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Perimeterdämmung – Wärmeschutz für Keller & Bodenplatte 

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 16 Min. Lesezeit

Die energetische Sanierung rückt seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und den stetig steigenden Heizkosten immer stärker in den Fokus von Hauseigentümern. Dabei wird ein Bereich häufig unterschätzt: der Keller. Über ungedämmte Kelleraußenwände und Bodenplatten können bis zu 20–30 % der gesamten Transmissionswärmeverluste eines Gebäudes entstehen. Die Perimeterdämmung schafft hier Abhilfe – vorausgesetzt, sie wird fachgerecht geplant und ausgeführt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Perimeterdämmung dämmt alle erdberührten Bauteile eines Gebäudes – insbesondere Kelleraußenwände und im Neubau die Bodenplatte – und reduziert Wärmeverluste sowie Feuchterisiken.
  • Ungedämmte Keller können einen erheblichen Anteil der Transmissionswärmeverluste verursachen, insbesondere bei beheizten oder teilbeheizten Kellerräumen.
  • Für Bestandsgebäude ist die nachträgliche Perimeterdämmung nur von außen möglich und mit Erdarbeiten verbunden; eine Dämmung unter der bestehenden Bodenplatte ist praktisch nicht umsetzbar.
  • Geeignete Dämmstoffe für den Perimeterbereich sind vor allem XPS und Glasschaum, da sie druckfest, wasserunempfindlich und dauerhaft formstabil sind.
  • Die Wirtschaftlichkeit ist am höchsten, wenn die Maßnahme mit ohnehin geplanten Abdichtungs- oder Erdarbeiten kombiniert wird.
  • Perimeterdämmungen an Bestandsgebäuden sind als Maßnahme an der Gebäudehülle förderfähig und können mit iSFP-Bonus bis zu 20 % Zuschuss erhalten.

So gehen Sie vor

  • Bestand prüfen: Lassen Sie zunächst klären, ob und in welchem Umfang Kellerwände oder Bodenplatten erdberührt sind und ob Feuchteprobleme oder Wärmeverluste vorliegen.
  • Sanierungsbedarf einordnen: Prüfen Sie, ob ohnehin Erdarbeiten anstehen – etwa wegen einer Kellerabdichtung, Drainage oder Fassadensanierung. In diesem Fall lässt sich die Perimeterdämmung wirtschaftlich integrieren.
  • Energieberatung nutzen: Beziehen Sie einen Energieberater ein, um die Maßnahme energetisch zu bewerten und mit Alternativen wie einer Kellerdeckendämmung zu vergleichen.
  • iSFP erstellen lassen: Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt, ob und wann die Perimeterdämmung sinnvoll ist und sichert bei Umsetzung den zusätzlichen iSFP-Bonus bei der Förderung.
  • System fachgerecht planen: Dämmstoff, Abdichtung und Anschlüsse im Sockelbereich müssen auf die vorhandene Wasserbelastung und den Gebäudetyp abgestimmt sein.
  • Förderung beantragen: Stellen Sie den Förderantrag immer vor der Beauftragung der Handwerksleistungen. Ein Energieeffizienz-Experte begleitet den Prozess.
  • Fachbetriebe beauftragen: Lassen Sie die Ausführung von erfahrenen Fachbetrieben durchführen und die Arbeiten fachlich begleiten, um Wärmebrücken und Feuchteschäden zu vermeiden.

Was ist eine Perimeterdämmung genau?

Die Perimeterdämmung umfasst die Dämmung aller Bauteile, die in direktem Kontakt mit dem Erdreich stehen. Das betrifft primär die Außenwände des Kellers sowie die Bodenplatte – bei Gebäuden ohne Unterkellerung auch die Fundamentbereiche. Im Gegensatz zur Fassadendämmung oberhalb der Geländeoberkante oder einer Innendämmung im Keller liegt die Perimeterdämmung immer außen und ist dauerhaft der Erde ausgesetzt.

Das umliegende Erdreich wirkt ganzjährig mit Temperaturen von etwa 8–12 °C auf die Bauteile ein. Ohne wirksamen Wärmeschutz fließt die Wärme kontinuierlich vom beheizten Gebäude in den kühleren Boden ab. Bei einem ungedämmten Keller bedeutet das:

  • Kalte Wandoberflächen im Kellerbereich
  • Erhöhtes Risiko für Tauwasserbildung und Schimmel
  • Permanente Wärmeverluste, die sich auf die Heizkosten auswirken

Die Dämmstoffe für den Perimeterbereich müssen daher besondere Anforderungen erfüllen. Sie müssen druckfest sein, um dem Erddruck und möglichen Verkehrslasten standzuhalten. Sie müssen wasserunempfindlich sein, da sie dauerhaft Erdfeuchte, Sickerwasser oder sogar drückendem Wasser ausgesetzt sein können. Und sie müssen langfristig formstabil bleiben, um ihre Dämmwirkung über Jahrzehnte zu erhalten.

Eine fachgerechte Perimeterdämmung wird immer mit einer Abdichtung kombiniert. Die Abdichtungsschicht schützt das Mauerwerk vor eindringendem Wasser – sei es Bodenfeuchte, nicht drückendes Wasser oder bei entsprechenden Grundwasserverhältnissen auch drückendes Wasser. Die Dämmplatten werden auf diese Abdichtung aufgebracht und übernehmen ergänzend die thermische Funktion.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das U-Wert-Anforderungen für erdberührte Bauteile definiert. Bei Neubauten und größeren Sanierungen müssen diese Grenzwerte eingehalten werden, um die energetischen Mindeststandards zu erfüllen.

Perimeterdämmung

Unterschied zwischen Perimeterdämmung und Sockeldämmung

Die Abgrenzung zwischen Perimeterdämmung und Sockeldämmung sorgt häufig für Verwirrung. Dabei ist die Unterscheidung konstruktiv wichtig:

MerkmalPerimeterdämmungSockeldämmung
PositionUnterhalb der Geländeoberkante, im direkten ErdkontaktÜbergangsbereich zwischen Gelände und Fassade (ca. 0–30 cm über Terrain)
BelastungenErddruck, Frost-Tau-Wechsel, dauerhafte ErdfeuchteSpritzwasser, Regen, Schnee, mechanische Beanspruchung
MaterialXPS, Glasschaum (hochdruckfest, wasserabweisend)Spezielle Sockelplatten, oft XPS mit Armierungsschicht
OberflächeErdreich, Noppenbahn, DrainageSichtbarer Putz, Sockelputz

Beide Dämmebenen müssen konstruktiv ineinandergreifen, um Wärmebrücken im kritischen Übergangsbereich zu vermeiden. Typischerweise wird die Perimeterdämmung bis etwa 30 cm über Geländeoberkante hochgezogen und dort an die Sockeldämmung bzw. das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) der Fassade angeschlossen.

Ein fehlerhafter Übergang – etwa eine Lücke zwischen WDVS und den Dämmplatten im Erdreich – führt zu problematischen Wärmebrücken. Die Folgen können Feuchte- und Putzschäden sein, da an der kalten Stelle Tauwasser kondensiert.

Tipp

Lassen Sie die Anschlussdetails zwischen Perimeter- und Fassadendämmung durch einen Fachplaner oder Energieberater überprüfen. Bei Enwendo gehört diese Detailprüfung zum Standard der Vor-Ort-Beratung.

Lohnt sich eine Perimeterdämmung für mein Haus?

Die Wirtschaftlichkeit einer Perimeterdämmung hängt stark vom Gebäudetyp, dem Nutzungskonzept des Kellers und den ohnehin anstehenden Baumaßnahmen ab.

Neubau nach KfW-Effizienzhaus-Standard: Hier ist die Perimeterdämmung in der Regel bereits eingeplant. Die Dämmung unter der Bodenplatte und an den erdberührten Wänden gehört zum Standardaufbau, um die geforderten U-Werte zu erreichen.

Unsanierter Altbau (Baujahre 1950–1990) mit unbeheiztem oder teilbeheiztem Keller: In diesen Gebäuden liegt oft keine oder nur eine minimale Dämmung im Erdreich vor. Die Wärmeverluste über Kellerwände und Bodenplatte können erheblich sein – je nach Größe und Zustand des Kellers mehrere hundert Liter Heizöl bzw. einige tausend kWh Gas pro Jahr.

Wann ist die Maßnahme besonders sinnvoll?

  • Bei Nutzung des Kellers als Wohnraum, Hobbyraum oder Büro
  • Bei feuchten oder dauerhaft kalten Kellerwänden
  • Im Rahmen größerer Sanierungen (Drainage, Kellerabdichtung, Fassadensanierung)
  • Bei Hanglagen mit teilweise erdberührten Außenwänden

Ein entscheidender Faktor: Wenn ohnehin Erd- oder Abdichtungsarbeiten anstehen – etwa wegen Feuchteschäden oder einer neuen Drainage – fallen die Mehrkosten für die Perimeterdämmung deutlich geringer aus. Der aufwendigste Teil der Arbeit, das Freilegen der Kellerwände, erfolgt dann ohnehin.

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, empfiehlt sich ein unabhängiger Energieberatungsbericht. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) vergleicht verschiedene Maßnahmen – etwa Perimeterdämmung vs. Kellerdeckendämmung – hinsichtlich Energie und Kosten. So wird deutlich, welche Alternative für Ihr Haus den größten Nutzen bringt.

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Dämmstoffe für die Perimeterdämmung: XPS, EPS, Glasschaum & Co.

Nicht jeder Dämmstoff eignet sich für den Einsatz im Erdreich. Die Belastungen durch Feuchtigkeit, Erddruck und Frost-Tau-Wechsel erfordern Materialien mit besonderen Eigenschaften. Zudem müssen die verwendeten Produkte über eine bauaufsichtliche Zulassung (abZ oder ETA) für den Perimeterbereich verfügen.

Die wichtigsten Dämmmaterialien im Überblick:

MaterialWärmeleitfähigkeit λDruckfestigkeitWasseraufnahmeÖkobilanz
XPS (extrudiertes Polystyrol)0,030–0,038 W/mKSehr hoch (bis 700 kPa)Sehr gering (<0,7 Vol.-%)Erdölbasiert
EPS Perimeter (spezielle Platten)0,035–0,040 W/mKMittel bis hochHöher als XPSErdölbasiert
Glasschaumplatten0,040–0,050 W/mKSehr hochPraktisch nullRecycling-Altglas
Schaumglasschotter0,080–0,100 W/mKHoch (verdichtet)Sehr geringRecycling-Altglas

Naturdämmstoffe wie Holzfaser, Zellulose oder Hanf scheiden für den direkten Erdkontakt in der Regel aus. Sie sind nicht dauerhaft feuchte- und druckbeständig genug, um den Belastungen im Boden standzuhalten.

Die Materialwahl muss immer an die konkrete Wasserbelastung (Bodenfeuchte, nicht drückendes Wasser, drückendes Wasser, Grundwasser) und die statische Last angepasst werden. Im Rahmen einer Energieberatung bei Enwendo erfolgt diese Auswahl zusammen mit der bauphysikalischen und fördertechnischen Bewertung.

Wärmeschutz Keller

XPS – Standarddämmstoff im Perimeterbereich

Extrudiertes Polystyrol (XPS) dominiert den Markt für Perimeterdämmungen mit einem Anteil von etwa 60–70 %. Der Grund liegt in der Herstellung: Durch Extrusion entsteht eine homogene, geschlossene Zellstruktur, die dem Material seine charakteristischen Eigenschaften verleiht.

Typische Eigenschaften von XPS:

  • Hohe Druckfestigkeit (Klassen von XPS 300 bis XPS 700, entsprechend 300–700 kPa)
  • Sehr geringe Wasseraufnahme (unter 0,3–0,7 Vol.-% bei längerer Wasserlagerung)
  • Wärmeleitfähigkeit λ zwischen 0,032 und 0,038 W/mK
  • Langlebig und formstabil über Jahrzehnte

XPS wird an Kelleraußenwänden, unter Bodenplatten und in Bereichen mit zeitweise anstehendem Wasser eingesetzt. Die Platten sind für Gründungsplatten zugelassen und können hohe Lasten aufnehmen.

Plattendicken im Perimeterbereich:

  • Sanierung: typisch 80–160 mm
  • Neubau nach Effizienzhausstandard: oft 160–240 mm und mehr

Vor- und Nachteile:

VorteileNachteile
Technisch robust und bewährtErdölbasiert, höherer CO₂-Fußabdruck
Einfache Handhabung (leicht, gut zuschneidbar)Energieintensive Herstellung
Breite Zulassungen und ProduktverfügbarkeitNicht recyclingfähig im geschlossenen Kreislauf
Günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Kostenorientierung Material (Stand 2025): Ca. 25–35 €/m² bei 10–12 cm Dicke, ohne Einbau und Erdarbeiten.

EPS für Perimeter – wo es zulässig ist, wo nicht

Der Polystyrol Hartschaum EPS (expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich Styropor) ist in der Fassadendämmung weit verbreitet. Für den Perimeterbereich gelten jedoch strenge Einschränkungen.

Wichtige Unterscheidung:

  • Es gibt spezielle EPS Platten mit Perimeterzulassung
  • Diese dürfen in Deutschland grundsätzlich nicht unter der Bodenplatte eingesetzt werden (fehlende allgemeine bauaufsichtliche Zulassung)
  • An Kelleraußenwänden ist EPS nur bei definierter, geringer Wasserbeanspruchung zulässig

Der Grund: Standard-EPS hat eine offenere Zellstruktur und nimmt deutlich mehr Wasser auf als XPS. Unter Dauerfeuchtigkeit und Druck verliert das Material seine Dämmeigenschaften und kann sich verformen.

Preisvorteil: Ca. 15–25 €/m² Material bei vergleichbarer Dicke – also etwa 30–40 % günstiger als XPS.

Dieser Preisvorteil darf jedoch nicht dazu verleiten, EPS an ungeeigneten Stellen einzusetzen. Die Statik und die Zulassungstexte müssen beachtet werden. Eigenplanung ohne Fachplanung ist im Perimeterbereich riskant.

Hinweis

Bei hohen Sicherheitsanforderungen und im Bereich drückenden Wassers auf XPS oder Glasschaum setzen. EPS nur nach sorgfältiger Prüfung der Einsatzbedingungen verwenden.

Glasschaumplatten & Schaumglasschotter

Glasschaum wird aus recyceltem Altglas hergestellt und gilt als ökologisch vorteilhafte Alternative zu den erdölbasierten Dämmstoffen. Das Material besteht zu 100 % aus anorganischen Bestandteilen und ist vollständig recyclingfähig.

Eigenschaften von Glasschaum:

  • Druckfest und formstabil (versiegelte Glaszellen)
  • Nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
  • Dauerhaft wasserabweisend durch geschlossene Zellstruktur
  • Unverrottbar und schädlingsresistent
  • Diffusionsoffen (dampfdurchlässig)

Typische Anwendungen:

  • Glasschaumplatten an Kelleraußenwänden
  • Schaumglasschotter als kapillarbrechende Dämmschicht unter Bodenplatten
  • Besonders geeignet für Neubauten und Sanierungen mit Gründungserneuerung
  • Ideal bei hohem Grundwasserstand

Preisorientierung:

  • Schaumglasschotter: ca. 50–70 €/m³
  • Glasschaumplatten: deutlich teurer als XPS, etwa doppelter Preis pro Quadratmeter

Der höhere Preis wird durch die bessere Ökobilanz und die überlegene Langlebigkeit (über 50 Jahre ohne Degradation) relativiert. Glasschaum fügt sich gut in nachhaltige Sanierungskonzepte ein und wird bei KfW-Effizienzhäusern sowie ökologischen Baukonzepten häufig bevorzugt.

Die Umweltfreundlichkeit des Materials und seine Bedeutung für kreislauffähiges Bauen gewinnen angesichts der EU-Taxonomie und Green-Building-Anforderungen zunehmend an Relevanz.

Aufbau und Ausführung: Wie wird eine Perimeterdämmung angebracht?

Die typische Schichtenfolge einer Perimeterdämmung sieht wie folgt aus:

  1. Tragende Wand oder Bodenplatte
  2. Abdichtung (bituminöse Dickbeschichtung, Dichtungsbahnen oder Reaktivabdichtung)
  3. Dämmplatten (XPS, Glasschaum)
  4. Schutzschicht (Noppenbahn, Schutz-/Dränplatte)
  5. Verfüllmaterial / Erdreich, ggf. Drainage

Die Umsetzung unterscheidet sich erheblich zwischen Neubau und Bestandsgebäude. Im Neubau wird die Dämmung bereits in der Baugrube verlegt – unter der Bodenplatte ist das problemlos möglich. Bei Bestandsgebäuden muss das Erdreich rund um den Keller abgegraben werden, um die Wände freizulegen. Eine nachträgliche Dämmung unter der bestehenden Bodenplatte ist praktisch nicht realisierbar.

Die Ausführung ist feuchte- und wärmetechnisch kritisch. Fehler bei der Abdichtung oder Dämmung können zu erheblichen Folgeschäden führen. Daher sollten die Arbeiten von Fachbetrieben übernommen werden. Eigenversuche empfehlen sich nur bei sehr einfachen Situationen und fundiertem Fachwissen.

Besondere Sorgfalt erfordern die Anschlüsse an:

  • Kellerfenster und Lichtschächte
  • Kellertüren und Zugänge
  • Entwässerungsleitungen und Rohrdurchführungen
  • Die Fassadendämmung im Sockelbereich

Perimeterdämmung an Kelleraußenwänden (Bestandsgebäude)

Die nachträgliche Perimeterdämmung an bestehenden Kelleraußenwänden folgt einem strukturierten Ablauf:

1. Planung und Begutachtung

  • Analyse der Feuchteursachen und des Schadensbilds
  • Statische Prüfung der Kellerwände
  • Festlegung der Wasserbelastungsklasse nach DIN 18533
  • Auswahl des geeigneten Abdichtungs- und Dämmsystems

2. Erdreich abschnittsweise abtragen

  • Freilegung der Kellerwand bis zur Fundamentunterkante
  • Arbeitsraum von mindestens 60–80 cm schaffen
  • Aushubabschnitte kurz halten (max. 2–3 m), um die Standsicherheit nicht zu gefährden

3. Wand reinigen und sanieren

  • Alte Beschichtungen und lose Bestandteile entfernen
  • Schadhafte Stellen im Mauerwerk ausbessern
  • Oberfläche für die Abdichtung vorbereiten

4. Abdichtung aufbringen

  • Grundierung auftragen
  • Bituminöse Dickbeschichtung oder Reaktivabdichtung in zwei Schichten
  • Bei höherer Wasserbelastung: Dichtungsbahnen oder mineralische Dichtschlämme

5. Dämmplatten verkleben

  • Vollflächige Verklebung oder Randstreifen-/Punkt-Wulst-Methode je nach System
  • Platten fugenfrei und im Verband anordnen
  • Stufenfalz zur Minimierung von Wärmebrücken nutzen

6. Schutz der Dämmung

  • Noppenbahn oder Schutz-/Dränplatten anbringen
  • Ggf. Drainageleitung mit Filtervlies am Fundamentfuß verlegen
  • Wiederverfüllen mit lagenweise verdichtetem Material

Tiefere Aushubarbeiten gefährden potenziell die Tragfähigkeit der Kellerwände. Beziehen Sie bei Unsicherheiten einen Statiker oder erfahrenen Bauunternehmer ein.

Dämmung unter der Bodenplatte (Neubau)

Im Neubau ist die Dämmung unter der Bodenplatte Standard und gehört zur Erfüllung der GEG-Anforderungen. Der typische Schichtenaufbau:

SchichtFunktionTypische Dicke
Tragfähiger UntergrundLastabtragung
Sauberkeitsschicht (Magerbeton oder Kies)Ebene Verlegefläche5–10 cm
Dämmplatten oder SchaumglasschotterWärmedämmung12–30 cm
Trennlage (PE-Folie)Schutz vor Feuchtigkeit von unten0,2 mm
Bewehrte BodenplatteTragkonstruktion20–30 cm

Wichtige Vorgaben:

  • Unter der Bodenplatte dürfen laut Zulassung ausschließlich geeignete Dämmstoffe verwendet werden – XPS oder Glasschaum mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ)
  • EPS ist hier nicht zulässig
  • Platten im Verband ohne Kreuzfugen verlegen
  • Untergrund muss eben und ausreichend verdichtet sein

Bei Schaumglasschotter müssen Schichtdicke und Verdichtung nach den Vorgaben des Statikers erfolgen. Die üblichen Schichtdicken liegen zwischen 20 und 50 cm, eingebaut in mehreren Lagen mit definierter Verdichtung.

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Kosten der Perimeterdämmung: Beispiele & Einflussfaktoren

Die Gesamtkosten einer Perimeterdämmung setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Dämmmaterial
  • Arbeitslohn für Verlegung und Abdichtung
  • Erdarbeiten (Aushub, Wiederverfüllung, Entsorgung)
  • Abdichtungssystem
  • Ggf. Gutachten, Statik, Baubegleitung

Typische Preisspannen für Altbau-Kellerwände:

LeistungKosten pro m²
Dämmung inkl. Montage (ohne Erdarbeiten)55–90 €
Erdarbeiten100–300 € (je nach Zugänglichkeit und Bodenklasse)
Abdichtung30–60 €
Gesamt185–450 € pro Quadratmeter Wandfläche

Beispielrechnung Einfamilienhaus:

Ein typisches Einfamilienhaus mit 50–70 m² Kelleraußenwandfläche (Umfang ca. 40 m, Wandhöhe 2 m):

  • Gesamtkostenbandbreite: ca. 15.000–30.000 €
  • Bei einfacher Zugänglichkeit und günstigen Bodenverhältnissen eher am unteren Ende
  • Bei schwierigen Verhältnissen (enger Zugang, Grundwasser, Hanglage) am oberen Ende

Diese Werte sind Orientierungswerte. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Neubauten sind meist günstiger: Da Erdarbeiten und Abdichtung ohnehin anfallen, konzentrieren sich die Mehrkosten auf das Dämmmaterial und den etwas höheren Arbeitsaufwand. Die Kosten pro Quadratmeter liegen hier typischerweise bei 30–50 €.

Empfehlung: Holen Sie mehrere Angebote von Fachfirmen ein und lassen Sie diese mit Hilfe eines Energieberaters technisch und wirtschaftlich bewerten. Bei Enwendo gehört die Angebotsprüfung zum Leistungsumfang der Energieberatung.

Förderung, iSFP & Energieberatung: So unterstützt Enwendo

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet attraktive Zuschüsse für Wärmedämmmaßnahmen an Bestandsgebäuden. Die Förderung wird über das BAFA (Zuschüsse) oder die KfW (Kredite) abgewickelt.

Förderfähigkeit der Perimeterdämmung:

Perimeterdämmungen und Sockeldämmung zählen zur Maßnahmenkategorie „Gebäudehülle” und sind förderfähig, wenn:

  • Die technischen Mindestanforderungen (U-Werte) eingehalten werden
  • Ein Energieeffizienz-Experte die Maßnahme begleitet
  • Der Antrag vor Beauftragung der Handwerkerleistungen gestellt wird

Aktuelle Fördersätze (Stand 2025):

FörderartFördersatz
Grundförderung Gebäudehülle15 %
iSFP-Bonus (wenn Maßnahme im iSFP empfohlen)+5 %
Gesamtbis 20 %

Die maximale förderfähige Investitionssumme beträgt 30.000 € pro Wohneinheit für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle.

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP):

Der iSFP ist ein strategisches Planungsinstrument, das alle Sanierungsmaßnahmen eines Gebäudes in einen sinnvollen Ablauf bringt. Wenn die Perimeterdämmung im iSFP empfohlen wird, erhalten Sie den zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf die BAFA-Förderung.

Vorteile des iSFP:

  • Kombinierte Planung von Keller-, Fassaden-, Dach- und Fensterdämmung
  • Optimale Reihenfolge der Maßnahmen
  • Maximierung der Fördermittel
  • Klare Übersicht über Kosten und Einsparpotenziale

Ob sich eine Perimeterdämmung wirklich lohnt, entscheidet sich weniger am Dämmstoff als am richtigen Zeitpunkt. Unsere Erfahrung zeigt: Der wirtschaftliche Nutzen ist am höchsten, wenn die Maßnahme mit ohnehin geplanten Erd- oder Abdichtungsarbeiten kombiniert wird. Wer den Keller gezielt in einen individuellen Sanierungsfahrplan einbindet, vermeidet teure Einzelmaßnahmen, reduziert Wärmebrücken dauerhaft und sichert sich zusätzlich den iSFP-Bonus bei der Förderung. Gerade im Bestand ist eine vorausschauende Planung entscheidend.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Fazit

Die Perimeterdämmung ist eine langfristige Investition in Energieeffizienz, Wohnkomfort und Gebäudewert. Sie lohnt sich besonders dann, wenn der Keller als Wohnraum genutzt wird oder ohnehin Abdichtungsarbeiten anstehen. Mit dem richtigen Dämmmaterial – in der Regel XPS oder Glasschaum –, fachgerechter Ausführung und einer durchdachten Förderstrategie amortisiert sich die Maßnahme innerhalb von 10–20 Jahren.

Jetzt aktiv werden:

Planen Sie eine Kellerabdichtung, eine neue Drainage oder größere Gartenarbeiten am Haus? Dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um prüfen zu lassen, ob sich eine Perimeterdämmung wirtschaftlich integrieren lässt. Die Mehrkosten während ohnehin anstehender Erdarbeiten sind deutlich geringer als bei einer nachträglichen Einzelmaßnahme.

Vereinbaren Sie jetzt ein Beratungsgespräch mit unserem Energieberater vor Ort, um zu sehen, welche Fördermöglichkeiten für Ihr Haus in Frage kommen!

Häufige Fragen zur Perimeterdämmung

Ist eine Perimeterdämmung auch bei unbeheizten Kellern sinnvoll?

Ja, allerdings primär aus bauphysikalischen Gründen. Auch bei unbeheizten Kellern reduziert eine Perimeterdämmung kalte Wandoberflächen und damit das Risiko von Kondenswasser, Feuchte und Schimmel. Die energetische Einsparung fällt geringer aus als bei beheizten Kellerräumen, der Werterhalt des Gebäudes steht hier im Vordergrund.

Kann eine Perimeterdämmung eine Kellerdeckendämmung ersetzen?

Nein, die beiden Maßnahmen haben unterschiedliche Wirkungen. Die Kellerdeckendämmung reduziert vor allem den Wärmeverlust aus den beheizten Wohnräumen darüber und ist meist günstiger. Die Perimeterdämmung verbessert zusätzlich den Feuchteschutz, den Wohnkomfort im Keller und die gesamte thermische Qualität der Gebäudehülle. In vielen Fällen ist eine Kombination sinnvoll.

Muss der Keller für eine Perimeterdämmung komplett freigelegt werden?

Nicht zwingend vollständig, aber abschnittsweise. Aus statischen Gründen dürfen Kellerwände im Bestand nicht auf ganzer Länge gleichzeitig freigelegt werden. Üblich ist ein abschnittsweises Vorgehen von 2–3 Metern, um die Standsicherheit des Gebäudes zu gewährleisten.

Kann eine Perimeterdämmung Feuchteschäden im Keller beheben?

Eine Perimeterdämmung allein ist keine Sanierungsmaßnahme bei bestehenden Feuchteschäden. Sie muss immer mit einer funktionierenden Abdichtung kombiniert werden. Erst wenn die Ursache der Feuchte (z. B. defekte Abdichtung, fehlende Drainage) behoben ist, kann die Dämmung ihre Wirkung dauerhaft entfalten.

Ist eine Perimeterdämmung bei hohem Grundwasserstand möglich?

Ja, grundsätzlich schon – allerdings nur mit dafür geeigneten Systemen. In Bereichen mit drückendem Wasser oder hohem Grundwasserstand kommen in der Regel XPS mit entsprechender Zulassung oder Glasschaum zum Einsatz. Planung, Abdichtung und Ausführung müssen hier besonders sorgfältig erfolgen und sollten immer von Fachplanern begleitet werden.

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