzeugung
  • Koordination zwischen den verschiedenen Gewerken
  • Erstellung eines Zeitplans für die verschiedenen Arbeiten

Die sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend für den Projekterfolg und verhindert kostspielige Nachbesserungen während der Bauphase.

Laufende Qualitätskontrolle während der Bauphase

Während der Umsetzung überwacht der Energieberater regelmäßig die Arbeiten auf der Baustelle und prüft dabei insbesondere die Materialqualität und Verarbeitung. Er kontrolliert die verwendeten Dämmstoffe und deren Eigenschaften, stellt sicher, dass die Installation der Anlagen fachgerecht erfolgt, und achtet darauf, dass die Ausführung luftdicht erfolgt. Zudem wird die Vermeidung von Wärmebrücken genau überwacht, indem kritische Anschlusspunkte sowie die Detailausführung an Fenstern und Türen geprüft und eine kontinuierliche Dämmebene sichergestellt wird.

Energieberater auf Baustelle

Baubegleitende Dokumentation

Ein wesentlicher Aspekt der Baubegleitung ist die lückenlose Dokumentation aller durchgeführten Maßnahmen. Diese umfasst:

  • Fotodokumentation der verschiedenen Bauphasen
  • Protokollierung von Abweichungen und deren Behebung
  • Sammlung aller Produktdatenblätter und Zertifikate
  • Kommunikation mit Handwerkern und Koordination von Nachbesserungen

Diese umfassende Dokumentation dient nicht nur der Qualitätssicherung, sondern ist auch Voraussetzung für die Auszahlung der Fördermittel.

Abschließende Qualitätsprüfung

Nach Abschluss aller Arbeiten führt der Experte eine finale Qualitätsprüfung durch:

Prüfung aller Nachweise:

  1. Zusammenstellen aller Rechnungen und Nachweise
  2. Detaillierte Prüfung entlang der Planungsunterlagen
  3. Bestätigung der Einhaltung der Grenzwerte

Finale Abnahme:

  • Erstellung der „Bestätigung nach Durchführung“
  • Zusammenfassung aller Messergebnisse
  • Übergabe der Dokumente an den Bauherrn

Viele Bauherren unterschätzen, wie entscheidend die Schnittstellen zwischen den Gewerken sind. Die meisten Energieverluste entstehen nicht durch das Material selbst, sondern durch kleine Ausführungsfehler an Anschlusspunkten – zum Beispiel bei Fenstern, Dachübergängen oder Leitungsdurchführungen. Eine professionelle Baubegleitung prüft genau diese Details und verhindert damit teure Wärmebrücken, die später kaum noch zu beheben sind.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Voraussetzungen und zugelassene Experten

Die Qualität der Baubegleitung steht und fällt mit der Kompetenz der beteiligten Energieeffizienz-Experten. Daher gelten strenge Voraussetzungen für die Zulassung und Listung bei der Deutschen Energie-Agentur (DENA).

Qualifikationsanforderungen

Nur bestimmte Berufsgruppen können sich als Energieberater qualifizieren lassen:

Grundqualifikationen:

  • Bauingenieure oder Architekten mit entsprechender Berufserfahrung
  • Handwerksmeister aus relevanten Gewerken (z. B. Maurer, Zimmerer, Installateur)
  • Ingenieure der Fachrichtung Maschinenbau oder Elektrotechnik mit Zusatzqualifikation

Zusätzliche Anforderungen:

  • Nachweis einer spezifischen Fortbildung zur Energieberatung
  • Mehrjährige praktische Erfahrung in der Baubranche
  • Regelmäßige Weiterbildung zur Aufrechterhaltung der Listung

DENA-Expertenliste

Alle zugelassenen Energieeffizienz-Experten sind in der öffentlich zugänglichen DENA-Expertenliste verzeichnet. Diese Liste ermöglicht es Bauherren, qualifizierte Berater in ihrer Region zu finden und deren Spezialisierung zu überprüfen. Energieeffizienz-Experten müssen in der Expertenliste der Förderprogramme des Bundes gelistet sein.

Bestätigung zum Antrag (BzA)

Ein entscheidender Schritt im Förderprozess ist die Erstellung der „Bestätigung zum Antrag“(BzA) durch den qualifizierten Experten. Diese muss bereits vor Projektbeginn vorliegen und bestätigt:

  • Die technische Durchführbarkeit des geplanten Vorhabens
  • Die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen
  • Die ordnungsgemäße Planung und Koordination der Maßnahmen

Kontinuierliche Weiterbildungspflicht

Um in der Expertenliste zu verbleiben, müssen sich alle gelisteten Berater regelmäßig fortbilden. Diese Weiterbildungspflicht stellt sicher, dass die Experten immer auf dem neuesten Stand der Technik und der Förderrichtlinien bleiben.

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Beantragung der Baubegleitung

Die Förderung der Baubegleitung erfolgt nicht über die KfW, sondern ausschliesslich über das BAFA im Rahmen der Einzelmaßnahmen (BEG EM). Die Baubegleitung wird direkt im BAFA-Antrag als förderfähige Position angegeben und mit 50 % bezuschusst.

Hinweis

Die Förderung für die Baubegleitung gilt nur, wenn der Antrag vor dem ersten Auftrag an Handwerker gestellt wurde. Schon ein unterschriebener Kostenvoranschlag gilt als Maßnahmenbeginn – und führt dazu, dass die gesamte KfW- oder BAFA-Förderung entfällt. Planungsleistungen des Experten dürfen dagegen bereits vorher stattfinden.

Erforderliche Unterlagen

Für einen vollständigen Antrag werden folgende Dokumente benötigt:

Vom Energieberater:

  • Bestätigung zum Antrag (BzA) mit detaillierter Projektbeschreibung
  • Energieberaterbericht mit Ist-Analyse und Maßnahmenplan
  • Kostenvoranschlag für die Beratungsleistungen

Vom Bauherrn:

  • Eigentumsnachweis oder Kaufvertrag
  • Detaillierte Kostenvoranschläge der ausführenden Unternehmen
  • Bei vermieteten Objekten: Nachweis der Mieterbindung

Bearbeitungszeiten und Zusage

Die KfW bearbeitet vollständige Anträge in der Regel innerhalb von 3–4 Wochen. Nach Prüfung aller Unterlagen erhalten Antragsteller eine verbindliche Förderzusage mit den konkreten Konditionen. Erst nach Erhalt dieser Zusage dürfen die Bauarbeiten beginnen.

Auszahlungsverfahren

Die Auszahlung der Fördermittel für die Baubegleitung erfolgt nach erfolgreichem Projektabschluss in einem zweistufigen Verfahren:

  1. Zwischen-Auszahlung: Nach Vorlage von Rechnungen und Zahlungsnachweisen
  2. Schluss-Auszahlung: Nach Vorlage der „Bestätigung nach Durchführung“

Kosten und Wirtschaftlichkeit der Baubegleitung

Die Investition in eine professionelle Baubegleitung rechnet sich für Bauherren in mehrfacher Hinsicht. Neben der direkten Förderung entstehen langfristige Vorteile durch vermiedene Baumängel und optimierte Energieeffizienz.

Typische Kostenspanne

Die Kosten für die Fachplanung und Baubegleitung variieren je nach Projektumfang und Komplexität:

Einfamilienhaus-Sanierung:

  • Grundleistungen: 3.000–5.000 Euro
  • Erweiterte Begleitung: 5.000–8.000 Euro
  • Komplexe Projekte: 8.000–12.000 Euro

Mehrfamilienhaus-Sanierung:

  • Pro Wohneinheit: 1.500–3.000 Euro
  • Mindestkosten: 5.000 Euro
  • Höchstkosten: bis zu 40.000 Euro

Rechenbeispiel Einfamilienhaus

Betrachten wir ein konkretes Beispiel für die Wirtschaftlichkeit:

Projekt: Sanierung eines Einfamilienhauses zum Effizienzhaus 55
Baubegleitungskosten: 15.000 Euro

Förderung:

  • 50 % Zuschuss auf Baubegleitung: 5.000 Euro
  • Gesamtförderung: 10.500 Euro

Eigenanteil für Baubegleitung: 10.000 Euro
Zusätzlicher Nutzen: 7.500 Euro

Das Ergebnis: Die Baubegleitung „kostet“ effektiv –4.500 Euro und bringt damit einen direkten finanziellen Vorteil.

Langfristige Einsparungen

Über die direkten Fördermittel hinaus entstehen weitere Vorteile:

Vermeidung von Baufehlern:

  • Nachbesserungskosten: 5.000–15.000 Euro
  • Verzögerungen und Mehrkosten durch Mängel
  • Rechtliche Auseinandersetzungen mit Handwerkern

Optimierte Energieeffizienz:

  • Bis zu 20 % höhere Energieeinsparungen durch fachgerechte Umsetzung
  • Langfristig niedrigere Energiekosten
  • Erhöhung des Immobilienwerts

Alternative Förderungen und Kombinationsmöglichkeiten

Neben der direkten KfW- und BAFA-Förderung existieren weitere Möglichkeiten, die Kosten für energetische Sanierungen und deren Begleitung zu reduzieren. Diese Alternativen können teilweise kombiniert werden und eröffnen zusätzliche Finanzierungsspielräume.

Steuerliche Abschreibung

Eine attraktive Alternative oder Ergänzung zur direkten Förderung bildet die steuerliche Abschreibung nach § 35c EStG. Hier können Baubegleitungskosten über drei Jahre steuermindernd geltend gemacht werden:

Verteilung über drei Jahre:

  • Jahr: 7 % der Kosten
  • Jahr: 7 % der Kosten
  • Jahr: 6 % der Kosten

Kombination mit regionalen Programmen

Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderprogramme für energetische Sanierungen. Diese können oft mit der Bundesförderung kombiniert werden:

Beispiele regionaler Förderung:

  • Bayern: 10.000-Häuser-Programm mit zusätzlichen Zuschüssen
  • Baden-Württemberg: Ergänzende Förderung über die L-Bank
  • Nordrhein-Westfalen: progres.nrw mit Bonus für Effizienzstandards

BAFA-Energieberatung als Ergänzung

Zusätzlich zur Baubegleitung kann eine umfassende Energieberatung für Wohngebäude über das BAFA gefördert werden. Diese Beratung kann vor der eigentlichen Sanierung durchgeführt werden und hilft bei der optimalen Planung. Über die „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) übernimmt das BAFA 50 % der Beratungskosten.

BAFA-Energieberatung:

  • Höchstbeträge: 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser, 850 € für Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohneinheiten.
  • Sonderzuschuss für WEGs: 250 € zusätzlich, wenn der iSFP in einer Eigentümerversammlung erläutert wird.
  • Voraussetzung: Die Beratung wird von einem in der BAFA-/dena-Expertenliste eingetragenen Energieeffizienz-Experten durchgeführt.

Wichtige Kombinationsregeln

Bei der Kombination verschiedener Förderprogramme müssen wichtige Regeln beachtet werden:

100 %-Regel: Die Gesamtförderung darf nicht 100 % der förderfähigen Kosten überschreiten. Bei geschickter Kombination verschiedener Programme kann jedoch eine Förderquote von 80–90 % erreicht werden.

Doppelförderungsverbot: Dieselben Kosten können nicht mehrfach gefördert werden. Verschiedene Kostenpositionen (z. B. Beratung, Baubegleitung, Baukosten) können jedoch über unterschiedliche Programme gefördert werden.

Strategische Förderplanung

Eine optimale Förderplanung berücksichtigt alle verfügbaren Programme und wählt die für das spezifische Vorhaben vorteilhafteste Kombination:

  1. Analyse der Fördermöglichkeiten in der jeweiligen Region
  2. Berechnung verschiedener Kombinationen zur Maximierung der Förderung
  3. Berücksichtigung steuerlicher Aspekte bei der Entscheidung
  4. Professionelle Beratung durch qualifizierte Energieeffizienz-Experten

Fazit: KfW-Baubegleitung als Schlüssel zum Erfolg

Die KfW-Baubegleitung stellt weit mehr dar als eine bürokratische Pflichtaufgabe im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Sie ist vielmehr ein strategisches Instrument, das die Qualität energetischer Sanierungen nachhaltig verbessert und gleichzeitig erhebliche finanzielle Vorteile ermöglicht.

Die Kombination aus professioneller Fachplanung und Baubegleitung, attraktiver Förderung und zinsgünstigen Krediten macht energieeffiziente Sanierungen auch für private Bauherren wirtschaftlich interessant. Mit einer Förderung von bis zu 50 % der Beratungskosten rechnet sich die Investition in qualifizierte Begleitung in den meisten Fällen bereits durch die direkten Fördermittel.

Darüber hinaus bietet die professionelle Begleitung durch zertifizierte Energieeffizienz-Experten eine wichtige Sicherheit: Baufehler werden vermieden, die Energieeffizienz wird optimiert und langfristige Einsparungen werden realisiert. In Zeiten steigender Energiekosten und verschärfter Klimaziele stellt die KfW-Baubegleitung damit eine Investition in die Zukunft dar, die sich sowohl ökonomisch als auch ökologisch auszahlt.

Wer eine energetische Sanierung plant, sollte daher von Beginn an die Einbindung qualifizierter Energieberater mitdenken und die vielfältigen Fördermöglichkeiten optimal ausschöpfen. Die sorgfältige Planung und Begleitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Projekt, das nicht nur die Wohnqualität verbessert, sondern auch nachhaltig die Betriebskosten senkt. Gerne unterstützen wir Sie im Rahmen der KfW Baubegleitung als zertifizierte Energie-Effizienz-Experten!

Häufige Fragen zur KfW Baubegleitung

Ist die Baubegleitung bei jeder Sanierung verpflichtend?

Nein. Sie ist verpflichtend bei allen KfW-geförderten Effizienzhaus-Sanierungen. Bei BAFA-Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Fenstertausch ist sie freiwillig, aber förderfähig und fachlich sehr sinnvoll.

Welche Aufgaben übernimmt der Energieeffizienz-Experte während der Baubegleitung?

Er überwacht alle Schritte der energetischen Sanierung, damit die Arbeiten fachgerecht und förderkonform ausgeführt werden. Dazu gehören unter anderem die Prüfung der geplanten Dämm- und Anlagentechnik, die Kontrolle der Baustelle in wichtigen Ausführungsphasen, die Dokumentation aller Maßnahmen sowie die Erstellung der „Bestätigung nach Durchführung“. Sie sorgt damit dafür, dass die Qualität stimmt und die Fördermittel später ohne Probleme ausgezahlt werden können.

Macht die Baubegleitung auch bei kleinen Projekten Sinn?

Ja. Selbst bei einzelnen Maßnahmen wie Dämmung oder Fenster lohnt sich die Begleitung oft finanziell, weil Fehler bei Luftdichtheit oder Wärmebrücken schnell teure Nacharbeiten verursachen. Mit Förderung reduziert sich der Eigenanteil stark.

Wann gilt der Maßnahmenbeginn – und was passiert, wenn man zu früh startet?

Maßnahmenbeginn ist jede verbindliche Handwerkerbeauftragung. Wenn diese vor dem Förderantrag erfolgt, erlischt die gesamte Förderung. Planungsleistungen durch den Energieberater sind vor Antragstellung erlaubt.

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