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Erdwärmepumpe: Effizient heizen mit Geothermie

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 22 Min. Lesezeit

Die konstante Wärme aus dem Erdreich bietet eine der zuverlässigsten erneuerbaren Energiequellen für das Heizen unserer Häuser. Eine Erdwärmepumpe, auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet, nutzt diese natürliche Wärmequelle und wandelt sie in behagliche Heizenergie für Ihr Zuhause um. Während andere Heizsysteme von schwankenden Außentemperaturen oder steigenden Gaspreisen abhängig sind, profitiert die Erdwärmenutzung von konstanten Bodentemperaturen das ganze Jahr über.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Funktionsweise einer Erdwärmepumpe, die verschiedenen Arten der Erdwärmegewinnung und welche Kosten auf Sie zukommen. Wir beleuchten die Förderung durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die Voraussetzungen für die Installation einer Erdwärmepumpe und zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile dieser Technologie auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erdwärmepumpen nutzen die konstante Wärme im Erdreich und gehören zu den effizientesten Heizsystemen – mit Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,5.
  • Die Systeme arbeiten besonders stabil, weil Bodentemperaturen kaum schwanken – anders als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen.
  • Die Investitionskosten liegen je nach Erschliessungsart zwischen 25.000 und 40.000 Euro.
  • Erdsonden sind am effizientesten, Flächenkollektoren am günstigsten, Erdwärmekörbe eine kompakte Zwischenlösung.
  • Die BEG-Förderung kann je nach Kombination bis zu 70 Prozent betragen.
  • Voraussetzung für hohe Effizienz: gute Gebäudedämmung, möglichst niedrige Vorlauftemperaturen und passende Flächenheizung.
  • Nicht jedes Grundstück eignet sich – Bodenbeschaffenheit, Platzangebot und Genehmigungen müssen vorher geprüft werden.

So gehen Sie vor

  1. Gebäude prüfen lassen: Wärmebedarf, Dämmstandard, Vorlauftemperaturen und Heizflächen analysieren.
  2. Energieberatung einholen: Ein unabhängiger Energieeffizienz-Experte bewertet, ob Erdwärme für Ihr Haus geeignet ist.
  3. Erschließungsart wählen: Je nach Grundstück – Erdsonden, Flächenkollektoren oder Erdwärmekörbe.
  4. Genehmigungen klären: Bei Erdsonden ist eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig, Flächenkollektoren sind meist genehmigungsfrei.
  5. Angebote einholen: Mehrere Fachbetriebe vergleichen – besonders hinsichtlich Bohrtiefe, Auslegung und Systemdimensionierung.
  6. Förderung beantragen: BEG-Förderung unbedingt vor Auftragserteilung stellen (BAFA).
  7. Installation durchführen lassen: Fachgerechte Verlegung, hydraulischer Abgleich und Inbetriebnahme durch geschulte Betriebe.
  8. System optimieren: Einstellungen für Heizkurve, Warmwasser und Kühlung anpassen, idealerweise mit PV kombinieren.

Was ist eine Erdwärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe ist ein modernes Heizsystem, das die natürlich im Boden gespeicherte Wärme nutzt, um Gebäude effizient zu beheizen. Das Prinzip der Geothermie basiert darauf, dass die Bodentemperatur bereits ab einer Tiefe von etwa 10 Metern konstant zwischen 8 und 12 Grad Celsius liegt – unabhängig von den schwankenden Außentemperaturen an der Oberfläche.

Das Herzstück des Systems bildet eine spezielle Wärmeträgerflüssigkeit, die Sole genannt wird. Diese Flüssigkeit zirkuliert durch ein Rohrsystem im Erdreich und nimmt dabei kontinuierlich Wärme aus dem Boden auf. Die Sole besteht aus einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, wodurch sie auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt flüssig bleibt und zuverlässig funktioniert.

Die konstanten Bodenschichten bieten gegenüber anderen Wärmequellen entscheidende Vorteile: Während eine Luft Wasser Wärmepumpe bei kalten Außentemperaturen an Effizienz verliert, arbeitet eine Erdwärmepumpe das ganze Jahr über mit gleichbleibend hoher Leistung. Diese Stabilität macht die Erdwärmenutzung zu einer besonders verlässlichen Energiequelle für die Gebäudeheizung.

Der Begriff “Sole Wasser Wärmepumpe” erklärt das Grundprinzip: Die Sole (Wasser-Frostschutz-Gemisch) transportiert die Wärme aus dem Erdreich zur Wärmepumpe, wo diese auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird, um Wasser für die Heizung und Warmwasserbereitung zu erwärmen. Dieser Prozess läuft vollautomatisch ab und benötigt lediglich elektrischen Strom für den Betrieb der Wärmepumpe selbst.

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Funktionsweise der Erdwärmepumpe

Die Funktionsweise einer Erdwärmepumpe basiert auf einem cleveren thermodynamischen Kreislauf, der die Wärmeenergie aus dem Erdreich auf ein nutzbares Temperaturniveau für die Gebäudeheizung bringt. Das System arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt.

Der Prozess beginnt damit, dass die Sole durch das unterirdische Rohrsystem zirkuliert und dabei Wärme aus dem Boden aufnimmt. Diese erwärmte Flüssigkeit gelangt zum Verdampfer der Wärmepumpe, wo sie ihre Energie an ein spezielles Kältemittel abgibt. Das Kältemittel hat die besondere Eigenschaft, bereits bei niedrigen Temperaturen zu verdampfen und wird durch die zugeführte Wärme gasförmig.

Das nun gasförmige Kältemittel wird von einem elektrisch betriebenen Kompressor verdichtet. Durch diese Verdichtung steigen sowohl Druck als auch Temperatur erheblich an. Anschließend gelangt das heiße, unter Druck stehende Gas zum Verflüssiger, wo es seine Wärmeenergie an das Heizungswasser abgibt und dabei wieder flüssig wird.

Nach der Wärmeübertragung wird das Kältemittel durch ein Entspannungsventil geleitet, wodurch Druck und Temperatur wieder sinken. Damit ist der Kreislauf geschlossen und der Vorgang beginnt von neuem.

Die Effizienz dieser Technik zeigt sich in der Leistungszahl (COP): Ein Teil elektrische Energie erzeugt bis zu fünf Teile Wärmeenergie. Typische COP-Werte für Erdwärmepumpen liegen zwischen 4 und 5, was bedeutet, dass aus einem Kilowatt Strom bis zu fünf Kilowatt Heizleistung gewonnen werden können. Diese hohe Energieeffizienz macht die Erdwärmepumpe zu einem der sparsamsten Heizsysteme überhaupt.

Erdwärmepumpe

Arten von Erdwärmepumpen

Die Erschließung der Erdwärme kann auf verschiedene Weise erfolgen, wobei sich die Systeme hauptsächlich in der Art der Wärmegewinnung und dem benötigten Platzbedarf unterscheiden. Die Auswahl der passenden Lösung hängt von Faktoren wie der verfügbaren Grundstücksfläche, den geologischen Gegebenheiten und dem Budget ab.

Erdwärmepumpe mit Erdsonden

Erdsonden stellen die effizienteste Methode der Erdwärmegewinnung dar. Bei diesem System werden vertikale Bohrungen von 50 bis 150 Metern Tiefe durchgeführt, in die U-förmige Sondensysteme eingebracht werden. In diesen Tiefen herrschen konstante Temperaturen von meist rund 10 bis 13 Grad Celsius, unabhängig von Jahreszeit und Witterung.

Der große Vorteil der Erdsonden liegt in ihrer konstanten hohen Effizienz und dem minimalen Platzbedarf an der Oberfläche. Pro Sonde werden lediglich 5 bis 10 Quadratmeter Grundstücksfläche benötigt. Die Installation erfordert jedoch eine Genehmigung durch die Wasserbehörde, da in diesen Tiefen möglicherweise Grundwasserschichten berührt werden.

Die Kosten für Erdsonden-Bohrungen liegen bei etwa 60 bis 80 Euro pro laufenden Meter. Für ein Einfamilienhaus werden typischerweise 100 bis 150 Meter Bohrtiefe benötigt, wodurch sich Kosten zwischen 6.000 und 12.000 Euro für die Erdwärmebohrung ergeben. Diese Investition amortisiert sich jedoch durch die hohe Effizienz und lange Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren.

Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren

Flächenkollektoren werden horizontal in einer Tiefe von 1,2 bis 1,5 Metern verlegt und nutzen die oberflächennahe Erdwärme. Da die Bodentemperatur in dieser Tiefe stärker von den Jahreszeiten beeinflusst wird, schwankt sie zwischen 6 und 12 Grad Celsius.

Der Hauptvorteil der Erdkollektoren liegt in den deutlich geringeren Installationskosten, da keine aufwändigen Tiefbohrungen erforderlich sind. Zudem ist keine behördliche Genehmigung notwendig. Allerdings benötigen Flächenkollektoren erheblich mehr Platz: Die Kollektorfläche sollte etwa das 2- bis 3-fache der zu beheizenden Wohnfläche betragen.

Für ein Haus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche wären somit 300 bis 450 Quadratmeter freie Grundstücksfläche erforderlich. Diese Fläche kann nach der Installation nicht überbaut oder tiefgreifend bepflanzt werden, da dies die Wärmegewinnung beeinträchtigen würde.

Die Kosten für Erdkollektoren inklusive Erdarbeiten und Verlegung liegen zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Die etwas geringere Effizienz gegenüber Erdsonden wird durch die niedrigeren Anschaffungskosten teilweise ausgeglichen.

Erdwärmekörbe

Erdwärmekörbe stellen eine kompakte Alternative zu Flächenkollektoren dar. Diese spiralförmigen Kollektoren werden in einer Tiefe von 2 bis 4 Metern installiert und benötigen deutlich weniger Grundstücksfläche als herkömmliche Erdkollektoren.

Pro Erdwärmekorb werden etwa 35 bis 50 Quadratmeter Grundstücksfläche benötigt, wobei ein Mindestabstand von 2 Metern zwischen den Körben eingehalten werden muss. Die Installation erfolgt durch Grabarbeiten statt teurer Bohrungen, was die Kosten im Rahmen hält.

Die Effizienz von Erdwärmekörben liegt zwischen der von Flächenkollektoren und Erdsonden. Sie eignen sich besonders für kleinere Grundstücke, wo Flächenkollektoren zu viel Platz beanspruchen würden, aber gleichzeitig die Kosten für Erdsonden-Bohrungen vermieden werden sollen.

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Kosten einer Erdwärmepumpe 2025

Die Gesamtinvestition für eine Erdwärmepumpe liegt je nach Erschließungsart zwischen 25.000 und 40.000 Euro. Diese Bandbreite erklärt sich durch die unterschiedlichen Kosten für die Erdwärmegewinnung und die Komplexität der Installation.

Die Wärmepumpe selbst kostet inklusive Installation zwischen 12.000 und 18.000 Euro. Hochwertige Geräte mit einer Heizleistung von 8 bis 12 Kilowatt, die für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ausreichen, liegen in diesem Preissegment. Hinzu kommen Kosten für den hydraulischen Abgleich, die Anbindung an das bestehende Heizsystem und eventuelle Anpassungen der Heizungsverteilung.

Bei der Erdwärmeerschließung entstehen je nach System unterschiedliche Kosten:

ErschließungsartKostenFlächenbedarfGenehmigung
Erdsonden10.000–20.000 €5–10 m²Ja
Flächenkollektoren4.000–8.000 €300–450 m²Nein
Erdwärmekörbe6.000–12.000 €35–50 m²Nein

Die Kosten für Erdsonden-Bohrungen variieren stark je nach Tiefe und Anzahl der erforderlichen Sonden. In schwierigen geologischen Verhältnissen oder bei besonders tiefen Bohrungen können die Kosten auf bis zu 100 Euro pro Meter steigen. Flächenkollektoren sind in der Anschaffung günstiger, benötigen aber entsprechend große unbebaute Flächen.

Zusätzliche Kosten entstehen für den Wärmespeicher (1.500-3.000 Euro), die Installation und Inbetriebnahme (2.000-4.000 Euro) sowie eventuelle Erschließungskosten wie Zufahrten für Bohrfahrzeuge oder umfangreiche Erdarbeiten.

Förderung für Erdwärmepumpen 2025

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt den Einbau von Erdwärmepumpen mit attraktiven Zuschüssen von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Diese Förderung macht die initial hohen Anschaffungskosten erheblich erschwinglicher und verkürzt die Amortisationszeit deutlich.

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent für effiziente Wärmepumpen, die die technischen Mindestanforderungen erfüllen. Erdwärmepumpen qualifizieren sich aufgrund ihrer hohen Jahresarbeitszahl problemlos für diese Förderung. Der maximale förderfähige Betrag liegt bei 30.000 Euro pro Wohneinheit, was einem Zuschuss von bis zu 9.000 Euro entspricht.

Zusätzlich zur Grundförderung können verschiedene Boni beantragt werden:

  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20 Prozent zusätzlich beim Austausch einer funktionsfähigen, aber mindestens 20 Jahre alten Heizung
  • Einkommens-Bonus: 30 Prozent zusätzlich für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro
  • Effizienz-Bonus: 5 Prozent für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Erdreich, Wasser oder Abwasser nutzen oder ein natürliches Kältemittel einsetzen

Bei geschickter Kombination der Boni können Förderquoten von bis zu 70 Prozent erreicht werden, was bei maximal förderfähigen Kosten einem Zuschuss von bis zu 21.000 Euro entspricht. Diese Förderung wird als direkter Zuschuss ausgezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden.

Wichtig ist, dass der Förderantrag vor Beauftragung der Maßnahme gestellt werden muss. Die Beantragung erfolgt online über die KfW im Förderprogramm 458 („Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“). Alternativ zur KfW-Zuschussförderung können Hausbesitzer auch den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen, der 20 Prozent der Kosten über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abzieht.

Voraussetzungen für Erdwärmepumpen

Für den erfolgreichen Betrieb einer Erdwärmepumpe müssen verschiedene technische und bauliche Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigste Voraussetzung ist ein niedriger Wärmebedarf des Gebäudes, da Erdwärmepumpen bei niedrigen Vorlauftemperaturen von maximal 50 Grad Celsius optimal arbeiten.

Ein gut gedämmtes Haus mit einer Flächenheizung wie Fußboden- oder Wandheizung bietet ideale Bedingungen. Diese Systeme arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 30 und 40 Grad Celsius, was der Erdwärmepumpe ermöglicht, ihre maximale Effizienz zu erreichen. Bestehende Radiatorenheizungen können ebenfalls genutzt werden, allerdings sollten diese ausreichend dimensioniert sein oder durch größere Heizkörper ersetzt werden.

Die geologischen Gegebenheiten spielen eine entscheidende Rolle für die Effizienz der Erdwärmegewinnung. Feuchte, lehmige oder sandige Böden leiten Wärme besser als trockene oder felsige Bodenschichten. Eine geologische Voruntersuchung kann Aufschluss über die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs geben und hilft bei der optimalen Auslegung des Systems.

Grundstück und Platzbedarf

Je nach gewähltem Erschließungstyp gelten unterschiedliche Anforderungen an die Grundstücksgröße:

  • Erdsonden: Zugang für Bohrfahrzeuge erforderlich, minimaler Platzbedarf an der Oberfläche
  • Flächenkollektoren: Mindestens 200 Quadratmeter freie, unbebaute Fläche
  • Erdwärmekörbe: Etwa 100-150 Quadratmeter Grundstücksfläche für mehrere Körbe

Bei Erdsonden müssen Mindestabstände zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und Wasserleitungen eingehalten werden. Die Wasserbehörde prüft zudem, ob das Vorhaben Wasserschutzgebiete oder Grundwasserschichten beeinträchtigen könnte.

Hinweis

Achten Sie darauf, dass die Solekreise oder Kollektorflächen nach der Installation nicht durch bauliche Veränderungen beeinträchtigt werden. Pflasterflächen, Terrassen, tiefwurzelnde Bäume oder spätere Bauprojekte können die Wärmeaufnahme des Erdreichs deutlich verschlechtern. Planen Sie deshalb frühzeitig, welche Bereiche Ihres Grundstücks dauerhaft frei bleiben müssen.

Rechtliche Voraussetzungen

Während Flächenkollektoren und Erdwärmekörbe in der Regel genehmigungsfrei sind, benötigen Erdsonden-Bohrungen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Das Antragsverfahren bei der unteren Wasserbehörde dauert zwischen 6 und 12 Wochen und kostet etwa 200 bis 800 Euro Gebühren.

Vor- und Nachteile im Überblick

Erdwärmepumpen bieten als Heizsystem sowohl überzeugende Vorteile als auch einige Nachteile, die bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten. Eine realistische Bewertung hilft dabei, die richtige Heizlösung für das eigene Zuhause zu finden.

Hauptvorteile der Erdwärmenutzung

Der größte Vorteil liegt in der außergewöhnlich hohen Effizienz: Mit Jahresarbeitszahlen zwischen 4,0 und 5,5 erreichen Erdwärmepumpen die besten Werte aller Wärmepumpensysteme. Diese konstant hohe Effizienz resultiert aus den stabilen Bodentemperaturen, die im Gegensatz zu schwankenden Lufttemperaturen das ganze Jahr über gleichbleibende Bedingungen bieten.

Die Betriebskosten sind erheblich niedriger als bei konventionellen Heizsystemen. Bei aktuellen Strompreisen entstehen für ein Einfamilienhaus jährliche Heizkosten zwischen 800 und 1.200 Euro. Im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen ergibt sich eine Ersparnis von 30 bis 50 Prozent bei den laufenden Kosten.

Die lange Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren macht die Erdwärmepumpe zu einer nachhaltigen Investition. Während Gasheizungen nach 15 bis 20 Jahren ersetzt werden müssen, arbeiten Erdwärmepumpen bei ordnungsgemäßer Wartung deutlich länger zuverlässig.

Ein zusätzlicher Vorteil ist die Möglichkeit der passiven Kühlung im Sommer. Das Erdreich mit seinen niedrigen Temperaturen kann über dasselbe System zur Gebäudekühlung genutzt werden, ohne dass der Kompressor der Wärmepumpe arbeiten muss. Dies führt zu einem sehr energieeffizienten Kühlbetrieb.

Nachteile und Herausforderungen

Die hohen Anfangsinvestitionskosten stellen für viele Hausbesitzer eine erhebliche Hürde dar. Mit 25.000 bis 40.000 Euro Gesamtkosten liegt die Erdwärmepumpe deutlich über den Anschaffungskosten konventioneller Heizsysteme, auch wenn Förderungen einen Teil dieser Kosten abfedern.

Die Installation ist aufwändig und mit erheblichen Eingriffen in das Grundstück verbunden. Besonders bei Erdsonden-Bohrungen sind Spezialfahrzeuge erforderlich, die entsprechende Zufahrten benötigen. Die Genehmigungsverfahren können zudem mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Nicht alle Grundstücke eignen sich für Erdwärmepumpen. Bei Flächenkollektoren wird viel freie Grundstücksfläche benötigt, während Erdsonden in Wasserschutzgebieten oder bei ungünstiger Geologie möglicherweise nicht genehmigt werden.

Vergleichstabelle der Eigenschaften

EigenschaftErdwärmepumpeLuft-Wasser-WärmepumpeGasheizung
Anschaffungskosten25.000–40.000 €15.000–25.000 €8.000–15.000 €
Betriebskosten/Jahr800–1.200 €1.000–1.500 €1.500–2.500 €
Effizienz (COP)4,0–5,53,0–4,50,9
Lebensdauer25–30 Jahre15–20 Jahre15–20 Jahre
InstallationAufwändigEinfachMittel

Erdwärmepumpe für Heizen und Kühlen

Eine der besonderen Stärken der Erdwärmepumpe liegt in ihrer reversiblen Nutzung: Dasselbe System kann sowohl zum Heizen im Winter als auch zum Kühlen im Sommer verwendet werden. Diese Doppelfunktion macht die Technologie besonders attraktiv für ganzjährigen Komfort im Haus.

Die passive Kühlung nutzt die natürlich niedrigen Temperaturen des Erdreichs ohne den energieintensiven Betrieb des Kompressors. Im Sommer, wenn die Außentemperaturen hoch sind, weist das Erdreich in 1,5 bis 2 Metern Tiefe Temperaturen von nur 12 bis 15 Grad Celsius auf. Diese kühle Erdwärme wird direkt über den Wärmetauscher an das Heizungssystem abgegeben.

Der große Vorteil dieser Methode liegt im extrem niedrigen Energieverbrauch: Während der Kühlung laufen lediglich die Umwälzpumpen für Sole- und Heizungskreislauf, wodurch der Stromverbrauch minimal bleibt. Im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen entstehen dadurch nur etwa 10 Prozent der üblichen Betriebskosten für die Raumkühlung.

Die Kühlung erfolgt typischerweise über die vorhandene Fußbodenheizung, wodurch keine zusätzlichen Kühlgeräte oder Klimaanlagen erforderlich sind. Die Bodentemperatur wird dabei um 1 bis 2 Grad Celsius unter die gewünschte Raumtemperatur eingestellt, was für eine angenehme Kühlung ohne Zugerscheinungen sorgt.

Für optimale Kühlergebnisse sollte die Gebäudedämmung hochwertig sein, da gut gedämmte Häuser die kühle Wärmeenergie länger speichern können. In Kombination mit außenliegenden Verschattungsmaßnahmen lassen sich Raumtemperaturen auch an heißen Sommertagen um 3 bis 5 Grad Celsius senken.

Effizienz und Stromverbrauch von Erdwärmepumpen

Die Effizienz einer Erdwärmepumpe wird hauptsächlich durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) charakterisiert, die das Verhältnis von erzeugter Wärmeenergie zu eingesetzter elektrischer Energie über ein ganzes Jahr darstellt. Moderne Erdwärmepumpen erreichen bei professioneller Installation und optimaler Auslegung JAZ-Werte zwischen 4,0 und 5,5.

Diese hohen Effizienzwert bedeuten, dass aus einem Kilowatt elektrischer Energie bis zu 5,5 Kilowatt Wärmeenergie gewonnen werden können. Im praktischen Betrieb übersetzt sich dies in einen Stromverbrauch von 2.500 bis 4.000 Kilowattstunden pro Jahr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern beheizter Fläche.

Bei den aktuellen Strompreisen von etwa 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde entstehen somit jährliche Betriebskosten zwischen 750 und 1.400 Euro für Heizung und Warmwasser. Diese Kosten liegen erheblich unter denen konventioneller Heizsysteme und bieten langfristig Planungssicherheit, da sie unabhängig von schwankenden Gas- oder Ölpreisen sind.

Einflussfaktoren auf die Effizienz

Die tatsächliche Effizienz der Erdwärmepumpe hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Vorlauftemperatur: Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur, desto höher die Effizienz
  • Gebäudedämmung: Gut gedämmte Gebäude benötigen weniger Heizenergie
  • Erdreich-Eigenschaften: Feuchte, gut wärmeleitende Böden verbessern die Wärmegewinnung
  • Systemauslegung: Professionelle Dimensionierung und hydraulischer Abgleich optimieren den Betrieb

Die Amortisation der höheren Anschaffungskosten erfolgt typischerweise nach 8 bis 12 Jahren gegenüber einer neuen Gasheizung. Werden die verfügbaren Fördermittel optimal genutzt, verkürzt sich diese Zeit erheblich auf 5 bis 8 Jahre.

Tipp

Planen Sie die Erdwärmeerschließung immer gemeinsam mit der späteren Betriebsweise. Eine sauber abgestimmte Kombination aus niedriger Vorlauftemperatur, Flächenheizung und gutem hydraulischen Abgleich entscheidet oft stärker über die Effizienz als die Wahl zwischen Erdsonde oder Flächenkollektor.

Installation und Genehmigung

Die Installation einer Erdwärmepumpe erfordert sorgfältige Planung und fachkundige Umsetzung. Der gesamte Prozess gliedert sich in mehrere Phasen, von der behördlichen Genehmigung bis zur Inbetriebnahme des Systems.

Für Erdsonden-Bohrungen ist eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde erforderlich. Der Antrag sollte detaillierte Angaben zur Bohrtiefe, Anzahl der Sonden und geologischen Verhältnissen enthalten. Das Genehmigungsverfahren dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen und kostet zwischen 200 und 800 Euro Gebühren, abhängig von der Komplexität des Vorhabens.

Bei der Antragsstellung müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

  • Lageplan des Grundstücks mit eingezeichneten Bohrstellen
  • Geologisches Gutachten oder Bodenerkundung
  • Nachweis der Qualifikation des durchführenden Unternehmens
  • Angaben zu Grundwasserschutz und Wasserschutzgebieten

Ablauf der Installation einer Erdwärmepumpe

Die eigentliche Installation erfolgt durch zertifizierte Fachbetriebe und dauert je nach System 2 bis 5 Tage. Bei Erdsonden beginnt der Prozess mit der Anlieferung und Aufstellung des Bohrgeräts. Die Bohrungen werden unter ständiger Kontrolle durchgeführt, wobei die geologischen Schichten protokolliert und mögliche Grundwasserführung dokumentiert wird.

Nach Abschluss der Bohrungen werden die U-Sonden eingesetzt und der Bohrlochraum mit einer speziellen Verfüllmasse verschlossen. Diese sorgt für optimalen Wärmeübergang und verhindert Kreuzverbindungen zwischen verschiedenen Grundwasserstockwerken.

Die Installation der Wärmepumpe selbst erfolgt in der Regel im Keller oder einem speziellen Technikraum. Dabei werden alle hydraulischen Verbindungen hergestellt, die Elektrik angeschlossen und die Regelungstechnik programmiert. Ein entscheidender Schritt ist der hydraulische Abgleich des gesamten Systems, der für optimale Effizienz sorgt.

Die Inbetriebnahme umfasst einen Drucktest des Sole-Kreislaufs, die Befüllung mit Wärmeträgerflüssigkeit und eine Funktionsprüfung aller Komponenten. Moderne Anlagen verfügen über umfangreiche Diagnosefunktionen, die eine kontinuierliche Überwachung der Betriebsparameter ermöglichen.

eine Baustelle mit einem Kran, der eine Erdwärmepumpe installiert

Kombination mit anderen Systemen

Die Erdwärmepumpe lässt sich hervorragend mit anderen Energiesystemen kombinieren, wodurch sich sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit der Gesamtanlage steigern lässt. Besonders die Kombination mit Photovoltaik bietet erhebliche Synergieeffekte für die Energieversorgung des Hauses.

Eine Photovoltaik-Anlage kann einen Großteil des Strombedarfs der Erdwärmepumpe decken und führt zu einer Autarkie bei der Wärmeversorgung von bis zu 80 Prozent. Da Erdwärmepumpen auch tagsüber betrieben werden können, wenn die Solarstromerzeugung am höchsten ist, lässt sich der Eigenverbrauch des PV-Stroms optimal maximieren.

Ein Pufferspeicher ermöglicht die optimierte Nutzung von Solarstrom auch zu Zeiten geringerer Sonneneinstrahlung. Der Wärmespeicher kann mit überschüssigem PV-Strom beladen werden und gibt die gespeicherte Energie zeitversetzt ab. Moderne Systeme verfügen über intelligente Steuerungen, die Wettervorhersagen und Strompreise berücksichtigen.

Smart-Home-Integration

Die Integration in Smart-Home-Systeme ermöglicht eine automatische Verbrauchsoptimierung. Die Erdwärmepumpe kann so gesteuert werden, dass sie bevorzugt dann arbeitet, wenn günstiger PV-Strom oder Netzstrom mit niedrigen Tarifen verfügbar ist. Diese intelligente Steuerung kann die Betriebskosten um weitere 10 bis 20 Prozent senken.

Eine Kombination mit Solarthermie ist ebenfalls möglich, allerdings aufgrund der hohen Effizienz der Erdwärmepumpe meist nicht wirtschaftlich sinnvoll. Die Erdwärmepumpe kann Warmwasser bereits sehr effizient erzeugen, sodass eine zusätzliche Solarthermie-Anlage nur geringen Zusatznutzen bringt.

Alternativen zur Erdwärmepumpe

Bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem stehen verschiedene Wärmepumpen-Technologien zur Auswahl, die sich in Kosten, Installationsaufwand und Effizienz unterscheiden. Die Wahl der optimalen Lösung hängt von den spezifischen Gegebenheiten vor Ort ab.

Die Luft Wasser Wärmepumpe stellt die kostengünstigste Alternative dar. Mit Anschaffungskosten zwischen 15.000 und 25.000 Euro liegt sie deutlich unter den Investitionskosten einer Erdwärmepumpe. Die Installation ist einfacher und schneller, da keine Erdarbeiten oder Genehmigungsverfahren erforderlich sind.

Allerdings zeigt die Luftwärmepumpe bei kalten Außentemperaturen eine deutlich geringere Effizienz. Während die Erdwärmepumpe das ganze Jahr über konstante Bedingungen vorfindet, sinkt die Leistungszahl der Luft Wasser Wärmepumpe bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erheblich ab. An sehr kalten Tagen ist möglicherweise ein zusätzlicher Elektroheizstab erforderlich.

Vergleich der Wärmepumpen-Technologien

SystemAnschaffungskostenInstallationEffizienzBesonderheiten
Erdwärmepumpe25.000–40.000 €AufwändigJAZ 4,0–5,5Konstante Effizienz, Kühlfunktion
Luft-Wasser15.000–25.000 €EinfachJAZ 3,0–4,5Wetterabhängig, günstig
Grundwasser20.000–35.000 €Sehr aufwändigJAZ 4,5–6,0Höchste Effizienz, komplexe Genehmigung
Luft-Luft2.000–8.000 €Sehr einfachCOP 3,0–4,0Nur Einzelräume, keine Warmwasserberei-tung

Grundwasserwärmepumpen erreichen die höchste Effizienz aller Wärmepumpensysteme, da Grundwasser ganzjährig Temperaturen zwischen 7 und 12 Grad Celsius aufweist. Allerdings ist die Genehmigung noch komplexer als bei Erdsonden, da zwei Brunnen gebohrt werden müssen und strenge Auflagen zum Grundwasserschutz gelten.

Luft-Luft-Wärmepumpen eignen sich nur für die Beheizung einzelner Räume und können kein Warmwasser bereiten. Sie sind als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen sinnvoll, nicht aber als vollwertiger Ersatz für eine Zentralheizung.

Viele Hausbesitzer konzentrieren sich bei Erdwärmepumpen vor allem auf die Bohrtiefe oder die Art der Kollektoren. Entscheidend ist aber, wie gut die Regelungstechnik abgestimmt ist. Lassen Sie die Heizkurve in den ersten Wochen feinjustieren und dokumentieren Sie den tatsächlichen Verbrauch. Eine optimal eingestellte Regelung holt aus derselben Anlage oft 10 bis 20 Prozent mehr Effizienz heraus – ganz ohne zusätzliche Investition.“

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Fazit zur Erdwärmepumpe

Eine Erdwärmepumpe ist keine Schnellschuss-Lösung, sondern eine Entscheidung für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Sie investieren einmal vergleichsweise hoch – senken dafür aber dauerhaft Ihre laufenden Heizkosten, machen sich unabhängiger von fossilen Brennstoffen und steigern den Wert Ihrer Immobilie. Gerade im sanierten Bestandsgebäude kann Erdwärme ihre Stärken voll ausspielen: stabile Effizienz, leiser Betrieb und auf Wunsch sogar komfortable Kühlung im Sommer.

Gleichzeitig gilt: Erdwärme passt nicht zu jedem Haus und nicht zu jedem Grundstück. Ohne gute Dämmung, passende Heizflächen und geeigneten Boden verschenken Sie Potenzial – oder investieren schlicht zu viel für zu wenig Ergebnis. Ein erfahrener Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experte kann Ihnen hier sehr konkret sagen, was realistisch ist – technisch, wirtschaftlich und förderseitig.

Wenn Sie bereit sind, Ihr Heizsystem wirklich grundlegend zu modernisieren, gehört die Erdwärmepumpe zu den zukunftssichersten Optionen: Sie kombinieren hohe Effizienz mit sehr guten Förderquoten und schaffen sich ein System, das auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch zu den klimapolitischen Anforderungen passt. Dann wird aus der Erdwärmepumpe nicht nur eine neue Heizung – sondern ein wichtiger Baustein für die langfristige Sanierungsstrategie Ihres Hauses.

Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe

Eignet sich eine Erdwärmepumpe für jedes Haus?

Nicht immer. Entscheidend sind eine gute Dämmung, niedrige Vorlauftemperaturen und ausreichend Grundstücksfläche bzw. Bohrmöglichkeiten. Besonders effizient arbeitet eine Erdwärmepumpe in sanierten Gebäuden mit Fußbodenheizung oder großen Heizflächen.

Brauche ich für Erdsonden immer eine Genehmigung?

Ja. Tiefenbohrungen für Erdsonden sind in der Regel wasserrechtlich genehmigungspflichtig. Die Genehmigung prüft, ob Grundwasser, Wasserschutzgebiete oder geologische Bedingungen ein Risiko darstellen. Flächenkollektoren und Erdwärmekörbe sind dagegen meist genehmigungsfrei.

Wie lange dauert die Installation einer Erdwärmepumpe?

Je nach Erschließungsart 2 bis 5 Tage. Flächenkollektoren können oft innerhalb eines Tages verlegt werden, während Erdsonden-Bohrungen zusätzliche Zeit für Bohrarbeiten, Verfüllung und behördliche Abnahmen benötigen.

Wie lange halten Erdsonden und Kollektoren?

Die Erdsonden selbst halten 50 Jahre und länger, da sie keine beweglichen Teile haben. Die eigentliche Wärmepumpe hat eine Lebensdauer von etwa 25 bis 30 Jahren. Der Solekreislauf ist praktisch wartungsfrei und muss nur bei Störungen überprüft werden.

Kann eine Erdwärmepumpe auch kühlen?

Ja. In den meisten Fällen ist passive Kühlung möglich – das System nutzt dabei die kühlen Temperaturen im Erdreich, ohne den energieintensiven Betrieb des Kompressors. Das sorgt für sehr niedrige Kühlkosten und angenehmes Raumklima im Sommer.

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