Stand: 3. Februar 2026
Die energetische Sanierung von Gebäuden in Deutschland ist auf einen neuen Tiefpunkt gefallen. Im Jahr 2025 wurden nur noch 0,67 % der Wohngebäude energetisch saniert – so wenige wie noch nie. Damit entfernt sich Deutschland weiter von seinen Klimazielen im Gebäudesektor. Fachverbände sprechen von einem „besorgniserregenden Niveau“ und warnen vor langfristigen Folgen für Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Heizkosten.
Sanierungsquote weit unter dem notwendigen Niveau
Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre laut Experten eine jährliche Sanierungsquote von rund 2 %erforderlich. Tatsächlich sank die Quote jedoch seit Jahren kontinuierlich:
- 2022: 0,88 %
- 2023: 0,70 %
- 2024: 0,69 %
- 2025: 0,67 %
Von den rund 19,5 Millionen Wohngebäuden in Deutschland wurden damit im vergangenen Jahr nur etwa 260.000 energetisch modernisiert. Notwendig wären jedoch bereits heute rund 460.000 Sanierungen pro Jahr, bis 2030 sogar etwa 730.000 jährlich.
Auch bei Nichtwohngebäuden setzt sich der negative Trend fort: Die Sanierungsquote sank hier 2025 auf 0,92 %.
Gebäude bleiben Klimaproblem Nummer eins
Der Gebäudesektor verursacht weiterhin rund 30 % der deutschen CO₂-Emissionen. Besonders problematisch sind dabei energetisch schlechte Gebäude: Immobilien der Effizienzklassen G und H sind für etwa die Hälfte dieser Emissionen verantwortlich.
Bleiben diese Gebäude unsaniert, steigen nicht nur die Emissionen, sondern auch die Energiekosten für Haushalte. Fachverbände weisen darauf hin, dass energetische Sanierungen langfristig Heizkosten senken und Haushalte unabhängiger von steigenden Energiepreisen machen könnten.
Verzögerte Gesetzgebung bremst Investitionen
Ein zentraler Grund für die schwache Sanierungsdynamik ist laut Branchenvertretern die politische Unsicherheit. Die Bundesregierung hätte bereits bis Ende Januar Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz vorlegen sollen, das das bestehende Gebäudeenergiegesetz weiterentwickeln soll. Diese Eckpunkte liegen jedoch weiterhin nicht vor.
Der Verband BuVEG kritisiert, dass fehlende und unklare Regulierung viele Eigentümer davon abhält, Sanierungen anzugehen. Ambitioniertere und verlässliche Vorgaben könnten Sanierungen attraktiver machen und zugleich langfristig Energiekosten senken.
Was Eigentümer jetzt daraus ableiten sollten
Auch wenn die Sanierungsquote sinkt, bleibt der Handlungsdruck hoch. Gebäude mit schlechter Effizienz werden perspektivisch:
- höhere Heizkosten verursachen,
- an Wert verlieren,
- und stärker unter regulatorischen Anforderungen leiden.
Unser Tipp: Wer Sanierungen plant, sollte nicht auf politische Klarheit warten, sondern frühzeitig prüfen, welche Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind – etwa Dämmung der Gebäudehülle, Fenstertausch oder die Kombination mit einem Heizungswechsel.
👉 Jetzt Sanierungsbedarf prüfen, um Kosten zu senken und die Immobilie zukunftssicher aufzustellen.
Quelle
Energy-efficient building refurbishment: Rate hits new low, Climate.Table, 03. Februar 2026