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Lohnt sich eine Infrarotheizung? Kosten, Vorteile und wann sie rentabel ist

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 14 Min. Lesezeit

Steigende Stromkosten und der Wunsch nach nachhaltigen Heizsystemen lassen viele Hausbesitzer über Heizungsalternativen nachdenken. Infrarotheizungen versprechen niedrige Anschaffungskosten, einfache Installation und wartungsfreien Betrieb – doch lohnt sich eine Infrarotheizung wirklich?

Die Antwort ist nicht pauschal zu geben und hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab. Während Infrarotheizungen in bestimmten Situationen durchaus wirtschaftlich und praktisch sein können, erweisen sie sich in anderen Fällen als kostspieliger Stromfresser.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Infrarotheizungen: von den Anschaffungs- und Betriebskosten über die Funktionsweise bis hin zu den konkreten Einsatzgebieten. So können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, ob sich diese Form der Strahlungsheizung für Ihr Haus oder Ihre Wohnung lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Infrarotheizungen eignen sich wirtschaftlich vor allem für einzelne Räume, die nur kurz oder selten genutzt werden (Bad, Gästezimmer, Hobbyraum).
  • Als Vollheizung sind sie nur in sehr gut gedämmten Gebäuden sinnvoll – und selbst dort in der Regel weniger effizient als eine Wärmepumpe.
  • Hohe Strompreise machen Infrarot-Heizungen bei Dauerbetrieb teuer; in unsanierten Altbauten sind sie fast immer unwirtschaftlich.
  • Mit eigener Photovoltaikanlage + Speicher lassen sich die Betriebskosten deutlich senken (Einsparung mehrere hundert Euro pro Jahr).
  • Für Infrarotheizungen gibt es keine staatliche Förderung

So gehen Sie vor

  1. Gebäudestandard prüfen: Lassen Sie ermitteln, wie hoch Ihr tatsächlicher Heizwärmebedarf ist. In gut gedämmten Gebäuden fällt die Entscheidung leichter – in Altbauten selten sinnvoll.
  2. Nutzungsverhalten analysieren: Überlegen Sie, welche Räume überhaupt dauerhaft beheizt werden müssen – IR lohnt sich vor allem punktuell.
  3. Strompreis und PV-Potenzial prüfen: Eine IR-Heizung wird erst mit eigenem Solarstrom wirtschaftlich interessant. Checken Sie Dachfläche, Ausrichtung und Ertrag.
  4. Professionelle Dimensionierung einholen: Lassen Sie berechnen, wie viele Watt pro Quadratmeter notwendig sind – falsche Leistung führt zu höheren Kosten.
  5. Warmwasserlösung klären: Da Infrarot-Heizungen kein Warmwasser erzeugen, muss ein separates System (z. B. Durchlauferhitzer) mitgeplant werden.
  6. Energieberatung nutzen: Eine unabhängige Beratung zeigt, ob eine Infrarotheizung überhaupt infrage kommt – oder ob Wärmepumpe oder Hybridlösung langfristig günstiger ist.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung genau?

Infrarotheizungen erzeugen Wärme nicht über die Raumluft, sondern durch elektromagnetische Infrarotstrahlung, die auf feste Oberflächen trifft. Die Paneele senden langwellige IR-C-Strahlung aus, die Wände, Böden, Möbel und andere Bauteile im Raum direkt anstrahlt. Diese Oberflächen nehmen die Strahlung auf, erwärmen sich und geben die Wärme anschließend wieder gleichmäßig an den Raum ab. Dadurch entsteht ein sehr stabiles und behagliches Wärmeempfinden, weil die umgebenden Bauteile als große Wärmespeicher wirken. Im Gegensatz zu Konvektionsheizungen entsteht kaum Luftbewegung, und die Temperatur kann subjektiv niedriger eingestellt werden, ohne Komfort einzubüßen.

Infrarotheizung

Lohnt sich eine Infrarotheizung?

Die Wirtschaftlichkeit von Infrarotheizungen hängt entscheidend von mehreren Faktoren ab. Am rentabelsten sind sie in sehr gut gedämmten Gebäuden mit sehr geringem Heizwärmebedarf. In diesen Fällen kann die Infrarotheizung in manchen Szenarien wirtschaftlich betrieben werden – allerdings ist sie selbst dort in der Regel weniger effizient als eine Wärmepumpe.

Besonders wirtschaftlich erweisen sich Infrarot Paneele als Zusatzheizung in selten genutzten Räumen. Gästezimmer, die nur gelegentlich beheizt werden müssen, oder Badezimmer für die morgendliche Nutzung profitieren von der schnellen Aufheizzeit und dem gezielten Wärmeeintrag. Hier spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus: Sie heizt nur dann, wenn tatsächlich Wärme benötigt wird.

Ein entscheidender Faktor für die Rentabilität ist die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von etwa 30 Prozent können die jährlichen Heizkosten um mehrere hundert Euro reduziert werden. Dies macht die Infrarotheizung deutlich attraktiver und verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich.

In Altbauten ohne gute Dämmung hingegen sind Infrarotheizungen meist unwirtschaftlich. Der hohe Heizwärmebedarf führt zu enormen Stromkosten, die deutlich über denen einer Gasheizung oder Wärmepumpe liegen.

Konkrete Berechnungsbeispiele

Für einen 65 m² Neubau mit Effizienzhausstandard liegt der jährliche Energieverbrauch bei etwa 2.000 kWh. Bei Stromkosten von 35 Cent pro kWh entstehen Heizkosten von 700 Euro pro Jahr. In einem unsanierten Altbau mit ähnlicher Größe kann der Verbrauch jedoch auf 7.000 kWh steigen, was Heizkosten von 2.450 Euro jährlich bedeutet.

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Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Infrarotheizung

Die Anschaffungskosten für Infrarotheizungen variieren stark je nach Leistung und Design. Einfache Paneele beginnen bei etwa 65 Euro, während hochwertige Designer-Modelle bis zu 650 Euro pro Paneel kosten können. Für ein durchschnittliches 100 m² Haus müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro inklusive Installation rechnen.

Der Stromverbrauch hängt entscheidend vom energetischen Standard des Gebäudes ab. In sanierten Altbauten liegt der Bedarf bei 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter, während gut gedämmte Neubauten mit 40 bis 70 Watt pro Quadratmeter auskommen.

Ein praxisnahes Beispiel: Eine 100 m² Wohnung in einem durchschnittlich gedämmten Gebäude verbraucht etwa 8.000 kWh pro Jahr. Bei Stromkosten von 27 Cent pro kWh entstehen jährliche Betriebskosten von rund 2.700 Euro.

Vergleich mit anderen Heizsystemen

Im direkten Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Betriebskosten:

HeizsystemAnschaffung (100m²)Jährliche KostenWartung/Jahr
Infrarotheizung3.000-6.000€2.500€0€
Gasheizung8.000-12.000€2.000€200€
Wärmepumpe15.000-25.000€realistisch eher 1.500–2.000€150€

Ein großer Vorteil der Infrarotheizung sind die fehlenden Wartungskosten. Während bei einer Gasheizung jährlich etwa 200 Euro für Schornsteinfeger und Wartung anfallen, benötigen Infrarotheizungen praktisch keine Wartung. Die Lebensdauer wird mit 15 bis 20 Jahren angegeben.

Funktionsweise und Effizienz

Das Funktionsprinzip einer Infrarotheizung unterscheidet sich grundlegend von konventionellen Heizsystemen. Statt die Raumluft zu erwärmen, geben Infrarotheizungen langwellige IR-C Strahlung ab, die Wände, Böden und Gegenstände im Raum direkt erwärmt. Diese geben die Wärme dann gleichmäßig an die Umgebung ab.

Diese Art der Wärmeerzeugung bringt einen entscheidenden Komfortvorteil: Die Strahlungswärme ermöglicht es, die Raumtemperatur um 2 bis 3 Grad zu senken, ohne dass der Wärmekomfort leidet. Das subjektive Wärmeempfinden entspricht dem angenehmen Gefühl beim Sonnenbaden.

Der Wirkungsgrad von Infrarotheizungen liegt bei nahezu 100 Prozent – praktisch die gesamte elektrische Energie wird in Wärme umgewandelt. Dabei werden etwa 60 bis 70 Prozent als Infrarotstrahlung abgegeben, der Rest als Konvektionswärme an die Raumluft.

Die Aufheizzeiten sind bemerkenswert kurz: Glas-Infrarotpaneele erreichen ihre Betriebstemperatur binnen 8 bis 10 Minuten, Naturstein-Paneele benötigen je nach Modell meist zwischen 20 und 45 Minuten. Sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, schaltet sich die Heizung automatisch ab – ein weiterer Effizienzfaktor.

Tipp

Heizen Sie mit Infrarot nur Räume, die wirklich Wärme benötigen. In Bad und Gästezimmer können Infrarotpaneele im Vergleich zu Durchlaufbetrieb einer Zentralheizung spürbare Kostenvorteile bringen.

Vor- und Nachteile der Infrarotheizung im Detail

Vorteile der Infrarotheizung

Die geringen Anschaffungskosten stellen einen der größten Vorteile dar. Im Vergleich zu Gasheizungen oder Wärmepumpen ist die Investition deutlich niedriger, was besonders für Bauherren mit begrenztem Budget interessant ist.

Die einfache Installation ohne aufwändige Rohrleitungen macht Infrarotheizungen besonders attraktiv. Es wird lediglich ein Stromanschluss benötigt – weder Schornstein noch komplexe Verrohrung sind erforderlich. Die Montage erfolgt meist als einfache Wandmontage oder an der Decke.

Der wartungsfreie Betrieb spart langfristig Kosten. Während andere Heizsysteme regelmäßige Wartung durch den Schornsteinfeger oder Heizungstechniker benötigen, arbeiten Infrarotheizungen praktisch wartungsfrei über ihre gesamte Lebensdauer.

Ein wichtiger Gesundheitsvorteil ist die Schimmelprävention durch Erwärmung der Wände. Die Wärmestrahlung hält Bauteile trocken und verhindert so die Entstehung von Schimmel an kritischen Stellen. Gleichzeitig sind die Heizungen allergikerfreundlich, da sie keine Staubaufwirbelung verursachen.

Die flexible Designvielfalt ermöglicht eine unauffällige Integration in jeden Raum. Infrarotheizungen sind als Spiegel, Bild oder in verschiedenen Materialien wie Naturstein verfügbar. Die schnelle und gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt für angenehmes Raumklima ohne Zugerscheinungen.

Nachteile der Infrarotheizung

Der größte Nachteil sind die hohen Betriebskosten bei dauerhaftem Betrieb und aktuellen Strompreisen. Besonders in schlecht gedämmten Gebäuden können die jährlichen Heizkosten deutlich über denen konventioneller Systeme liegen.

Die Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen stellt ein weiteres Risiko dar. Während die Preise für Gas oder Öl ebenfalls schwanken, sind Hausbesitzer mit Infrarotheizungen vollständig von der Strompreisentwicklung abhängig.

Ein praktischer Nachteil ist das Fehlen eines integrierten Systems zur Warmwasserbereitung. Für die Bereitstellung von warmem Wasser ist ein separates Gerät wie ein elektrischer Durchlauferhitzer oder Boiler erforderlich.

Die begrenzte Heizleistung für große Räume oder schlecht gedämmte Gebäude kann problematisch werden. In Altbauten reicht die Leistung oft nicht aus, um eine gleichmäßige Beheizung aller Bereiche zu gewährleisten.

Nach dem Abschalten kühlen die Räume relativ schnell wieder ab, da die Wärmespeicherung begrenzt ist. Nur bei Nutzung von Ökostrom ist die Umweltbilanz positiv – mit dem deutschen Strommix liegt der CO₂-Ausstoß deutlich höher als bei anderen Heizsystemen.

Hinweis

Achten Sie bei Infrarotpaneelen unbedingt auf eine exakte Watt-Auslegung. Unterdimensionierte Geräte laufen dauerhaft auf Volllast – das treibt den Stromverbrauch stark nach oben und sorgt trotzdem für zu wenig Wärme.

Für welche Räume und Gebäude sind IR-Heizungen geeignet?

Infrarotheizungen entfalten ihre Stärken vor allem in kleinen Räumen bis 20 m² mit kurzer Nutzungsdauer. Das Badezimmer ist ein klassisches Einsatzgebiet, da hier schnelle Wärme für die morgendliche Nutzung benötigt wird und die Heizung anschließend wieder abgeschaltet werden kann.

In Gästezimmern, Hobbyräumen oder Wintergärten bewähren sich die Heizungen als Zusatzheizung hervorragend. Hier steht nicht die Dauerbeheizung im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, bei Bedarf schnell für angenehme Temperaturen zu sorgen.

Sehr gut gedämmte Neubauten bieten grundsätzlich geeignete Voraussetzungen für den Betrieb einer Infrarotheizung – wirtschaftlich ist eine Wärmepumpe dort aber in der Regel die deutlich effizientere Lösung.

Für Ferienhäuser oder Gartenlauben mit gelegentlicher Nutzung sind Infrarotheizungen praktisch unschlagbar. Die sofortige Verfügbarkeit ohne Vorlaufzeiten und der wartungsfreie Betrieb machen sie zur idealen Lösung für temporär genutzte Gebäude.

Nicht empfohlen werden Infrarotheizungen als Hauptheizung in Altbauten ohne energetische Sanierung. Hier führen die hohen Wärmeverluste zu unwirtschaftlich hohen Stromkosten, die deutlich über denen einer modernen Gasheizung oder Wärmepumpe liegen.

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Kombination mit Photovoltaik

Die Kombination einer Infrarotheizung mit einer eigenen Photovoltaikanlage kann die Wirtschaftlichkeit verbessern. Eine 5-kWp-Solaranlage kann – je nach Standort – etwa 4.000 bis 5.200 kWh Strom pro Jahr erzeugen und damit einen Teil des Heizbedarfs decken.

Allerdings ist ein Heimspeicher praktisch unverzichtbar, da der Heizbedarf hauptsächlich abends und in den Wintermonaten auftritt, wenn die Solarproduktion gering ist. Intelligente Thermostate können den Eigenverbrauch optimieren, indem sie die Heizung bevorzugt dann einschalten, wenn Solarstrom verfügbar ist.

Bei einem realistischen Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent reduzieren sich die jährlichen Heizkosten um etwa 500 bis 800 Euro. Diese Einsparung macht die höheren Stromkosten teilweise wett und verbessert die Gesamtwirtschaftlichkeit.

Ein wichtiger rechtlicher Aspekt: Ab 2028 müssen neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Eine Infrarotheizung kann diese Vorgabe nur dann erfüllen, wenn nachweislich ausreichend erneuerbarer Strom genutzt wird – etwa durch zertifizierten Ökostrom oder eine entsprechend dimensionierte PV-Anlage mit Speicher.

Photovoltaik auf Dach

Rechtliche Aspek­te und Förderung

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) erlaubt elektrische Direktheizungen grundsätzlich, sofern die Gesamtanforderungen an den Primärenergiebedarf des Gebäudes eingehalten werden. Das bedeutet: Sie sind meist nur in Gebäuden mit sehr geringem Heizwärmebedarf sinnvoll einsetzbar.

Ab 2028 tritt die Verpflichtung in Kraft, dass mindestens 65 Prozent der Heizenergie aus erneuerbaren Quellen stammen müssen. Für Infrarotheizungen bedeutet dies praktisch die Nutzung erneuerbaren Stroms – entweder aus Ökostromtarifen oder einer eigenen PV-Anlage mit ausreichend hohem Beitrag.

Eine wichtige Vorschrift betrifft die Regelungstechnik: Nach der EU-Verordnung 2015/1188 müssen alle elektrischen Raumheizgeräte mit einer elektronischen Raumtemperaturkontrolle ausgestattet sein. Einfache mechanische Thermostate sind nicht mehr zulässig.

In Mehrfamilienhäusern gelten spezielle Wärmeschutzauflagen, die den Einsatz von Infrarotheizungen praktisch auf sehr gut gedämmte Neubauten beschränken.

Ein Nachteil aus finanzieller Sicht: Für reine Infrarotheizungen stehen keine staatlichen Förderungen zur Verfügung. Während Wärmepumpen oder Pelletheizungen mit bis zu 70 Prozent bezuschusst werden, müssen Infrarotheizungen vollständig selbst finanziert werden. Lediglich die Kombination mit einer PV-Anlage kann über entsprechende Solarprogramme gefördert werden.

Installation und Montage der Infrarotheizung

Die Installation von Infrarotheizungen ist denkbar einfach und kann in vielen Fällen auch von handwerklich versierten Hausbesitzern selbst durchgeführt werden. Die flexible Montage an Wand oder Decke erfolgt mit einem einfachen Montageset, das meist im Lieferumfang enthalten ist.

Für die optimale Wärmeverteilung sollten die Paneele in einer Höhe von 1,80 bis 2,00 Metern montiert werden. Dabei ist ein Abstand von 30 Zentimetern zu Möbeln und 10 Zentimetern zur Wand einzuhalten, um eine ordnungsgemäße Luftzirkulation zu gewährleisten.

Der einzige erforderliche Anschluss ist ein normaler 230-Volt-Stromanschluss. Aufwändige Installationen wie bei wasserbasierten Heizsystemen entfallen vollständig. Bei der Planung mehrerer Räume sollte jedoch die elektrische Gesamtlast berücksichtigt und gegebenenfalls der Hausanschluss verstärkt werden.

Die Temperaturregelung erfolgt wahlweise über separate Thermostate oder integrierte Regelungen. Moderne Systeme bieten auch Smart-Home-Anbindung für die Steuerung per App oder die Integration in ein übergeordnetes Gebäudeleitsystem.

Obwohl die Installation grundsätzlich einfach ist, empfiehlt sich eine professionelle Beratung für die optimale Standortwahl und Dimensionierung. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Heizleistung ausreicht und die Wärmeverteilung gleichmäßig erfolgt.

Infrarotheizungen können eine sinnvolle Ergänzung sein – aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. In der Praxis sehe ich oft, dass die Geräte ohne Gebäudebewertung und ohne PV installiert werden. Genau dort entstehen später die hohen Stromkosten. Wer vorher berechnet, wie viel Wärme ein Raum wirklich braucht und wie hoch der Solarstromanteil sein kann, vermeidet Fehlentscheidungen und spart langfristig Geld.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Fazit: Wann lohnt sich eine Infrarotheizung wirklich?

Die Frage “Lohnt sich eine Infrarotheizung?” lässt sich nicht pauschal beantworten – die Antwort hängt entscheidend von den individuellen Gegebenheiten ab.

Als Vollheizung macht eine Infrarotheizung nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Heizwärmebedarf Sinn. In diesen Fällen können die Betriebskosten akzeptabel sein – eine Wärmepumpe bleibt dort jedoch fast immer die wirtschaftlichere Lösung.

Ideal geeignet sind Infrarotheizungen als Zusatzheizung für gezieltes, zeitlich begrenztes Heizen. In Badezimmern, Gästezimmern oder anderen selten genutzten Räumen spielen sie ihre Vorteile voll aus: schnelle Verfügbarkeit, wartungsfreier Betrieb und geringe Anschaffungskosten.

Mit einer eigenen Photovoltaikanlage wird die Infrarotheizung deutlich wirtschaftlicher und umweltfreundlicher. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent können die jährlichen Heizkosten um mehrere hundert Euro reduziert werden.

Als Alternative zu Gas- oder Ölheizungen kommt die Infrarotheizung vor allem bei stark steigenden Preisen für fossile Brennstoffe in Betracht. Die Unabhängigkeit von Gasimporten und schwankenden Rohstoffpreisen kann langfristig ein wichtiger Vorteil sein.

Die Investition lohnt sich vor allem wegen der geringen Anschaffungs- und Wartungskosten. Während eine neue Gasheizung schnell 10.000 Euro oder mehr kostet, ist eine Infrarotheizung bereits für einen Bruchteil davon erhältlich.

Unser Rat: Bevor Sie sich für oder gegen eine Infrarotheizung entscheiden, sollten Sie unbedingt eine professionelle Energieberatung in Anspruch nehmen. Nur eine individuelle Analyse Ihrer Wohnsituation, des Gebäudestandards und Ihres Nutzungsverhaltens kann eine fundierte Entscheidungsgrundlage schaffen. So stellen Sie sicher, dass Ihre neue Heizung nicht nur heute, sondern auch in Zukunft die richtige Wahl ist.

Häufige Fragen zur Infrarotheizung

Sind Infrarotheizungen günstiger als Wärmepumpen?

Nein. Infrarotheizungen wandeln Strom 1:1 in Wärme um. Wärmepumpen nutzen Umweltenergie und erreichen Wirkungsgrade von 300–400 %. Dadurch sind Wärmepumpen im laufenden Betrieb fast immer deutlich günstiger.

Eignen sich Infrarotheizungen für Altbauten?

Nur in seltenen Fällen. In unsanierten Altbauten ist der Wärmebedarf hoch – damit steigen die Stromkosten enorm. Als Punktheizung für einzelne Räume kann IR jedoch funktionieren.

Welche Räume sind ideal für Infrarotheizungen?

Räume mit kurzer Nutzungsdauer: Bad, Gästezimmer, Arbeitszimmer, Hobbyraum, Wintergarten. Hier zählt die schnelle Wärmeentwicklung.

Kann eine Infrarotheizung die 65-Prozent-EE-Pflicht erfüllen?

Ja – aber nur, wenn der Strom nachweislich zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Quellen stammt, z. B. durch zertifizierten Ökostrom oder eine ausreichend dimensionierte PV-Anlage mit Speicher.

Gibt es staatliche Förderung für Infrarotheizungen?

Nein. Reine Elektro-Direktheizungen werden nicht gefördert. Förderfähig ist nur die Photovoltaikanlage, die Sie zur Kostensenkung kombinieren können.

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