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Pelletheizung oder Gasheizung: Was lohnt sich für Ihr Haus?

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 15 Min. Lesezeit

Der Heizungstausch steht für viele Hausbesitzer in Deutschland auf der Agenda – und die Frage „Pelletheizung oder Gasheizung?” ist dabei eine der meistdiskutierten. Die kurze Antwort: Eine Pelletheizung ist in den meisten Fällen die zukunftssicherere und langfristig wirtschaftlichere Wahl, während eine Gasheizung nur noch als Übergangslösung oder in Hybrid-Konzepten sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pelletheizungen gelten als erneuerbare Heizsysteme und erfüllen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bereits heute. Gasheizungen basieren auf fossilem Erdgas und werden langfristig durch Klimapolitik und CO₂-Bepreisung teurer.
  • Die Anschaffungskosten unterscheiden sich deutlich: Eine Gasheizung kostet meist etwa 10.000–15.000 Euro, eine Pelletheizung im Bestandsgebäude etwa 25.000–40.000 Euro vor Förderung.
  • Förderungen können die Pelletheizung deutlich attraktiver machen: Über die Heizungsförderung der KfW sind bis zu 70 % Zuschuss möglich – abhängig von Einkommen, Heizungstausch und weiteren Boni.
  • Die laufenden Kosten sind oft günstiger bei Pellets, weil Holzpellets pro Kilowattstunde meist preiswerter sind als Erdgas und nicht direkt vom CO₂-Preis betroffen sind.
  • Der Platzbedarf ist ein entscheidender Faktor: Pelletheizungen benötigen zusätzlich zum Kessel ein Lager für den Brennstoff und meist einen Pufferspeicher.
  • Gasheizungen kommen heute häufig nur noch als Übergangslösung infrage, etwa wenn wenig Platz vorhanden ist oder eine größere Sanierung erst in einigen Jahren geplant ist.
  • Welche Lösung wirklich sinnvoll ist, hängt stark vom Gebäude ab – insbesondere von Wärmebedarf, Platzverhältnissen, Budget und langfristigen Sanierungsplänen.

So gehen Sie vor

  1. Bestandsheizung prüfen: Klären Sie zunächst, wie alt Ihre aktuelle Heizung ist und ob gesetzliche Austauschpflichten gelten – etwa bei alten Konstanttemperaturkesseln.
  2. Wärmebedarf des Hauses ermitteln: Der jährliche Energiebedarf und die Heizlast Ihres Gebäudes entscheiden maßgeblich darüber, welches Heizsystem sinnvoll und wirtschaftlich ist.
  3. Platz und bauliche Voraussetzungen prüfen: Für eine Pelletheizung benötigen Sie ausreichend Raum für Kessel, Pufferspeicher und Pelletlager. Bei Gasheizungen genügt meist ein kleiner Technikraum.
  4. Fördermöglichkeiten berechnen: Prüfen Sie frühzeitig, welche Förderprogramme für Sie infrage kommen. Besonders beim Austausch alter Heizungen können hohe Zuschüsse möglich sein.
  5. Kosten über die Lebensdauer vergleichen: Vergleichen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch Brennstoffpreise, Wartungskosten und mögliche Preisentwicklungen über 15 bis 20 Jahre.
  6. Unabhängige Energieberatung nutzen: Eine professionelle Energieberatung betrachtet Ihr Gebäude ganzheitlich und zeigt, ob eine Pelletheizung, Wärmepumpe oder Hybridlösung langfristig die bessere Wahl ist.

Hintergrund: Gesetzeslage (GEG) und Heizungstausch bis 2045

Das Gebäudeenergiegesetz hat die Rahmenbedingungen für Heizungsanlagen in Deutschland grundlegend verändert. Seit 2024 gilt für neue Heizungen in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Vorgabe. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen, die sich an der kommunalen Wärmeplanung orientieren.

Was bedeutet das konkret für Hausbesitzer?

  • Bestehende Gasheizungen dürfen in der Regel weiterbetrieben werden, solange sie funktionsfähig sind – eine generelle Austauschpflicht nach 30 Jahren besteht jedoch für bestimmte Konstanttemperaturkessel
  • Reine Gasheizungen sind perspektivisch nur noch mit erneuerbarem Anteil (Biogas, Wasserstoff oder als Hybrid mit Wärmepumpe) zulässig
  • Deutschland strebt Klimaneutralität bis 2045 an. Perspektivisch bedeutet das, dass Heizsysteme langfristig ohne fossile Brennstoffe betrieben werden sollen – weshalb neue fossile Heizungen zunehmend an Bedeutung verlieren.
  • Pelletheizungen erfüllen als Biomasse-Heizung die EE-Vorgabe grundsätzlich und sind damit zukunftssicher

Enwendo prüft für Eigentümer den rechtlichen Status der vorhandenen Heizung im Rahmen einer Energieberatung. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhalten Sie einen klaren Überblick, welche Maßnahmen wann sinnvoll sind.

Pelletheizung oder Gasheizung

Technik im Überblick: Wie funktionieren Gas- und Pelletheizung?

Das technische Verständnis beider Heizungsarten ist wichtig, weil es direkt Einfluss auf Kosten, Wartung und Platzbedarf hat. Beide Heizsysteme können Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser zuverlässig beheizen, unterscheiden sich aber erheblich in ihren infrastrukturellen Anforderungen.

So funktioniert eine Gasheizung:

  • Verbrennung von Erdgas, Flüssiggas oder zunehmend Biogas im Brenner
  • Moderne Brennwerttechnik nutzt Energie durch Rückgewinnung der Abwärme über den Wärmetauscher
  • Kompakte Bauweise, häufig als Wandgerät realisierbar
  • Direkte Anbindung an bestehende Heizkörper oder Fußbodenheizung ohne Pufferspeicher möglich
  • Erfordert einen Gasanschluss oder bei Flüssiggas einen Tank im Außenbereich

So funktioniert eine Pelletheizung:

  • Verbrennung von Holzpellets (komprimierte Holzspäne und Sägemehl aus der Holzindustrie) im Pelletkessel
  • Automatischer Transport der Pellets vom Pelletlager zum Brenner über Förderschnecke oder Saugsystem
  • Lambda-Regelung für effiziente Verbrennung und automatische Zündung
  • Pufferspeicher zur Wärmespeicherung und gleichmäßigen Wärmeabgabe
  • Aschebehälter, der regelmäßig geleert werden muss
  • Abgasführung mit modernen Filtern zur Feinstaubminderung

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Anschaffungskosten: Was zahlen Sie 2026 realistisch?

Die Anschaffung einer neuen Heizung ist eine erhebliche Investition. Die Preise schwanken regional und hängen von den Gegebenheiten vor Ort ab – dennoch lassen sich typische Größenordnungen für Einfamilienhäuser benennen.

Orientierungswerte für eine Gasheizung:

  • Moderner Gas-Brennwertkessel inklusive Montage: ca. 9.000–12.000 Euro
  • Bei neuem Gasanschluss: zusätzlich 1.500–3.000 Euro
  • Schornsteinsanierung (falls erforderlich): 500–1.500 Euro
  • Gesamtkosten bei einfachen Bedingungen: ca. 10.000–15.000 Euro

Orientierungswerte für eine Pelletheizung:

  • Komplettes System (Kessel, Lager, Fördersystem, Pufferspeicher, Installation): ca. 20.000–30.000 Euro
  • Bei Umstieg von Gas oder Öl: häufig Mehrkosten für Lagerraum-Umbau und Anpassung der Abgasanlage
  • Gesamtkosten im Bestandsgebäude: ca. 25.000–40.000 Euro vor Förderung

Der Unterschied bei den Anschaffungskosten ist auf den ersten Blick erheblich. Allerdings können staatliche Fördermöglichkeiten die Differenz deutlich verringern – bei Pelletheizungen sind Zuschüsse bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

Enwendo unterstützt Sie bei der Erstellung von Angebots- und Fördermittelvergleichen, prüft Handwerker-Angebote auf Plausibilität und bindet den Heizungstausch in einen umfassenden Sanierungsfahrplan ein.

Betriebskosten und Preisentwicklung: Pellets vs. Gas

Neben der Anschaffung sind die laufenden Betriebskosten entscheidend für die Wirtschaftlichkeit über 15 bis 20 Jahre. Hier spielen Brennstoffkosten, CO2-Preis und künftige Preissteigerungen eine zentrale Rolle.

Typischer Verbrauch und Kosten im Einfamilienhaus:

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit ca. 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr benötigt:

  • Erdgas: Erdgas: ca. 2.000 m³ bei einem durchschnittlichen Haushaltsgaspreis von rund 10–11 Cent pro kWh (Stand 2026), ergibt Brennstoffkosten von etwa 2.000–2.200 Euro pro Jahr.
  • Holzpellets: Holzpellets: ca. 4–4,5 Tonnen bei typischen Marktpreisen von etwa 350–420 Euro pro Tonne (je nach Region und Liefermenge), ergibt Brennstoffkosten von ungefähr 1.400–1.900 Euro pro Jahr.

Langfristige Kostenentwicklung:

Pellets sind tendenziell günstiger pro kWh als Erdgas, unterliegen aber ebenfalls Schwankungen – die Preisspitze 2022/2023 hat das deutlich gezeigt. Gaspreise werden zusätzlich durch die steigende CO₂-Bepreisung belastet. Ab 2026 gilt in Deutschland ein CO₂-Preis-Korridor von etwa 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂. Ab 2028 soll der Preis zunehmend über den europäischen Emissionshandel bestimmt werden. Dadurch ist langfristig mit steigenden Kosten für fossile Brennstoffe wie Erdgas zu rechnen.

Zusätzliche laufende Kosten:

  • Wartung durch den Heizungsbauer: bei beiden Systemen jährlich erforderlich
  • Schornsteinfeger: gesetzlich vorgeschrieben
  • Strom für Pumpen und Fördersystem: bei Pelletkesseln etwas höher
  • Reinigung und Ascheentsorgung: zusätzlicher Aufwand bei Pelletheizungen

In unserer Beratung rechnen wir konkrete Szenarien mit 10- bis 20-Jahres-Betrachtung durch – inklusive verschiedener Preisentwicklungen und CO2-Preis-Prognosen. So sehen Sie auf einen Blick, welches Heizsystem für Ihr Haus wirtschaftlich am besten abschneidet.

Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen

Der verfügbare Platz ist oft der entscheidende Praxisfaktor bei der Wahl zwischen Gas- und Pelletheizung – besonders in bestehenden Kellerräumen.

Gasheizung – kompakt und flexibel:

  • Kompakte Kessel, häufig als Wandgeräte realisierbar
  • Kein Brennstofflager erforderlich (bei leitungsgebundenem Erdgas)
  • Eignung auch für kleine Technikräume, Etagenwohnungen oder Reihenhäuser mit wenig Kellerfläche
  • Bei Flüssiggas: Außentank mit ca. 2–4 m² Grundfläche erforderlich

Pelletheizung – mehr Raum nötig:

  • Technikraum für Kessel und Pufferspeicher: mindestens 6–10 m²
  • Separater Lagerraum für Pellets: typischerweise 4–9 m³ für ein Einfamilienhaus, je nach Energiebedarf und gewünschtem Lieferintervall
  • Trockene Umgebung im Lagerraum erforderlich
  • Gute Erreichbarkeit für das Silofahrzeug (Schlauchlängen von 20–30 m sind Standard)
  • Bei Eigenbau-Lager: statische Anforderungen beachten

Moderne Alternativen wie Gewebesilos oder Sacklager können den Platzbedarf optimieren. Ein persönlicher Vor-Ort-Termin mit einem Enwendo-Energieberater klärt, ob und wie eine Pelletheizung bei Ihnen räumlich realisierbar ist.

Mann befüllt Pelletkessel mit Pellets

Ökologie und Zukunftssicherheit: CO₂, Feinstaub & Versorgungssicherheit

Klimaschutz, regionale Versorgung und die politischen Zielsetzungen bis 2045 sollten bei der Heizungsentscheidung eine wichtige Rolle spielen.

Gasheizung – fossiler Energieträger mit Auslaufdatum:

  • Direkter CO2-Ausstoß von etwa 202 g CO2 pro kWh
  • Steigender CO2-Preis verteuert den Betrieb kontinuierlich
  • Abhängigkeit von Importen und geopolitischen Entwicklungen
  • Biogas- und Wasserstoff-Beimischungen sind technisch möglich, aber Verfügbarkeit und Kosten bleiben unklar

Pelletheizung – nachwachsender Rohstoff mit Einschränkungen:

  • Nutzung von Holz als nachwachsendem Rohstoff
  • Pellets gelten im Rahmen der Energiebilanzierung als erneuerbarer Energieträger, da das bei der Verbrennung freigesetzte CO₂ zuvor beim Wachstum des Holzes gebunden wurde. Dennoch entstehen bei der Verbrennung reale Emissionen von CO₂, Stickoxiden und Feinstaub.
  • Dennoch reale Emissionen von CO2, NOx und Feinstaub bei der Verbrennung
  • Moderne Filtertechnik reduziert Emissionen deutlich, gesetzliche Grenzwerte müssen eingehalten werden

Versorgungssicherheit im Vergleich:

  • Viele Pelletproduzenten in Deutschland und der EU, aber Preissprünge durch Holzmarkt-Entwicklungen möglich
  • Gasmarkt abhängig von globalen Lieferketten und geopolitischen Krisen

Hinweis

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch: Wärmepumpen sind bei guter Gebäudedämmung und Ökostrom oft noch klimafreundlicher als Pelletheizungen. Enwendo berät technologieoffen und zeigt Ihnen alle sinnvollen Alternativen für Ihr Haus.

Förderungen und steuerliche Vorteile in Deutschland

Die Förderlandschaft für Heizungen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die wichtigsten Programme sind die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.

Förderung für Pelletheizungen:

  • Basisförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Effizienz- und Emissionsboni: zusätzlich bis zu 5 Prozent für besonders emissionsarme Anlagen
  • Klimageschwindigkeitsbonus: weitere 20 Prozent beim Austausch alter Öl- oder Gasheizungen
  • Einkommensabhängiger Bonus: 30 Prozent für Haushalte mit bis zu 40.000 Euro Jahreseinkommen
  • Maximale Förderung: bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Bei maximal 30.000 Euro förderfähigen Investitionskosten entspricht das einem Zuschuss von bis zu 21.000 Euro. Für besonders emissionsarme Biomasseanlagen kann zusätzlich ein Zuschlag von bis zu 2.500 Euro gewährt werden.

Gasheizungen:

  • Reine Gasheizungen werden seit 2022/2023 nicht mehr direkt gefördert
  • Hybrid-Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarem Anteil können unter bestimmten Bedingungen förderfähig sein

Steuerliche Möglichkeiten nach §35c EStG:

  • 20 Prozent Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen
  • Verteilt über drei Jahre (7 Prozent, 7 Prozent, 6 Prozent)
  • Gilt für selbstgenutztes Wohneigentum, das mindestens 10 Jahre alt ist
  • Alternative zur direkten Förderung, nicht kombinierbar

Die Förderlandschaft ändert sich regelmäßig – die Anpassungen 2023/2024 und die Haushaltskrise haben das gezeigt. Ein aktueller Fördercheck vor Auftragsvergabe ist daher unverzichtbar.

Enwendo unterstützt Sie bei der Fördermittelberatung und begleitet Sie bei den Anträgen. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)kann außerdem helfen, weitere Sanierungsmaßnahmen sinnvoll zu planen und zusätzliche Förderboni bei bestimmten Effizienzmaßnahmen zu nutzen.

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Komfort, Wartung und Alltagstauglichkeit

Neben Kosten und Klimabilanz zählen Komfort, Aufwand und Zuverlässigkeit im Alltag. Schließlich soll Ihre neue Heizung über viele Jahre problemlos funktionieren.

Gasheizung im Alltag:

  • Sehr komfortabel und vollautomatisch
  • Kein Brennstoffhandling erforderlich
  • Jährliche Wartung durch Fachbetrieb (ca. 150–200 Euro)
  • Schornsteinfegerkosten (ca. 50–100 Euro jährlich)
  • Im Normalfall wenig Störungen bei moderner Technik
  • Leiser Betrieb ohne störende Geräusche

Pelletheizung im Alltag:

  • Ebenfalls automatischer Betrieb mit programmierbarer Steuerung
  • Regelmäßiges Leeren des Aschebehälters (alle 2–4 Wochen je nach Anlage)
  • Gelegentliche Sichtkontrolle des Lagers
  • Höhere Wartungskosten (ca. 200–350 Euro jährlich)
  • Hörbare Förderschnecke und Gebläse – Aufstellraum und Schalldämmung beachten
  • Pelletlieferung ein- bis zweimal pro Jahr organisieren

Was können Sie selbst übernehmen?

  • Asche entsorgen: einfache Handgriffe, die jeder Hausbesitzer selbst erledigen kann
  • Lagerstand kontrollieren: kurzer Blick ins Pelletlager
  • Reinigung des Brennraums: bei manchen Anlagen selbst möglich, ansonsten durch Fachbetrieb

Wann lohnt sich eine Pelletheizung besonders – und wann eher Gas?

Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage nach dem besten Heizsystem. Die Entscheidung hängt von Ihrem Gebäude, Ihrem Budget und Ihren langfristigen Zielen ab – idealerweise betrachtet in Kombination mit Dämmung und anderen Sanierungsmaßnahmen.

Szenarien, in denen eine Pelletsheizung vorteilhaft ist:

  • Eigenheim mit ausreichend Platz im Keller oder Nebengebäude
  • Hoher Wärmebedarf, z.B. in unsanierten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen
  • Wunsch nach erneuerbarer Energie und Unabhängigkeit von Gasnetzen
  • Bereitschaft zur höheren Anfangsinvestition
  • Möglichkeit zur Nutzung hoher Förderquoten (bis 70 Prozent)
  • Langfristige Nutzung des Gebäudes geplant

Szenarien, in denen (noch) Gas in Frage kommt:

  • Stark begrenzter Platz ohne Möglichkeit für Pelletlager
  • Begrenztes Investitionsbudget und keine Förderberechtigung
  • Absehbar begrenzte Nutzungsdauer des Gebäudes (z.B. geplanter Verkauf)
  • Übergangslösung bis zu grundlegender Sanierung
  • Geplanter späterer Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme

Hybridlösungen als Alternative:

Die Kombination einer Gasheizung mit Solarthermie oder einer kleinen Wärmepumpe kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Auch ein Pelletofen im Wohnbereich als Unterstützung ist eine Option. Ob solche Lösungen die GEG-Anforderungen erfüllen und wirtschaftlich sind, muss im Einzelfall geprüft werden.

Enwendo betrachtet in der Energieberatung immer das gesamte Gebäude: Dämmung, Fenster, Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich – und empfiehlt erst dann die passende Heizung. Denn die beste Heizung nützt wenig, wenn das Haus unnötig viel Energie verliert.

Beim Heizungstausch schauen viele Eigentümer zuerst auf die Anschaffungskosten. Entscheidend ist aber die Gesamtrechnung über 15 bis 20 Jahre. Dazu gehören Brennstoffpreise, CO₂-Kosten, Wartung, Förderungen und der tatsächliche Energiebedarf des Gebäudes. Erst wenn diese Faktoren gemeinsam betrachtet werden, zeigt sich, welches Heizsystem langfristig wirklich wirtschaftlich ist. In vielen Fällen lohnt sich deshalb eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsberechnung, bevor Sie sich für eine neue Heizung entscheiden.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Enwendo: Unabhängige Entscheidungshilfe und Sanierungsfahrplan

Enwendo ist eine deutsche Energieberatung, die private Hausbesitzer bei der Entscheidung für das richtige Heizsystem unterstützt – neutral, fachkundig und mit Blick auf das gesamte Gebäude.

So läuft eine typische Beratung ab:

  1. Kontaktaufnahme: Sie schildern Ihre Situation und Ihre Fragen
  2. Vor-Ort-Termin: Ein zertifizierter Energieberater analysiert Ihr Gebäude
  3. Gebäudeanalyse: Untersuchung der Gebäudehülle, Heizlastberechnung, Bestandsaufnahme der Heizflächen
  4. Variantenvergleich: Gegenüberstellung von Pellets, Gas-Hybrid, Wärmepumpe und ggf. Fernwärme
  5. Sanierungsfahrplan (iSFP): Dokumentation aller empfohlenen Maßnahmen mit Zeitplan und Fördermöglichkeiten

Ihre Vorteile:

  • Neutrale Empfehlung ohne Bindung an bestimmte Heizungshersteller
  • Unterstützung bei der Angebotseinholung von Installateuren und Heizungsbauern
  • Begleitung bei Förderanträgen und Verwendungsnachweisen
  • Ansprechpartner auch nach dem Einbau für Optimierung und Fragen

Enwendo steht Kunden bundesweit zur Verfügung – von der ersten Quelle für Informationen bis zur erfolgreichen Umsetzung Ihres Projekts.

Fazit: Pelletheizung oder Gasheizung – was ist die bessere Wahl?

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick: Eine Holzpelletheizung erfordert höhere Anschaffungskosten, bietet aber niedrigere Betriebskosten und erfüllt bereits heute die gesetzlichen Anforderungen des GEG. Eine Gasheizung ist günstiger in der Anschaffung, wird jedoch durch steigende CO2-Preise und politische Vorgaben langfristig unwirtschaftlicher und ist ohne Zweifel ein Auslaufmodell.

Für die meisten Verbraucher mit ausreichend Platzbedarf im Keller und einer langfristigen Perspektive ist die Pelletheizung die zukunftssicherere und klimafreundlichere Wahl. Die hohen Förderquoten machen sie auch wirtschaftlich attraktiv. Eine Gasheizung kommt heute vor allem noch als gut begründete Übergangslösung oder in Hybrid-Konzepten in Frage – etwa wenn der Platz fehlt oder eine grundlegende Sanierung erst in einigen Jahren geplant ist.

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie eine unabhängige Energieberatung in Anspruch nehmen. Nur mit Blick auf das gesamte Haus – inklusive Dämmung, Heizflächen und Förderungen – lässt sich beurteilen, welches Heizsystem für Sie die beste Rechnung macht. Enwendo unterstützt Hausbesitzer bundesweit bei genau dieser Entscheidung: von der Erstberatung über den Sanierungsfahrplan bis zur Umsetzung und Förderabwicklung. Nehmen Sie jetzt gern Kontakt auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten!

Häufige Fragen zur Entscheidung Pelletheizung oder Gasheizung

Ist eine Gasheizung in Deutschland noch erlaubt?

Ja. Bestehende Gasheizungen dürfen weiterhin betrieben werden, solange sie funktionsfähig sind. Beim Einbau neuer Heizungen gelten jedoch strengere Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Neue Heizsysteme sollen langfristig zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wird eine Pelletheizung staatlich gefördert?

Ja. Der Einbau einer Pelletheizung kann über die KfW-Heizungsförderung unterstützt werden. Je nach Einkommen, Austausch alter Heizungen und weiteren Boni sind Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich.

Ist eine Pelletheizung günstiger im Betrieb als eine Gasheizung?

In vielen Fällen ja. Holzpellets sind pro Kilowattstunde häufig günstiger als Erdgas. Zudem verteuert der CO₂-Preis fossile Energieträger wie Gas schrittweise. Die tatsächlichen Kosten hängen jedoch stark vom Energiebedarf des Hauses und den regionalen Brennstoffpreisen ab.

Wie viel Platz benötigt eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung benötigt mehr Platz als eine Gasheizung. Neben dem Heizkessel werden ein Pufferspeicher und ein Pelletlager benötigt. Für ein Einfamilienhaus sollten meist 6–10 m² Technikfläche und zusätzlicher Lagerraum eingeplant werden.

Welche Heizung ist zukunftssicherer – Pellets oder Gas?

Pelletheizungen gelten als erneuerbare Heizsysteme und erfüllen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes bereits heute. Gasheizungen basieren auf fossilem Erdgas und könnten durch steigende CO₂-Kosten langfristig teurer werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch immer vom Gebäude, dem Platzangebot und der geplanten Nutzung ab.

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