Moderne Klimaanlagen sind technisch identisch mit Wärmepumpen – und können in gut gedämmten Häusern 70 bis 90 Prozent des Heizbedarfs decken. Trotzdem werden sie in Deutschland noch immer primär als Sommergeräte wahrgenommen. Dieser Ratgeber erklärt, warum das Heizen mit Klimaanlage unterschätzt wird, wann es sich lohnt und wie Sie das Potenzial für Ihr Gebäude richtig einschätzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Moderne Klimaanlagen sind technisch Luft-Luft-Wärmepumpen und können nicht nur kühlen, sondern auch effizient heizen.
- In gut gedämmten oder teilmodernisierten Bestandsgebäuden können sie einen großen Teil des Heizbedarfs abdecken – vor allem in der Übergangszeit.
- Mit SCOP-Werten von etwa 3,5 bis 5 erzeugen sie aus 1 kWh Strom ein Vielfaches an Wärme und sind deutlich effizienter als klassische Elektroheizungen.
- Als alleinige Hauptheizung eignen sie sich nur bei sehr geringem Wärmebedarf; häufig sind sie eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Heizung.
- Effizienz, Komfort und Wirtschaftlichkeit hängen stark von Dämmstandard, Heizlast und richtiger Auslegungab – eine Energieberatung schafft hier Planungssicherheit.
So gehen Sie vor
- Gebäudezustand prüfen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Dämmstandard, Baujahr, Fenster, Dach und bestehende Heizungsanlage. Je besser die Gebäudehülle, desto sinnvoller ist das Heizen mit einer Klimaanlage.
- Heizlast je Raum ermitteln: Lassen Sie berechnen, wie viel Wärme einzelne Räume tatsächlich benötigen. Diese Heizlast ist entscheidend für die richtige Gerätegröße und einen effizienten Betrieb.
- Einsatz sinnvoll festlegen: Entscheiden Sie, ob die Klimaanlage als Ergänzung zur bestehenden Heizung (z. B. in Wohn- oder Arbeitsräumen) oder – bei sehr geringem Bedarf – als zentrale Heizlösung genutzt werden soll.
- Geeignete Geräte auswählen: Achten Sie auf einen hohen SCOP-Wert, leisen Betrieb, passende Leistung und ein zukunftssicheres Kältemittel. Die richtige Positionierung von Innen- und Außengeräten ist dabei genauso wichtig wie das Modell selbst.
- Gesamtkonzept bewerten lassen: Prüfen Sie im Rahmen einer Energieberatung, wie sich die Klimaanlage in ein ganzheitliches Sanierungskonzept aus Dämmung, bestehender Heizung und gegebenenfalls Photovoltaik einfügt.
Einordnung: Klimaanlage = Wärmepumpe – und warum das viele übersehen
Jede moderne Split-Klimaanlage ist technisch betrachtet eine Luft Luft Wärmepumpe. Der Unterschied zu klassischen Luft Wasser Wärmepumpen liegt lediglich darin, wie die erzeugte Wärme verteilt wird: Bei der Klimaanlage direkt über die Raumluft, bei der Luft-Wasser-Variante über einen Wasserkreislauf mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung.
In Deutschland ist die Klimaanlage gedanklich noch stark mit sommerlicher Abkühlung verbunden. Dabei werden diese Klimageräte seit etwa 2015 zunehmend als effiziente Heizung genutzt – besonders in Skandinavien, wo Wärmepumpen sehr verbreitet sind. Je nach Gebäude und System werden Luft-Luft-Wärmepumpen dort häufig als (Haupt-)Heizung oder als sehr starke Ergänzung genutzt – auch bei Minusgraden.
In gut gedämmten Einfamilienhäusern oder sanierten Wohnungen kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion den Großteil des Wärmebedarfs abdecken. Die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland sind über 500.000 Split-Systeme mit Heizfunktion installiert, doch nur 10 bis 20 Prozent werden tatsächlich zum Heizen verwendet.
Ob und wo im konkreten Haus das Heizen mit einer Klimaanlage Sinn ergibt, hängt von mehreren Faktoren ab: Dämmstandard, Raumaufteilung und bestehende Heizungsanlage. Genau hier setzt eine unabhängige Energieberatung an – um das Potenzial realistisch einzuschätzen und in ein ganzheitliches Sanierungskonzept einzubetten.
So funktioniert Heizen mit der Klimaanlage wirklich
Das Funktionsprinzip ist überraschend einfach: Im Heizmodus wird der normale Kühlprozess umgekehrt. Das Gerät entzieht der Außenluft Wärmeenergie – selbst bei niedrigen Temperaturen – und transportiert sie nach innen.
Der Kältemittelkreislauf funktioniert dabei wie folgt:
- Das Kältemittel verdampft im Außengerät und nimmt dabei Energie aus der Umgebungsluft auf
- Ein Verdichter komprimiert das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur steigt
- Im Innengerät gibt das heiße Kältemittel die Wärme an die Raumluft ab
- Das Kältemittel kühlt ab, verflüssigt sich und der Kreislauf beginnt von vorn
Split Klimaanlagen und Multi Split Klimaanlagen erreichen dabei einen SCOP Wert (Seasonal Coefficient of Performance) von etwa 3,5 bis 5. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt das Gerät im Jahresmittel 3,5 bis 5 Kilowattstunden Wärme.
Konkretes Beispiel: Ein Gerät mit SCOP 4 liefert aus 1 kWh Strom etwa 4 kWh Wärme. Eine herkömmliche Elektroheizung schafft nur 1 kWh Wärme pro 1 kWh Strom. Der Unterschied beim Stromverbrauch ist also erheblich.
Kühl- und Heizmodus im Vergleich
Das gleiche Gerät kann sowohl kühlen als auch heizen – lediglich die Flussrichtung im Kältemittelkreislauf wird umgekehrt:
| Modus | Wärmetransport | Außengerät | Innengerät |
| Kühlmodus | Innen → Außen | Gibt Wärme ab | Entzieht Wärme |
| Heizmodus | Außen → Innen | Entzieht Wärme | Gibt Wärme ab |
Das Umschalten erfolgt einfach über die Fernbedienung oder App: Das Symbol „Sonne” aktiviert den Heizbetrieb, die „Schneeflocke” die Kühlfunktion.
Hinweis
Viele Bestandsgeräte seit etwa 2010 sind bereits reversibel, werden aber von Eigentümern ausschließlich zum Kühlen verwendet. Ein Blick ins Handbuch verrät, ob Ihr Gerät eine Heizfunktion besitzt. Dies ist ein typisches Beispiel dafür, warum das Heizpotenzial von Klimaanlagen unterschätzt wird.
Warum Klimaanlagen als Heizung unterschätzt sind
Die Unterschätzung von Klimaanlagen als Heizsystem hat konkrete Ursachen, die weniger mit der Technik als mit Wahrnehmung und Information zu tun haben.
„Falsches Bild im Kopf”
Klimaanlagen werden gedanklich mit heißen Sommertagen und Abkühlung verbunden. Beim Kauf steht meist die Kühlfunktion im Vordergrund – die Heizfunktion wird als nettes Extra betrachtet, nicht als vollwertige Alternative zur klassischen Heizung.
Veraltete Erfahrungen mit alten Geräten
Viele Personen kennen nur die lauten, ineffizienten Monoblock-Geräte aus dem Baumarkt der 1990er und 2000er Jahre. Moderne Inverter-Split-Geräte ab etwa 2018 arbeiten jedoch deutlich effizienter, leiser und sind für den ganzjährigen Betrieb ausgelegt.
Geringe Sichtbarkeit in der Förderlandschaft
In der öffentlichen Diskussion und bei Förderprogrammen stehen Luft Wasser Wärmepumpen im Mittelpunkt. Luft-Luft-Wärmepumpen – also Klimaanlagen zum Heizen – werden seltener erwähnt, obwohl sie technisch das gleiche Prinzip nutzen.
Unsicherheit beim Thema Stromheizung
Viele Hausbesitzer sind unsicher, ob „Heizen mit Strom” überhaupt zukunftsfähig ist. Dabei passen Wärmepumpen – inklusive Klimaanlagen – wegen ihres hohen Wirkungsgrads ausdrücklich in die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Strategie der Bundesregierung.
Handwerkerstrukturen und Beratungsfokus
Klassische Heizungsinstallateure konzentrieren sich in der Beratung auf Gas, Öl und Wärmepumpen mit Wasserkreislauf. Klimaanlagen als Heizsystem werden eher von Kälte- und Klimatechnikern angeboten – eine Branche, mit der viele Hausbesitzer bisher wenig Berührungspunkte hatten.
Jetzt prüfen, ob wir auch in
Ihrer Region aktiv sind.
In welchen Gebäuden sich Heizen mit Klimaanlage besonders lohnt
Nicht jedes Haus ist gleich gut für eine Klimaanlage als Heizung geeignet. Die Voraussetzungen entscheiden darüber, ob die Anlage als Hauptheizung, Ergänzung oder gar nicht sinnvoll ist.
Gut gedämmte Einfamilienhäuser
In KfW-Effizienzhäusern 70 oder besser – typischerweise Baujahr ab 2005 oder umfassend saniert mit iSFP – kann eine Klimaanlage als Heizung für Wohn- und Schlafbereich dienen. Der geringe Heizwärmebedarf lässt sich mit einem oder zwei Innengeräten effizient decken.
Teilmodernisierte Bestandsgebäude
Ein Einfamilienhaus von 1975 mit erneuerter Dachdämmung und neuen Fenstern ist ein typischer Kandidat: Die Klimaanlage funktioniert hier als effiziente Ergänzung zur bestehenden Gas- oder Ölheizung. Besonders in der Übergangszeit im Frühling und Herbst übernimmt sie die Heizlast, während die Zentralheizung im tiefsten Winter einspringt.
Wohnungen in Mehrfamilienhäusern
In Wohnungen von 70 bis 120 Quadratmetern mit zentraler Heizungsanlage kann ein Split-Gerät als individuelle, schnell reagierende Zusatzheizung in Wohn- oder Arbeitszimmern dienen – unabhängig von der trägen Zentralheizung.
Grenzen beachten
Sehr schlecht gedämmte Häuser vor 1970 ohne Sanierung sind meist keine idealen Kandidaten. Hier verpufft die erzeugte Wärme zu schnell, und der Stromverbrauch steigt unverhältnismäßig. In solchen Fällen sind erst Dämmmaßnahmen und/oder andere Wärmepumpen-Systeme sinnvoll.
Wichtige Rahmenbedingungen für effizienten Betrieb
Die Effizienz beim Heizen mit Klimaanlage hängt maßgeblich von der Gebäudehülle ab. Wärmedämmung an Fassade, Dach und Fenstern sowie eine gute Luftdichtheit sorgen dafür, dass die erzeugte Wärme im Innenraum bleibt.
Eine Heizlastberechnung ist dabei entscheidend: Nur wenn der Wärmebedarf pro Raum bekannt ist, kann die richtige Geräteleistung gewählt werden. Ein zu kleines Gerät arbeitet ineffizient, ein zu großes schaltet ständig ein und aus.
Für den wirtschaftlichen Betrieb empfiehlt sich die Nutzung vorrangig in Räumen mit hoher Aufenthaltsdauer – Wohnzimmer, Homeoffice, gegebenenfalls Schlafzimmer. So werden die Kosten optimal genutzt.
Moderne Multi Split Systeme können dabei mehrere Räume gleichzeitig versorgen. Ein Multi Split Gerät benötigt nur eine Außeneinheit, die mehrere Innengeräte versorgt – das spart Platz an der Fassade und reduziert den Installationsaufwand.
Vorteile: Warum Klimaanlagen als Heizung oft besser sind, als viele denken
Die Vorteile von Klimaanlagen im Heizbetrieb werden häufig unterschätzt oder falsch eingeschätzt. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich ein differenziertes Bild.
Hohe Effizienz in der Übergangszeit
Mit SCOP-Werten von 4 bis 5 können moderne Geräte der Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ sehr günstig Wärme bereitstellen. Besonders in der Übergangszeit – wenn der Temperaturunterschied zwischen innen und außen gering ist – arbeiten sie am effizientesten und erreichen Einsparungen von bis zu 70 Prozent gegenüber Elektroheizungen.
Doppelfunktion: Heizen und Kühlen
Ein Gerät für Sommer und Winter bedeutet Einsparung von Investitionskosten im Vergleich zu separater Klimaanlage plus separater Zusatzheizung. Die Doppelfunktion macht die Anlage ganzjährig nutzbar.
Schnelle Reaktionszeit
Ein Raum lässt sich mit einer Klimaanlage in 10 bis 20 Minuten auf Wohlfühltemperatur bringen. Träge reagierende Radiatoren benötigen oft eine Stunde und mehr. Das ist ideal für Arbeitszimmer, Gästezimmer oder Ferienwohnungen, die nicht durchgehend beheizt werden.
Verbesserte Luftqualität
Die Filterung der Luft reduziert Pollen, Staub und Allergene. Die optionale Entfeuchtung kann das Schimmelrisiko mindern – besonders relevant für Allergiker und in Räumen mit Feuchtigkeitsproblemen.
Geringer Einbauaufwand im Vergleich
Im Vergleich zu einer neuen Zentralheizung sind die baulichen Eingriffe meist überschaubar: ein Mauerdurchbruch für die Kältemittelleitungen, das Außengerät an Fassade oder auf Konsole. Im Bestand ist dies oft deutlich einfacher als das Verlegen neuer Heizungsrohre.
Wirtschaftlichkeit im Alltag
Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Strompreis, SCOP und tatsächlichem Heizbedarf.
Rechenbeispiel:
| Parameter | Wert |
| Gerät | Split-Klimaanlage mit 3 kW Heizleistung |
| SCOP | 4 |
| Strompreis | 0,30 €/kWh |
| Kosten pro kWh Wärme | ca. 0,075 € |
Zum Vergleich: Ein Gas-Brennwertkessel kostet bei einem Gaspreis von 0,12 bis 0,14 €/kWh zuzüglich Wartung und Schornsteinfegergebühren etwa 0,15 bis 0,18 € pro kWh Wärme. In der Übergangszeit kann die Klimaanlage also günstiger sein.
Mit einer PV Anlage auf dem Dach sinken die Betriebskosten weiter – der selbst erzeugte Strom kann die Heizkosten auf unter 0,10 €/kWh drücken.
Nachteile und Grenzen der Klimaanlage
Eine ehrliche Betrachtung muss auch die realen Nachteile benennen. Nur so lässt sich einschätzen, ob eine Klimaanlage als Heizung im konkreten Fall sinnvoll ist.
Geräusche
Außengeraete liegen je nach Modell und Betriebspunkt oft im Bereich ca. 50 bis 65 dB (teils auch darunter im Nacht-/Leisemodus), Innengeräte etwa 20 bis 40 dB. Bei ungünstiger Platzierung können Konflikte mit Nachbarn entstehen. Die Wahl des Aufstellorts sollte deshalb Teil der Planung sein.
Luftstrom und Behaglichkeit
Manche Personen empfinden den Luftstrom als Zugluft, die als unangenehm wahrgenommen wird. Moderne Geräte bieten jedoch verstellbare Luftleitlamellen und verschiedene Betriebsmodi wie den „Coanda-Effekt”, bei dem die Luft an der Decke entlangströmt, oder einen „Silent”-Modus für minimale Geräusche.
Effizienz bei Frost
Bei Außentemperaturen unter etwa -5 °C sinkt der Wirkungsgrad deutlich. Das Außengerät muss regelmäßig abtauen, was Energie kostet. Daher ist die Klimaanlage primär für die Übergangszeit und milde Wintertage optimal geeignet. Winterfeste Modelle mit spezieller Low-Ambient-Technologie können allerdings auch bei -15 °C noch effizient arbeiten.
Kein Warmwasser
Klimaanlagen erzeugen weder Heizungswasser noch Trinkwarmwasser. Sie ersetzen kein komplettes Heizsystem, sondern werden in der Regel mit anderen Lösungen kombiniert – etwa einem Durchlauferhitzer oder einer bestehenden Heizungsanlage.
Umweltaspekte und Kältemittel
Klimaanlagen benötigen Strom – erzeugen aber durch den Wärmepumpeneffekt deutlich weniger CO₂ pro Kilowattstunde Nutzwärme als fossile Heizungen. Mit Ökostrom oder eigener PV-Anlage ist nahezu klimaneutrales Heizen möglich. Experten beziffern die CO₂-Reduktion gegenüber Gas auf 50 bis 70 Prozent.
Bei den Kältemitteln gibt es Unterschiede: Ältere Geräte verwenden R410A mit hohem Treibhauspotenzial (GWP). Neuere Modelle setzen auf R32 oder das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit deutlich niedrigerem GWP.
Beim Kauf sollten Sie auf Energieeffizienzklasse, SCOP-Wert und verwendetes Kältemittel achten. Eine fachgerechte Installation und regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb vermeiden Leckagen und sichern die Effizienz über die gesamte Nutzung von 15 bis 20 Jahren.
Förderung, Planung und Rolle der Energieberatung
Luft-Luft-Wärmepumpen – also Klimaanlagen mit Heizfunktion – können unter bestimmten Bedingungen förderfähig sein. Die Förderlogik unterscheidet dabei zwischen reinen Raumklimageräten und Wärmepumpen-Systemen, die primär der Beheizung dienen.
Neben der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es landesweite und kommunale Programme, die in Kombination interessant sein können. Die Details ändern sich regelmäßig – ein Grund mehr, sich professionell beraten zu lassen.
Ein iSFP kann bei vielen BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle/Anlagentechnik einen zusätzlichen Bonus auslösen. Beim Heizungstausch (Wärmeerzeuger) gilt dieser iSFP-Bonus jedoch nicht pauschal – hier greifen andere Förderbausteine.
Die Klimaanlage als Teil eines ganzheitlichen Konzepts – zusammen mit Dämmung, Fenstern, gegebenenfalls Luft-Wasser-Wärmepumpe und PV – kann so wirtschaftlicher werden als isolierte Einzelmaßnahmen.
Eine unabhängige Energieberatung klärt, welche Alternative für Ihr Haus langfristig am wirtschaftlichsten ist: Klimaanlage, klassische Wärmepumpe oder eine Hybridlösung aus Gas-Brennwert und Luft-Luft-Wärmepumpe.
Wie Enwendo Hausbesitzer konkret unterstützt
Enwendo nimmt vor Ort den energetischen Zustand Ihres Hauses auf: Baujahr, Dämmstandard, bestehendes Heizsystem, Fenster und Dach. Dazu gehört eine Heizlastberechnung für einzelne Räume, die als Grundlage für die Geräteauswahl dient.
Auf dieser Basis kann ein Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt werden, der auch den Einsatz von Klimaanlagen als Heizlösung für einzelne Zonen bewertet. Die Möglichkeiten werden realistisch eingeschätzt – nicht jedes Haus eignet sich, und manchmal sind andere Lösungen sinnvoller.
Enwendo unterstützt außerdem bei der Auswahl effizienter Geräte, beim Vergleich von Angeboten verschiedener Kälte- und Klimatechnikbetriebe und bei der Beantragung von Fördermitteln. Das spart Zeit und schafft Planungssicherheit.
Ein oft übersehener Vorteil von Klimaanlagen im Heizbetrieb ist ihre netzdienliche Wirkung. Gerade in der Übergangszeit lassen sich Heizspitzen abfedern, weil die Zentralheizung komplett ausgeschaltet bleiben kann. Das entlastet nicht nur das Strom- und Gasnetz, sondern reduziert auch die Start-Stopp-Zyklen bestehender Heizkessel – was deren Lebensdauer deutlich verlängern kann. In gut geplanten Sanierungskonzepten ist das ein echter Systemvorteil, der häufig unterschätzt wird.
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Fazit: Klimaanlagen als Heizung bewusst einplanen – nicht nur „nebenbei” nutzen
In Kürze zusammengefasst: Klimaanlagen werden als Heizung unterschätzt, weil sie gedanklich nur als Kühlgerät wahrgenommen werden – obwohl sie technisch effiziente Luft-Luft-Wärmepumpen sind. In sanierten Einfamilienhäusern, modernen Wohnungen und als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen können sie eine wirtschaftliche und klimafreundliche Option sein.
Ohne energetische Gesamtbetrachtung – Dämmung, Heizlast, Förderlandschaft – wird das Potenzial entweder über- oder unterschätzt. Eine professionelle Energieberatung schafft Klarheit. Lassen Sie Ihre Situation von Enwendo prüfen: mit Energieberatung, iSFP und Angebotsprüfung. Dabei können Klimaanlagen als Heizung bewusst in die Planung einbezogen werden – als Teil einer durchdachten Gesamtlösung für Ihr Haus.
Häufige Fragen zum Heizen mit Klimaanlage
In gut gedämmten Bestandsgebäuden oder sanierten Wohnungen kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion große Teile des Heizbedarfs abdecken. Als alleinige Hauptheizung ist sie jedoch nur in Gebäuden mit sehr geringem Wärmebedarf sinnvoll. In vielen Sanierungsfällen funktioniert sie am besten als Ergänzung zur bestehenden Heizung – insbesondere in der Übergangszeit.
Moderne Split-Klimaanlagen sind für den Heizbetrieb bei niedrigen Außentemperaturen ausgelegt und arbeiten auch bei Frost. Sinkt die Temperatur deutlich unter den Gefrierpunkt, nimmt die Effizienz ab, da Abtauvorgänge erforderlich werden. Deshalb eignen sich Klimaanlagen vor allem für milde Wintertage und die Übergangszeit.
Die Heizkosten hängen vom Strompreis, dem SCOP-Wert des Geräts und dem tatsächlichen Heizbedarf ab. Bei effizienten Geräten können die Kosten pro Kilowattstunde Wärme in der Übergangszeit unter denen einer Gasheizung liegen. Mit einer Photovoltaikanlage lassen sich die Betriebskosten zusätzlich senken.
Ja. Klimaanlagen mit Heizfunktion gelten als Luft-Luft-Wärmepumpen und nutzen Umweltenergie. Sie erfüllen damit grundsätzlich die Anforderungen an erneuerbare Energien. Ob sie im konkreten Fall als alleinige Erfüllungsoption anerkannt werden, hängt vom Gesamtkonzept des Gebäudes ab.
Entscheidend sind eine korrekte Heizlastberechnung pro Raum, die richtige Dimensionierung der Geräte und eine sinnvolle Platzierung von Innen- und Außengeräten. Ohne diese Planung drohen Komforteinbußen oder unnötig hohe Stromkosten. Eine unabhängige Energieberatung hilft, typische Fehler zu vermeiden und die Klimaanlage sinnvoll in ein Sanierungskonzept einzubetten.