Die Sanierung eines Altbaus ist für viele Hauseigentümer eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Gestiegene Heizkosten, verschärfte gesetzliche Anforderungen durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und attraktive Förderprogramme machen das Thema aktueller denn je. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Maßnahmen sinnvoll sind, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie Sie staatliche Fördermittel optimal nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Altbausanierung kann den Energieverbrauch um 60–80 % senken – und steigert gleichzeitig den Immobilienwert
- Die größten Hebel sind Dämmung, Fenster und Heizung – idealerweise in dieser Reihenfolge
- Förderungen über die BEG betragen 15–20 % Zuschuss, mit iSFP sogar bis zu 20 %
- Eine Wärmepumpe kostet realistisch 25.000–45.000 € vor Förderung
- Eine gute Planung verhindert teure Fehler wie überdimensionierte Heizungen oder doppelte Arbeiten
So gehen Sie vor
- Bestandsaufnahme durchführen: Lassen Sie Ihr Gebäude energetisch analysieren – idealerweise mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)
- Sanierungsziel festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie eine Teilsanierung oder ein Effizienzhaus-Niveau erreichen möchten
- Förderung sichern: Stellen Sie Förderanträge unbedingt vor Beginn der Maßnahmen
- Reihenfolge beachten: Erst Gebäudehülle verbessern (Dach, Fassade, Fenster), dann die Heizung erneuern
- Maßnahmen umsetzen: Arbeiten Sie mit Fachbetrieben und lassen Sie die Umsetzung energetisch begleiten
Altbau sanieren – was bedeutet das konkret?
Einen Altbau zu sanieren bedeutet, ein bestehendes Gebäude in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen – sowohl baulich als auch energetisch. Im Kern geht es dabei um zwei parallele Ziele: die Wiederherstellung einer intakten Bausubstanz (Statik, Feuchtigkeit, Schadstoffe) und die deutliche Verbesserung der Energieeffizienz durch Dämmung, moderne Heizungssysteme und neue Fenster.
Typische Altbauten lassen sich nach Baujahr einordnen. Gebäude vor 1949, also Gründerzeit- und Jugendstilbauten, weisen meist massive Ziegelwände ohne jede Dämmung auf. Häuser aus der Zeit zwischen 1950 und 1978 entstanden während der Ölkrise und haben oft schlechte Isolierung sowie veraltete Nachtspeicheröfen. Bauten von 1979 bis 1995 erfüllen zwar erste Wärmeschutzverordnungen, sind aber nach heutigen Standards dennoch ineffizient.
Die energetische Sanierung steht besonders im Fokus: Seit 2021 sind die Energiepreise – insbesondere für Gas – zeitweise deutlich gestiegen, teils um über 100 %, haben sich seit 2023 jedoch wieder teilweise stabilisiert. Auch das GEG setzt je nach Bauteil unterschiedliche Anforderungen, z. B. etwa 0,24 W/m²K für Außenwände und strengere Werte von rund 0,14–0,20 W/m²K für Dächer.
Ein konkretes Beispiel: Ein Gründerzeit-Reihenhaus von 1920 in München mit Feuchtigkeit im Keller und undichten Fenstern verbraucht oft 250 kWh/m²a Endenergie – durch eine fachgerechte Altbausanierung lässt sich dieser Wert auf unter 100 kWh/m²a senken.
Was kostet es, einen Altbau zu sanieren?
Die Sanierungskosten variieren stark je nach Ausgangszustand und Umfang. Als grobe Richtwerte gelten:
- Energetische Teilsanierung (Dämmung und Heizung): 400–800 €/m²
- Umfassende Kernsanierung inkl. Technik und Innenausbau: 800–1.500 €/m²
Ein konkretes Beispielhaus verdeutlicht die Größenordnung: Ein typisches Einfamilienhaus Baujahr 1965 mit 130 m² Wohnfläche benötigt folgende Investitionen:
- Dachsanierung (50 m² à 200 €/m²): 10.000 €
- Fassadendämmung WDVS (200 m² à 150 €/m²): 30.000 €
- Fensteraustausch (20 Stück à 800 €): 16.000 €
- Heizungstausch auf Wärmepumpe: 25.000-45000 €
- Gesamtkosten: ca. 71.000 € (etwa 550 €/m²)
Verdeckte Mängel wie Asbest in Dachziegeln, Feuchtigkeit oder verrottete Wasserleitungen treiben die Kosten häufig nach oben. Experten empfehlen daher einen Puffer von 10–20 %, was im Beispiel bis zu 85.000 € bedeuten kann.
Die wichtigsten Kostentreiber sind der Gebäudezustand, der gewünschte Effizienzstandard (Effizienzhaus 85 erfordert weniger Invest als EH 70), mögliche Denkmalschutzauflagen und Handwerkerpreise – regionale Preisunterschiede bestehen, sind jedoch stark abhängig von Auslastung, Gewerk und Region und lassen sich nicht pauschal beziffern.
Erhebliche Einsparpotenziale bieten Förderungen: BEG-Zuschüsse (15–20 %) plus der iSFP-Bonus (5 %) können die Nettokosten um 25–30 % reduzieren. Im Beispiel wären das bis zu 15.000 € Förderung.
Jetzt prüfen, ob wir auch in
Ihrer Region aktiv sind.
Altbau sanieren oder neu bauen?
Die Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau ist komplex und hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Neubau als Effizienzhaus 40 kostet 2.500–3.500 €/m² und erreicht einen planbaren Endenergiebedarf von 15–25 kWh/m²a. Ein sanierter Altbau auf EH 85-Niveau liegt bei 800–1.500 €/m², endet aber typischerweise bei 70–100 kWh/m²a – mit dem Risiko unvorhersehbarer Mängel.
Ein konkretes Szenario: Ein unsanierter Altbau von 1930 mit 120 m² kostet in der Anschaffung 300.000 € plus 120.000 € Sanierung – Gesamtkosten rund 350.000 € bei 85 kWh/m²a. Ein vergleichbarer Neubau liegt bei 400.000 €, erreicht aber 20 kWh/m²a.
Der Ressourcenaspekt spricht für die Sanierung: Sie spart bis zu 50 % graue Energie durch Vermeidung eines Abrisses, reduziert Flächenversiegelung und bewahrt gewachsene Quartiere. Studien zeigen, dass 70 % der Käufer wegen des Preises Altbauten wählen, aber 40 % bei verfügbarem Bauland zum Neubau greifen würden.
Die Entscheidung hängt letztlich von Lage (städtisch oft Sanierung sinnvoller), Bauzustand (unter 50 % Restwert eher Abriss), Denkmalschutz, persönlicher Bindung und Fördermöglichkeiten ab. Eine neutrale Energieberatung durch Enwendo hilft, Sanierungspotenziale und realistische Zielstandards vor einem Neubauentschluss zu prüfen.
Was ist beim Kauf eines Altbaus wichtig?
Vor dem Kauf eines alten Hauses ist eine systematische Prüfung essenziell, da Sanierungsrisiken 20–50 % des Kaufpreises betragen können.
Bausubstanz prüfen: Achten Sie auf Risse (Statikschäden), Feuchtigkeit im Keller (Sanierung bis 10.000 €), Dachzustand mit möglichem Ziegelbruch und allgemeinen Zustand der Wände und Decken.
Haustechnik bewerten: Heizungen älter als 30 Jahre unterliegen der GEG-Pflichttauschregelung. Elektroinstallationen vor 1973 bergen Brandrisiken, alte Stahl- oder Bleirohre Korrosionsgefahr.
Energetischer Zustand: Ungedämmte Wände mit U-Werten von 1,2–1,5 W/m²K und Einfachverglasung bedeuten hohe Heizkosten.
Rechtliche Aspekte: Grundbuch auf Dienstbarkeiten prüfen, Baulastenverzeichnis einsehen, Baugenehmigungen für Anbauten und Dachausbauten erfragen.
Bei Häusern vor 1970 sollten Sie besonders auf Asbest (in Dach, Rohren, Böden – Entfernung 50–100 €/m²), alte Nachtspeicheröfen (Rückbaukosten können stark variieren) und teerhaltige Abdichtungen achten. Ein Beispiel: Bei einem 1958er Haus in NRW deckte eine Besichtigung mit Sachverständigem Feuchteflecken und eine alte Ölheizung auf – die Mängelliste belief sich auf 40.000 €.
Tipp
Besichtigen Sie einen Altbau nur mit Fachleuten. Enwendo kann vor dem Kauf eine unabhängige energetische Einschätzung geben, inklusive Abschätzung förderfähiger Maßnahmen
Besonderheiten bei denkmalgeschützten Altbauten
Denkmalschutz bringt besondere Anforderungen mit sich: Gestaltungsvorgaben für Fassade, Dach und Fenster erfordern stets Abstimmung mit der Denkmalbehörde. WDVS-Systeme sind meist nicht erlaubt, stattdessen kommen Innendämmung oder Klinkerreparaturen zum Einsatz.
Bei einem Gründerzeithaus von 1905 in Berlin bedeutet das zum Beispiel eine Innendämmung mit Holzfaser (U ≤ 0,24 W/m²K) statt Außendämmung. Bei einem Fachwerkhaus von 1890 in Niedersachsen sind dampfdiffusionsoffene Systeme gegen Schimmel erforderlich. Holz-Kastenfenster mit Ug 0,8 W/m²K ersetzen dabei Kunststofffenster, die in Denkmälern unzulässig sind.
Steuerlich bietet der Denkmalschutz erhebliche Vorteile: Nach §§ 7h, 7i EStG können bei selbstgenutzten Immobilien bis zu 90 % der Sanierungskosten über 10 Jahre abgeschrieben werden (9 % pro Jahr). Bei 100.000 € Sanierungskosten ergibt das 9.000 € jährliche Steuerersparnis.
Zusätzlich bieten Länder wie NRW eigene Förderprogramme (bis 20 % extra), die mit der BEG kombinierbar sein können. Typische Stolperfallen: Unzulässige Kunststofffenster zum Beispiel können einen Neueinbau für ca. 10.000 € bedeuten.
Vor der Sanierung: Analyse und Planung
Jede erfolgreiche Altbausanierung beginnt mit einer fundierten Bestandsaufnahme. Diese umfasst Bausubstanz, Wärmeverluste, Heizlast sowie Feuchte- und Schimmelrisiken. Die Vor-Ort-Energieberatung nach BEG-Standard beinhaltet eine Begehung, Aufnahme aller Bauteile, Berechnung des Energieverbrauchs nach DIN V 18599 und Ermittlung von Schwachstellen.
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist dabei das zentrale Planungsinstrument: Er zeigt einen schrittweisen Plan über 10–15 Jahre mit priorisierten Maßnahmenpaketen – beispielsweise 2025 zuerst die Hülle, 2030 dann die Heizung.
Ein wichtiger Vorteil: Mit iSFP erhalten Sie einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten für viele Einzelmaßnahmen. Statt 15 % werden dann 20 % Zuschuss gewährt – bei einer 50.000 €-Maßnahme sind das 10.000 € statt 7.500 €.
Enwendo erstellt solche iSFPs bundesweit mit zertifizierten Energieeffizienz-Experten und weist dabei alle Förderoptionen konkret aus.
Die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen im Altbau
Die Sanierungsmaßnahmen müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden: Erst optimieren Sie die Gebäudehülle, dann dimensionieren Sie die Heizung. So vermeiden Sie eine überdimensionierte Wärmepumpe, die ineffizient arbeitet.
Typische Bauteile einer Altbausanierung sind Dach, oberste Geschossdecke, Außenwände, Kellerdecke, Fenster und Türen, Heizungsanlage, Lüftung und gegebenenfalls eine PV-Anlage. Moderne Sanierungen streben häufig einen Energiestandard wie Effizienzhaus 70 oder 85 an und übertreffen damit die GEG-Anforderungen deutlich.
Dach und oberste Geschossdecke
Über das Dach gehen in unsanierten Häusern oft 15–25 % der Wärme verloren. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist häufig die günstigste Maßnahme: Aufblaswolle kostet 40–80 €/m² und erreicht U-Werte von ≤ 0,20 W/m²K.
Eine komplette Dachdämmung inklusive Eindeckung liegt bei 180–300 €/m² und sollte U-Werte von ≤ 0,14 W/m²K erreichen. Wichtig sind dabei Dampfbremse und Unterspannbahn für den Feuchteschutz.
Bei Dachsanierungen müssen Statik, Luftdichtheit und Feuchteschutz sorgfältig geplant werden. Ein Energieberater hilft, Wärmebrücken an Gauben oder Kehlbalkenbereichen zu identifizieren und den Aufbau sicher zu planen.
Außenwände und Kellerdecke
Ungedämmte Außenwände – etwa 30-cm-Ziegel von 1930 – verursachen 30–40 % der Wärmeverluste bei U-Werten von 1,2–1,5 W/m²K.
Die wichtigsten Dämmsysteme:
- WDVS (16–20 cm EPS): 120–200 €/m², Ziel-U-Wert ≤ 0,20 W/m²K
- Hinterlüftete Vorhangfassade: für Denkmäler geeignet
- Innendämmung: bei denkmalgeschützten Fassaden
Die Kellerdeckendämmung ist ein unterschätzter Hebel: Mit 30–60 €/m² und Ziel-U-Wert ≤ 0,24 W/m²K sparen Sie 5–10 % Heizenergie.
Hinweis
Feuchteprobleme im Sockelbereich erfordern ein bauphysikalisches Konzept mit Kapillarbarriere und Simulationssoftware, damit kein Schimmel entsteht. Enwendo berät bei der Auswahl von Dämmstoffen (Mineralwolle, Holzfaser, EPS) objektiv nach Brandschutz, Ökologie und Kosten.
Fenster und Türen
Einfach- oder alte Isolierverglasungen zwischen 1970 und 1995 erzeugen hohe Wärmeverluste und Zugluft. Moderne 3-fach-Verglasung erreicht Ug-Werte von 0,5–0,7 W/m²K, förderfähige Fenster müssen UW-Werte ≤ 1,0 W/m²K erfüllen.
Beispiel: Der Austausch von 15 Fenstern in einem Haus von 1972 kostet bei 800 € pro Fenster rund 12.000 €. Einsparungen hängen stark vom Gebäude ab und liegen häufig im Bereich von 5–10 % des Heizenergiebedarfs.
Dichtere Gebäudehüllen erfordern ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, um Schimmel zu vermeiden. Bei denkmalgeschützten Häusern müssen häufig Holzfenster mit besonderem Profil eingesetzt werden – dennoch sind gute energetische Werte erreichbar. Der Sanierungsfahrplan legt fest, ob Fenster vor oder nach der Fassadendämmung ausgetauscht werden sollten.
Heizung, Warmwasser und Lüftung
Viele Altbauten nutzen noch Öl- oder Gasheizungen von vor 1990 mit Verbräuchen von 200–300 kWh/m²a. Das GEG 2024 fordert bei neuen Heizungen 65 % erneuerbare Energie – starke Anreize bestehen für Wärmepumpen, Biomassekessel und Hybridlösungen.
Die Heizlastberechnung ist entscheidend: Nach einer Dämmung halbiert sich der Bedarf oft, sodass kleinere Systeme ausreichen. Bei der Warmwasserbereitung empfehlen sich zentrale Anlagen mit Frischwasserstation, solarthermische Unterstützung oder Einbindung einer PV-Anlage.
Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (80-95 % Rückgewinnung) sind ein wichtiger Baustein zur Schimmelprävention und verbessern die Luftqualität erheblich.
Fördermittel für die Altbausanierung (BAFA, KfW & Co.)
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist der zentrale Rahmen für alle Fördermöglichkeiten. Sie besteht aus zwei Bausteinen: Zuschüsse für Einzelmaßnahmen (v.a. BAFA) und Kredite und Zuschüsse für Effizienzhaus-Sanierungen über die KfW im Rahmen der BEG.
Die Förderhöhe: 15 % Grundförderung für viele Einzelmaßnahmen plus 5 % iSFP-Bonus, maximal 60.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Programme wie Stadtwerke-Boni oder regionale Klima-Förderprogramme.
Beispiel: Eine Fassadendämmung für 40.000 € mit 20 % Zuschuss ergibt 8.000 € Förderung. Enwendo integriert Fördermittel aktiv in die Planung und hilft bei der Antragsvorbereitung.
BAFA-Zuschüsse für energetische Einzelmaßnahmen
Das BAFA fördert typische Altbaumaßnahmen wie Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, Fensteraustausch sowie effiziente Lüftungsanlagen. Die Förderquoten liegen bei 15–20 % je nach Maßnahmegruppe.
Der Antrag muss VOR Vorhabenbeginn gestellt werden – kein Bau- oder Liefervertrag ohne bestätigten Antrag (Ausnahme: aufschiebend bedingte Verträge).
Rechenbeispiel: Fassadendämmung für 30.000 € mit 15 % Grundzuschuss plus 5 % iSFP-Bonus ergibt 20 % = 6.000 € Zuschuss.
Die Einbindung eines Energie-Effizienz-Experten ist für fast alle geförderten Maßnahmen verpflichtend – diese Beratungsleistung selbst wird zu 50 % gefördert.
KfW-Kredite für Effizienzhaus-Sanierungen
Die KfW bietet im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG, Programme 261/262) zinsgünstige Kredite sowie Zuschüsse für die Sanierung zum Effizienzhaus. Typische Zielstandards sind Effizienzhaus 85 oder 70 – je besser der erreichte Effizienzstandard, desto höher fällt die Förderung aus.
Der Förderrahmen: Kredite von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit sind möglich. Zusätzlich werden Zuschüsse gewährt, deren Höhe vom erreichten Effizienzhaus-Niveau abhängt. Bei Effizienzhaus 85 fällt die Förderung deutlich geringer aus als bei ambitionierteren Standards wie EH 70 oder EH 55.
Eine ganzheitliche Planung inklusive iSFP ist notwendig, um diese Standards sicher zu erreichen.
Weitere Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten
Die steuerliche Förderung nach § 35c EStG bietet eine Alternative: 20 % Steuerermäßigung verteilt über drei Jahre für energetische Einzelmaßnahmen an selbstgenutzten Wohngebäuden – maximal 40.000 € pro Objekt. Bei einer 10.000 €-Maßnahme ergibt das 2.000 € Steuerersparnis.
Einzelne Kommunen legen eigene Programme für PV-Anlagen, Dachbegrünung oder Lüftung auf. Barrierefreiheit und Einbruchschutz lassen sich als ergänzende Förderthemen mit energetischer Sanierung kombinieren.
Banken bieten Modernisierungsdarlehen mit günstigeren Zinsen, wenn eine KfW-/BAFA-Förderung und ein tragfähiger Plan vorliegen.
Wann reicht eine Renovierung – wann ist eine Komplettsanierung nötig?
Die Begriffe werden oft verwechselt – hier die Abgrenzung:
- Renovierung: Optische Maßnahmen wie Malerarbeiten (ca. 20 €/m²), Bodenbeläge
- Modernisierung: Anheben auf zeitgemäßen Standard (neue Fenster, Dämmung)
- Sanierung: Beseitigung gravierender Schäden (Hausschwamm bis 50.000 €, Statikprobleme)
Eine Komplettsanierung ist erforderlich, wenn Tragwerk, Haustechnik und energetischer Zustand stark veraltet oder schadhaft sind. Ein typisches Beispiel: Ein Haus von 1935 mit Feuchteproblemen, Elektrik von 1960 und Heizkessel von 1980 erfordert grundlegende Eingriffe.
Bei Häusern vor 1960 sollten Sie grundsätzlich Statik, Holzbauteile, Feuchte und Schadstoffe fachlich bewerten lassen. Ein Sanierungsfahrplan von Enwendo hilft, aus einer möglichen Komplettsanierung etappenweise, finanzierbare Schritte zu machen.
Sanierungsablauf im Altbau: Schritt für Schritt zum effizienten Haus
Ein strukturierter Ablauf spart Geld, Zeit und Nerven – besonders bei bewohntem Altbau.
Die typische Reihenfolge beginnt mit Bestandsanalyse und Energieberatung, gefolgt von Zieldefinition und Sanierungsfahrplan. Dann kommen die Förderanträge, erst danach Detailplanung und Ausschreibung. Die Umsetzung startet mit Rohbau und Bausubstanz (Dach, Abdichtung), dann folgt die Gebäudehülle, anschließend Anlagentechnik (Heizung, Lüftung) und zuletzt der Innenausbau.
Konkrete Zeiträume: Eine kleinere Teilsanierung dauert 3–6 Monate, eine umfangreiche Komplettsanierung 9–18 Monate – abhängig von Umfang und Handwerkskapazitäten.
Energetische Maßnahmen sollten stets vor Oberflächenarbeiten erfolgen. Enwendo legt bereits in der frühen Phase mit den Eigentümern Prioritäten und einen Zeitplan fest, damit Förderfristen eingehalten werden.
Typische Stolperfallen bei der Altbausanierung
Die häufigsten Fehler kosten Zeit und Geld:
- Arbeiten ohne Förderantrag beginnen: Förderverlust von 20 % und mehr
- Reihenfolge vertauschen: Neue Heizung vor Dämmung führt zu Überdimensionierung um 30 %
- Kein Lüftungskonzept: Schimmelgefahr bei dichterer Hülle
- Schadstoffe ignorieren: Asbest-Überraschungen verursachen 10.000 € extra
Ein Praxisfall: Ein Eigentümer tauschte 2023 seine 25 Jahre alte Gasheizung ohne Förderberatung. Später ärgerte er sich über verpasste Wärmepumpenförderung und eine suboptimale Systemwahl – die Anlage war fürs unsanierte Haus zu groß.
Fehlende Koordination zwischen Gewerken führt zu Feuchteschäden, Wärmebrücken oder Problemen bei der Abnahme. Enwendo als Ansprechpartner für die energetische Koordination hilft, diese Stolperfallen zu vermeiden.
Wie viel Energie und CO₂ kann ein Altbau durch Sanierung einsparen?
Eine energetische Komplettsanierung kann den Heizwärmebedarf eines unsanierten Altbaus um 60–80 % senken.
Beispielszenario: Ein Haus von 1970 mit 150 m² Wohnfläche verbraucht unsaniert 220 kWh/(m²a) Endenergie, also 33.000 kWh jährlich. Nach Sanierung auf 70 kWh/(m²a) sind es nur noch 10.500 kWh – eine Ersparnis von 22.500 kWh pro Jahr. Bei Energiekosten von 10 ct/kWh bedeutet das 2.250 € weniger Heizkosten jährlich und rund 5 Tonnen weniger CO2-Emissionen.
Die größten Effekte erzielen Fassadendämmung, Dachdämmung, Fenster und Heizungstausch zusammen. Kleinere Maßnahmen wie Kellerdeckendämmung ergänzen das Paket sinnvoll. Die Amortisationszeit variiert stark und kann – je nach Maßnahme – zwischen etwa 10 und über 30 Jahren liegen.
Viele Eigentümer unterschätzen, wie stark die Reihenfolge der Sanierung den Erfolg beeinflusst. Wenn Sie zuerst die Heizung tauschen und erst später dämmen, zahlen Sie doppelt – einmal für eine zu grosse Anlage und später für die Korrektur. Der grösste Hebel liegt fast immer in der Gebäudehülle. Wer hier sauber plant, spart langfristig am meisten Geld.
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Wie unterstützt Enwendo Sie bei der Altbausanierung?
Enwendo ist eine spezialisierte Energieberatung für private Hauseigentümer in Deutschland mit Fokus auf Altbauten und energetische Modernisierung.
Unser Leistungsumfang:
- Vor-Ort-Energieberatung durch zertifizierte Experten
- Erstellung von Sanierungsfahrplänen (iSFP)
- Heizlastberechnung für optimal dimensionierte Systeme
- Überprüfung von Energieausweisen und Heizungs-Check
- Prüfung und Strukturierung von Fördermitteln
Unsere Energieeffizienz-Experten begleiten Sie vom ersten Ortstermin bis zur Auszahlung der Fördergelder. Wir prüfen Angebote von Handwerkern neutral und helfen Ihnen, sinnvolle Maßnahmenpakete in der richtigen Reihenfolge zu definieren.
Ihr nächster Schritt: Vereinbaren Sie für Ihr Haus einen Termin zur Erstberatung. Gemeinsam klären wir Sanierungskosten, Fördermittel und Einsparpotenziale – für mehr Wohnkomfort, niedrigere Heizkosten und eine wertbeständige Immobilie.
Typische Fragen zu Altbau sanieren
Die Kosten liegen je nach Zustand und Umfang meist zwischen 400 und 1.500 € pro m². Eine energetische Teilsanierung ist günstiger, während eine Komplettsanierung deutlich höhere Investitionen erfordert. Förderungen können die Kosten jedoch spürbar reduzieren.
Die größten Einsparungen erzielen Sie mit der Dämmung von Dach und Fassade, dem Fensteraustausch und einer modernen Heizung. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: zuerst die Gebäudehülle, dann die Anlagentechnik.
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie 15 % Grundförderung für viele Maßnahmen. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind bis zu 20 % Zuschuss möglich. Zusätzlich gibt es Kredite und regionale Förderprogramme.
Ja, in vielen Fällen. Sie sparen langfristig Energiekosten, erhöhen den Wohnkomfort und steigern den Immobilienwert. Die Wirtschaftlichkeit hängt jedoch stark von Ausgangszustand, Energiepreisen und Förderungen ab.
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Heizungen, die älter als 30 Jahre sind, unterliegen häufig der gesetzlichen Austauschpflicht. Zudem gelten bei neuen Heizungen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (z. B. 65 % erneuerbare Energien).