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Fenstertausch und Rollladenkasten: So vermeiden Sie Wärmebrücken

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 18 Min. Lesezeit

Wer 2026 einen Fenstertausch plant, muss den vorhandenen Rollladenkasten von Anfang an mitdenken. Denn selbst die besten Fenster mit Dreifachverglasung können ihre Wirkung nicht entfalten, wenn darüber ein ungedämmter Sturzkasten klafft – das Ergebnis sind Wärmebrücken, Zugluft und im schlimmsten Fall Schimmel.

In der Praxis erleben wir regelmäßig, dass ein erheblicher Teil der Wärmeverluste im Fensteranschlussbereich auf ungedämmte Rollladenkästen zurückzuführen ist. Das bedeutet: Ihre Investition in neue Fenster verpufft teilweise wirkungslos, wenn der Rollladenkasten nicht saniert wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Fenstertausch ist der Rollladenkasten ein entscheidender Schwachpunkt für Wärmeverluste, Zugluft und Schimmel.
  • Ungedämmte oder undichte Rollladenkästen können die Energieeffizienz neuer Fenster deutlich verschlechtern.
  • Fenster, Laibung und Rollladenkasten bilden bauphysikalisch eine Einheit und müssen gemeinsam betrachtet werden.
  • Für die Förderfähigkeit ist eine saubere Planung und Dokumentation des gesamten Fensteranschlusses notwendig.
  • Je nach Gebäudezustand kommen Aufsatzrollläden, Vorbaurollläden oder die Sanierung des Bestandskastensinfrage.
  • Eine frühzeitige Energieberatung hilft, Bauschäden zu vermeiden und Fördermittel abzusichern.

So gehen Sie vor

  1. Bestand prüfen lassen: Untersuchen Sie Fenster, Rollladenkasten und Anschlussdetails auf Dämmzustand, Luftundichtheit und Feuchteschäden.
  2. Sanierungsziel festlegen: Entscheiden Sie, ob eine Einzelmaßnahme, eine iSFP-Empfehlung oder ein Effizienzhausstandard angestrebt wird.
  3. Geeignete Lösung wählen: Wählen Sie zwischen Aufsatzrollladen, Vorbaurollladen oder Sanierung des bestehenden Kastens – passend zu Gebäude, Budget und Fassadenplanung.
  4. Fenster und Rollladenkasten gemeinsam planen: Stimmen Sie Fensterposition, Dämmaufbau, Laibung und Kasten als zusammenhängendes System ab.
  5. Förderung vor Umsetzung klären: Prüfen Sie vor Auftragserteilung die Förderfähigkeit und stellen Sie Anträge rechtzeitig.
  6. Fachgerechte Ausführung sicherstellen: Achten Sie auf luftdichte Anschlüsse, gedämmte Revisionsklappen und eine saubere Abstimmung der Gewerke.
  7. Umsetzung dokumentieren: Halten Sie Planung, Ausführung und Materialien fest, um Förderprüfungen problemlos zu bestehen.
Fenstertausch Rolladenkasten

Darum müssen Fenster und Rollladenkasten zusammen gedacht werden

In typischen Altbauten der Baujahre 1950 bis 1990 ist der Bereich des Fenstersturzes eine der kritischsten Wärmebrücken im gesamten Haus. Der Grund: Hier treffen Mauerwerk, Fensterrahmen und Rollladenkasten aufeinander – und oft wurde bei der Errichtung wenig Wert auf eine durchgehende Dämmung gelegt.

Das Stichwort lautet thermische Hülle. Fensterrahmen, Laibung und Rollladenkasten bilden bauphysikalisch eine Einheit. Wenn nur ein Element dieser Einheit energetisch schwach ist, leidet die Gesamtleistung. Ein ungedämmter Holzsturzkasten in einem Haus von 1975 erreicht an der Innenseite bei -5 °C Außentemperatur oft nur 14–15 °C Oberflächentemperatur. Das liegt deutlich über dem kritischen Schwellenwert von etwa 12,6 °C, ab dem Schimmelrisiko besteht – besonders an der Gurtführung.

Die Zusammenhänge gehen über die reine Wärme hinaus:

  • Schlecht abgedichtete Rollladenkästen lassen Verkehrslärm durch – der Schallschutz neuer Fenster wird teilweise zunichtegemacht
  • Luftundichtheiten an der Revisionsklappe oder Gurtführung sorgen für permanenten Luftaustausch mit der kalten Außenluft
  • Im Sommer kann es bei bestimmten Rollladensystemen zu einem Wärmestau zwischen Glas und Panzer kommen, wenn Aufbau und Belüftung nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind.

Wer also beim Fenstertausch nur das Fenster selbst betrachtet, löst bestenfalls die Hälfte des Problems.

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Ihrer Region aktiv sind.

Typische Fragen und Probleme beim Fenstertausch mit Rollladenkasten

In unseren Beratungen hören wir immer wieder dieselben Fragen von Hausbesitzern:

  • „Bleibt mein alter Kasten drin, wenn die neuen Fenster kommen?”
  • „Muss ich den Gurtkasten anfassen, oder macht das der Fensterbauer?”
  • „Wer ist eigentlich zuständig – der Fenstereinbauer oder ein separater Rollladenbauer?”

Diese Unsicherheit ist nachvollziehbar, denn die Verantwortlichkeiten sind oft unklar. Das führt zu konkreten Problemen:

  • Der Fensterbauer kalkuliert nur das Fenster, der Sturzkasten steht gar nicht im Leistungsverzeichnis
  • Die Planung des Anschlussdetails fehlt komplett – erst auf der Baustelle fällt auf, dass etwas nicht passt
  • Nachträge und Mehrkosten entstehen, weil Arbeiten nicht eingeplant waren
  • Bei der Förderprüfung fehlen Nachweise für die energetische Sanierung des Kastenbereichs

Das Grundproblem: Die Energieeffizienz der gesamten Fensteröffnung wird vom schwächsten Glied bestimmt. Und das ist fast immer der Rollladenkasten. Wer hier nichts plant, verschenkt Potenzial – und möglicherweise Fördergeld.

Grundlagen: Aufbau von Fenster & Rollladenkasten im Bestand

Bei Gebäuden der Baujahre 1960 bis 1990 ist der klassische Fensteranschluss mit Sturzkasten im Mauerwerk weit verbreitet. Der Aufbau folgt einem typischen Schema, das heute als energetische Schwachstelle gilt.

Der Rollladenkasten ist ein Hohlraum über dem Fenster, der den Rollladenpanzer und die Welle aufnimmt. Bei älteren Bauten besteht er oft aus Holz, Blech oder einfachem Beton – kaum oder gar nicht gedämmt. Nach innen ist er meist mit einer Revisionsklappe zugänglich, durch die auch der Gurt läuft.

Der typische Aufbau im Schnitt sieht so aus:

  • Außenmauer aus Ziegelmauerwerk oder Beton
  • Eingelassener Sturzkasten mit Rollladenwelle
  • Seitliche Laibung, oft ungedämmt
  • Fensterrahmen, eingesetzt in die Maueröffnung
  • Innenputz mit Gurtführung und Revisionsklappe

Die kritischen Stellen für Luftundichtheit und Wärmebrücken liegen an den Übergängen: Gurtführung durch die Wand, Revisionsklappe ohne Dichtung, Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk, ungedämmte Kastenwände.

Moderner Wärmeschutz kann nur erreicht werden, wenn alle Elemente gemeinsam geplant werden: Kasten, Laibung, Fensterbankanschluss und Anschlussfuge. Alles andere ist Stückwerk.

Einbau neues Fenster

Sanierungsvarianten für Rollladenkästen beim Fenstertausch

Je nach Gebäudetyp, Budget und energetischem Ziel gibt es verschiedene Lösungen für die Sanierung des Rollladenkastens beim Fenstertausch. Die gängigsten sind:

  • Aufsatzrollladen (Fenster mit integriertem Kasten)
  • Vorbaurollladen (außen montiert, vor der Fassade)
  • Sanierung des vorhandenen Altsturzkastens

Jede Variante hat unterschiedliche Auswirkungen auf Dämmung, Optik der Fassade, Fensterfläche und Förderfähigkeit. Die Wahl sollte nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden.

Tipp

Klären Sie zuerst die energetische Zielsetzung – etwa ob Sie ein Effizienzhaus anstreben oder eine iSFP-Maßnahme umsetzen wollen. Dann das Budget. Und erst dann die konkrete Variante.

Fenster mit integriertem Rollladenkasten (Aufsatzkasten)

Beim Aufsatzrollladen bilden Fenster und Kasten ein kombiniertes Element. Das System wird werkseitig vormontiert und als Einheit in die Maueröffnung eingesetzt. Diese Ausführung ist heute bei Sanierungen von Häusern aus den 1970er Jahren besonders verbreitet.

Die Vorteile für die energetische Sanierung sind deutlich:

  • Bessere U-Werte im Anschlussbereich, da Kasten und Rahmen optimal aufeinander abgestimmt sind
  • Werkseitig geprüfte Systeme mit dokumentierter Luftdichtheit
  • Leichterer Fördernachweis, da die Kombination als Einheit bewertet wird
  • Moderne Aufsatzkästen erreichen in Kombination mit gedämmten Systemen U-Werte unter 0,8 W/m²K

Diese Lösung eignet sich besonders, wenn der alte Sturzkasten komplett zurückgebaut oder überdämmt wird. Bei geplanter Fassadendämmung mit WDVS ist eine Abstimmung mit dem Dämmaufbau nötig.

Mögliche Nachteile sollten bedacht werden:

  • Die Glasfläche reduziert sich leicht (je nach Kastenmaß um 10–20 %)
  • Optisch verändert sich die Innenansicht des Fensters
  • Bei außenliegender Dämmung muss die Integration sorgfältig geplant werden

Vorbaurollladen als Lösung bei Sanierung

Beim Vorbaurollladen sitzt der Kasten komplett außen – vor der Fassade oder in der Laibung. Das Fenster selbst bleibt dabei unangetastet. Diese Art der Nachrüstung ist eine bewährte Renovierungslösung, die besonders bei Altbauten ohne vorhandenen Sturzkasten sinnvoll ist.

Der große Vorteil: Die thermische Trennung vom Innenraum ist vollständig. Es gibt keine Durchdringung der Gebäudehülle, was Wärmebrücken im Sturzbereich stark reduziert. Vorbaurollläden sind ideal, wenn später noch eine Fassadendämmung geplant ist – der Kasten kann in die Dämmebene integriert werden.

Besonders geeignet für:

  • Einfamilienhäuser aus den 1930er bis 1980er Jahren
  • Gebäude ohne vorhandenen Sturzkasten
  • Fälle mit stark geschädigtem oder nicht sanierbarem Bestandskasten
  • Situationen, in denen die bestehende Dämmung erhalten bleiben soll

Vorbaurollläden schränken die Fensterfläche kaum ein und lassen sich gut mit Einbruchschutz und elektrischer Bedienung kombinieren. Optisch ragen sie jedoch sichtbar hervor, was bei denkmalgeschützten Gebäuden oder strengen Gestaltungssatzungen eine Rolle spielen kann. Hersteller wie Warema bieten hier RAL-Farben für eine bessere Fassadenintegration an.

Altbau-Fall: Sanierung von Sturzkästen im Mauerwerk

In Gebäuden der Baujahre 1955 bis 1985 finden sich häufig Holz- oder Blechkästen, die direkt ins Ziegelmauerwerk eingelassen sind. Diese Rolladenkästen sind fast immer ungedämmt und stellen im Zustand von damals eine erhebliche Schwachstelle dar.

Die Sanierungsvarianten bei erhaltenswürdigem Bestand:

  • Innenliegende Dämmung des Kastens mit Dämmplatten oder Einblasdämmung
  • Austausch der Revisionsklappe gegen ein gedämmtes Modell
  • Luftdichte Ausführung der Gurtführung mit speziellen Dichtmanschetten
  • Bei starken Schäden: kompletter Rückbau und Ersatz durch Aufsatz- oder Vorbausystem

Die Dämmstoffdicke und -qualität sollte an das energetische Zielniveau angepasst werden. Bei einem Effizienzhaus 85 oder einer iSFP-Empfehlung gelten andere Anforderungen als bei einer einfachen Renovierung.

Risiken bei der Sturzkasten-Sanierung:

  • Zu dünne oder falsch positionierte Dämmung kann zu Kondensat in der Konstruktion führen
  • Ohne Fachplaner besteht die Gefahr, dass der Taupunkt in die Dämmebene wandert
  • Die Revision und Wartung des Rollladens kann erschwert werden

Vergleich der Varianten 

Die drei Hauptvarianten unterscheiden sich in mehreren Aspekten, die für die Entscheidung relevant sind:

Aufsatzrollladen:

  • Energetische Qualität: sehr gut, da werkseitig optimiert
  • Baulicher Aufwand: mittel bis hoch, da Altkasten meist weichen muss
  • Eingriff ins Gebäude: deutlich, Fenstersturz wird verändert
  • Optische Wirkung: moderne Innenansicht, leicht reduzierte Glasfläche

Vorbaurollladen:

  • Energetische Qualität: sehr gut durch vollständige thermische Trennung
  • Baulicher Aufwand: gering, da keine Eingriffe in den Fenstersturz oder die tragende Konstruktion erforderlich sind
  • Eingriff ins Gebäude: minimal, nur Befestigung außen
  • Optische Wirkung: sichtbarer Kasten an der Fassade, aber bei WDVS gut integrierbar

Gedämmter Bestandskasten:

  • Energetische Qualität: gut, aber abhängig von Ausführungsqualität
  • Baulicher Aufwand: gering bis mittel
  • Eingriff ins Gebäude: minimal, Arbeiten im Bereich der Revision
  • Optische Wirkung: keine Veränderung, aber oft begrenzte Dämmstärke möglich

Bei einer Komplettsanierung mit WDVS (z. B. 16 cm EPS) funktionieren Vorbaurollläden besonders gut, da sie in die Dämmebene integriert werden können. Bei kleinerem Budget und intaktem Kasten kann die innenliegende Dämmung des Bestands eine wirtschaftliche Alternative sein.

Die passende Lösung sollte ein Energieberater im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) festlegen. Bei Enwendo erstellen wir diese Analyse inklusive Förderempfehlung.

Schritt-für-Schritt: Vorgehensweise beim Fenstertausch mit Rollladenkastensanierung

Ein strukturiertes Vorgehen vermeidet Bauschäden, Förderfehler und unnötige Kosten. Das zeigen die Erfahrungen aus Sanierungen der Jahre 2023 und 2024 deutlich.

Die wesentlichen Schritte im Überblick:

  1. Bestandsanalyse von Fensteranschluss und Rollladenkasten
  2. Entscheidung: dämmen, behalten oder ersetzen
  3. Fenster, Rollladenkasten und Laibung als System planen
  4. Montagequalität und Luftdichtheit sicherstellen
  5. Elektrische Nachrüstung und Smart-Home-Optionen mitplanen

Ab einer Investition von über 5.000–10.000 Euro ist eine förderfähige Energieberatung sehr sinnvoll, um die Maßnahmen zu bündeln und optimal zu fördern.

Bestandsanalyse von Fensteranschluss und Rollladenkasten

Bei der Vor-Ort-Begehung prüfen wir systematisch:

  • Baujahr des Gebäudes und des Rollladensystems
  • Material des Kastens: Holz, Blech, Beton, Kunststoff
  • Sichtbare Risse, Verfärbungen oder Beschädigungen
  • Zugluft an Revisionsklappe und Gurtführung
  • Funktion des Rollladens (gängig, schwergängig, blockiert)

Temperaturmessungen mit einer Infrarotkamera im Winter machen kalte Bereiche am Sturzkasten sofort sichtbar. Feuchtigkeitsflecken, Stockflecken oder Schimmel werden dokumentiert – besonders in Raumecken und über dem Fenster.

Bei Enwendo führen wir diese Bestandsanalyse im Rahmen einer qualifizierten Energieberatung durch, inklusive Fotodokumentation und Kurzbericht als Grundlage für weitere Planungen.

Entscheidung: Rollladenkasten dämmen, behalten oder ersetzen

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Baulicher Zustand des vorhandenen Kastens
  • Geplanter Dämmstandard (z. B. Effizienzhaus 70 oder 85)
  • Verfügbares Budget
  • Geplante Fassadensanierung oder WDVS
  • Denkmalschutzauflagen oder gestalterische Vorgaben

Die wirtschaftliche Bewertung – Amortisation und Energieeinsparung pro Jahr – kann Teil des individuellen Sanierungsfahrplans sein.

Typische Entscheidungspfade:

  • Austausch oder Abbruch: Bei stark zerstörtem Holzsturz oder massiven Feuchtigkeitsschäden
  • Dämmung des Bestandskastens: Bei begrenztem Budget und noch intakter Grundsubstanz
  • Umstieg auf Vorbaurollladen: Bei geplanter Vollwärmeschutz-Fassade oder wenn kein Eingriff in die Gebäudehülle gewünscht ist

Alle Entscheidungen sollten schriftlich dokumentiert werden – mit Protokoll und Fotos. Das ist wichtig, um späteren Förderprüfungen standzuhalten.

Fenster, Rollladenkasten und Laibung als System planen

Maße, Einbautiefe und Dämmaufbau müssen koordiniert werden. Bei modernen Sanierungen werden Fenster oft in die Dämmebene gerückt, was Auswirkungen auf den Platz für die Sturzdämmung hat.

Das Prinzip der drei Ebenen (ohne komplexe Normzitate):

  • Innen: Luftdichte Ebene, z. B. durch Anschlussfolien
  • Mitte: Gedämmte Zone, die durchgehend sein muss
  • Außen: Schlagregendichte Ebene zum Schutz vor Witterung

Ein Beispiel aus der Praxis: Fenstertausch in einem Einfamilienhaus von 1972 mit 14 cm geplanter WDVS-Dämmung. Die Fenster rücken in die Dämmebene, der alte Sturzkasten wird überdämmt. Damit das funktioniert, müssen Fensterbauer, Rollladenbauer und Energieberater einen gemeinsamen Detailplan abstimmen – am besten als Skizze.

Montagequalität und Luftdichtheit

Was bedeutet „luftdicht” und „schlagregendicht” konkret?

  • Luftdicht: Es dringt keine Raumluft unkontrolliert nach außen (oder umgekehrt). Das ist wichtig, weil warme Raumluft Feuchtigkeit transportiert, die bei Abkühlung kondensiert.
  • Schlagregendicht: Regenwasser kann nicht eindringen, auch nicht bei starkem Wind.

Beim Rollladenkasten sind diese Anforderungen besonders kritisch, weil hier viele Durchdringungen vorhanden sind: Gurt, Revisionsklappe, Anschluss zum Fensterrahmen.

Innen kommen Anschlussbänder, Folien oder geeignete Dichtstoffe zum Einsatz, besonders an Revisionsdeckel und Gurtführung. Außen ist eine witterungsbeständige Abdichtung nötig.

Unsaubere Ausführung führt zu:

  • Dauerhafter Zugluft, die auch durch Nachjustieren nicht verschwindet
  • Tauwasser an kalten Oberflächen
  • Schimmelbildung hinter der Revisionsklappe

Als Hausbesitzer dürfen Sie die Montage kontrollieren. Fragen Sie nach dem eingesetzten System und prüfen Sie visuell, ob alle Anschlüsse sauber ausgeführt sind.

Am Fensterrahmen wird eine Dichtung angebracht.

Elektrische Nachrüstung und Smart-Home-Optionen mitplanen

Der Fenstertausch ist ein guter Zeitpunkt, um Gurtantriebe durch Elektromotoren zu ersetzen. Das erhöht den Komfort deutlich und verbessert die Barrierefreiheit im Haus.

Möglichkeiten der elektrischen Bedienung:

  • Nachrüstbare 230-V-Motoren
  • Funk-Motoren für kabellose Integration
  • Zeit- und wetterabhängige Steuerung über Smart-Home-Systeme
  • Sensoren für Dämmerung, Sonneneinstrahlung oder Temperatur

Die Leitungsführung und Steuerung (Taster, Zentrale, Funk) sollte vor dem Fensterausbau geplant werden. So lassen sich Stemmarbeiten minimieren.

Elektrische Rollläden können im Rahmen einer geförderten Sanierung der Gebäudehülle mit umgesetzt werden, etwa wenn sie Bestandteil einer Maßnahme zum sommerlichen Wärmeschutz sind.

Die elektrische Bedienung selbst ist jedoch in der Regel nicht förderfähig.

Kostenlose Erstberatung anfragen

Häufige Fehler beim Fenstertausch mit Rollladenkasten

Bei Enwendo sehen wir in vielen Beratungen wiederkehrende Fehlerbilder, die vermeidbar wären:

  • Rollladenkasten bleibt ungedämmt: Neue Fenster mit hervorragenden U-Werten werden eingebaut, der Kasten darüber bleibt im Originalzustand
  • Anschlussfugen nur mit Schaum gefüllt: PU-Schaum allein ist keine luftdichte Lösung, es fehlt die innere Dichtebene
  • Gurtführung bleibt undicht: Der Durchlass für den Gurt wird nicht abgedichtet, Zugluft ist die Folge
  • Revisionsklappe nicht nachgedämmt: Dünne Holz- oder Kunststoffklappen ohne Dämmkern bleiben kalt
  • Fehlende Abstimmung zwischen Gewerken: Fenstermonteur und Putzer/Fassadenbauer arbeiten nicht koordiniert, geplante Dämmstärken am Sturz werden nicht eingehalten
  • Förderantrag passt nicht zur Ausführung: Der Sanierungsumfang wird im Förderantrag anders beschrieben als tatsächlich ausgeführt – etwa Kasten nicht mitgedämmt, obwohl in Planung enthalten

Diese Fehler kosten nicht nur Energie, sondern können auch Fördermittel gefährden.

Kostenorientierung: Was verursacht welche Kostenposition?

Eine exakte Preisliste wäre nicht seriös, da Kosten stark von Region, Anbieter und Gebäudesituation abhängen. Hier eine grobe Orientierung pro Fensteröffnung:

Typische Kostenblöcke:

  • Austausch Fenster (3-fach-Verglasung, Kunststoff oder Holz-Alu)
  • Sanierung oder Austausch des Rollladenkastens
  • Elektrische Nachrüstung mit Motor und Steuerung
  • Zusatzarbeiten: Laibungsdämmung, Putzarbeiten, Anpassung der Fensterbank

Die energetischen Mehrkosten für die Kastenzone – Dämmung, luftdichte Ausführung – sind im Verhältnis zur Gesamtmaßnahme meist moderat. Sie zahlen sich aber langfristig durch niedrigere Heizkosten aus.

Unsere Empfehlung

Fordern Sie Angebote mit und ohne Sanierung des Rollladenkastens an. Berechnen Sie die Energiekosteneinsparung über 10–20 Jahre. Oft amortisieren sich die Mehrkosten deutlich schneller als gedacht.

Optionale Zusatzausstattung rund ums Fenster

Bei einer Fenstersanierung werden häufig ergänzende Ausstattungen mitbestellt:

  • Insektenschutzrollos oder -gitter
  • Einbruchhemmende Beschläge (RC2-Standard)
  • Sonnenschutz-Lamellen oder Raffstores
  • Integrierte Lüftungssysteme

Diese Add-ons erhöhen Komfort und Sicherheit, sind aber energetisch nachrangig. Sie sollten separat kalkuliert werden.

Für Einbruchschutz und Sonnenschutz gibt es eigene Fördertatbestände, die jedoch genau geprüft werden müssen. Nicht jede Maßnahme ist automatisch förderfähig.

Praxisbeispiel

Ein konkretes Beispiel aus unserer Beratungspraxis:

Ausgangslage: Einfamilienhaus Baujahr 1974 in Nordrhein-Westfalen, 140 m² Wohnfläche. Fenstertausch geplant für 2023. Bestand: alte Holzfenster mit Einfachverglasung, ungedämmte Rollladen-Sturzkästen aus Holz, starke Zugluft am Gurt, Schimmelansätze im Kinderzimmer über dem Fenster.

Durchgeführte Maßnahmen:

  • Austausch auf 3-fach-verglaste Kunststofffenster mit Aufsatzrollladen
  • Dämmung der Laibungen und des Sturzbereichs
  • Elektrische Antriebe mit Zeitsteuerung für alle Rollläden
  • Luftdichte Ausführung aller Anschlüsse nach aktuellem Stand

Ergebnis:

  • Spürbar höhere Oberflächentemperaturen an den Innenwänden
  • Deutlich reduzierter Heizenergiebedarf (ca. 15–20 % Einsparung im Bereich Fenster/Laibung)
  • Schimmelproblem vollständig beseitigt
  • Verbesserter Schallschutz gegenüber Straßenlärm

Dabei hat Enwendo den Sanierungsfahrplan erstellt, die Förderbeantragung begleitet und nach Fertigstellung eine kurze Erfolgskontrolle per Thermografie durchgeführt. Die Familie spart jetzt nicht nur Energie, sondern hat auch ein deutlich angenehmeres Wohnklima.

Aufnahme Wärmebildkamera

Förderungen für Fenstertausch und Rollladenkasten

Fenster- und Rollladensanierung kann in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) und teils über Länderprogramme unterstützt werden. Die Möglichkeiten sind erheblich – aber die Details entscheiden.

Rollladenkästen werden förderrechtlich meist als Teil der Maßnahme „Wärmedämmung der Außenwand/Fenster” betrachtet. Die genaue Zuordnung ist wichtig für die korrekte Antragstellung.

Förderfähige Maßnahmen im Überblick:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Fenster, Dämmung)
  • Kombination in einem iSFP mit zusätzlichem iSFP-Bonus
  • Gesonderte Fördertatbestände für sommerlichen Wärmeschutz (unter Umständen relevant)

Die EnEV-Nachfolge, das Gebäudeenergiegesetz (GEG), setzt dabei den rechtlichen Rahmen. Eine professionelle Förderberatung ist keine Zusatzleistung, sondern oft entscheidend für den Erfolg der Förderung.

Die Förderrichtlinien haben sich seit 2023 mehrfach geändert, und für 2026 sind weitere Anpassungen angekündigt. Der aktuelle Stand sollte immer vor Antragstellung geprüft werden.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Warum eine unabhängige Energieberatung beim Fenstertausch mit Rollladenkasten entscheidend ist

Der Fenstertausch ist eine zentrale Maßnahme der energetischen Sanierung – aber nicht die einzige. Es gibt Wechselwirkungen mit Fassade, Dach und Heizung, die bei isolierter Betrachtung übersehen werden.

Bei Enwendo betrachten wir Fenster, Rollokästen und die gesamte Gebäudehülle gemeinsam. Wir entwickeln einen Sanierungsfahrplan, der Prioritäten setzt und eine sinnvolle Reihenfolge festlegt – zum Beispiel erst die Hülle sanieren, dann die Heizung anpassen.

Die Vorteile einer unabhängigen Energieberatung:

  • Vermeidung von Fehlplanungen und teuren Nachbesserungen
  • Sicherstellung der Förderfähigkeit aller Maßnahmen
  • Transparente Darstellung von Investition, Einsparung und CO₂-Reduktion
  • Koordination zwischen den beteiligten Gewerken
  • Dokumentation für Förderprüfungen und spätere Nachweise

Unser Rat: Beauftragen Sie vor dem Fenstertausch und der Rollladenkastensanierung eine Energieberatung. Die Investition in professionelle Planung macht sich durch vermiedene Fehler, gesicherte Förderung und optimale Energieeinsparung mehrfach bezahlt.

Sie planen einen Fenstertausch und wollen nichts dem Zufall überlassen? Kontaktieren Sie Enwendo für eine unverbindliche Erstberatung – wir prüfen Ihre Situation und zeigen Ihnen, wie Sie das Maximum aus Ihrer Sanierung herausholen.

Häufige Fragen zum Fenstertausch mit Rolladenkasten

Muss der Rollladenkasten beim Fenstertausch zwingend saniert werden?

Nein, rechtlich zwingend ist das nicht. Aus energetischer und bauphysikalischer Sicht ist es jedoch dringend zu empfehlen, den Rollladenkasten beim Fenstertausch mitzusanieren, da er sonst eine erhebliche Wärmebrücke bleibt und die Wirkung der neuen Fenster deutlich reduziert.

Kann ich neue Fenster einbauen und den Rollladenkasten später sanieren?

Das ist technisch möglich, aber ungünstig. Viele Anschlussdetails lassen sich nur sinnvoll lösen, wenn Fenster und Kasten gemeinsam geplant werden. Eine nachträgliche Sanierung ist oft aufwendiger, teurer und kann Förderprobleme verursachen.

Wer ist für den Rollladenkasten zuständig – Fensterbauer oder Rollladenbauer?

Das ist nicht eindeutig geregelt. In der Praxis plant der Fensterbauer häufig nur das Fenster selbst. Der Rollladenkasten fällt dann „zwischen die Gewerke“. Genau hier ist eine übergeordnete Planung, z. B. durch eine Energieberatung, besonders wichtig.

Ist die Sanierung des Rollladenkastens förderfähig?

Ja, wenn sie Bestandteil einer förderfähigen Maßnahme an der Gebäudehülle ist (z. B. Fenstertausch oder Fassadendämmung im Rahmen der BEG EM). Entscheidend ist, dass der Kasten energetisch bewertet, geplant und dokumentiert wird.

Reicht es aus, nur die Revisionsklappe zu dämmen?

In den meisten Fällen nein. Eine gedämmte Revisionsklappe verbessert die Situation, beseitigt aber nicht die Wärmebrücken an den Kastenwänden, am Sturz oder an der Gurtführung. Für einen nachhaltigen Effekt ist meist eine ganzheitliche Kastensanierung erforderlich.

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