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Dachdämmung von innen: Methoden, Kosten & Förderung

Jan Wanderer
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Stand: 16 Min. Lesezeit

Wer ein Einfamilienhaus aus den Jahren 1960 bis 1995 besitzt, kennt das Problem: Im Winter zieht es unterm Dach, im Sommer wird das Dachgeschoss zur Sauna. Der Grund liegt meist in einer fehlenden oder unzureichenden Dämmung des Dachs. Über das Dach gehen oft 20 bis 30 Prozent der Heizenergie verloren – ein erheblicher Anteil, der sich direkt auf die Heizkosten auswirkt. Die gute Nachricht: Eine Dachdämmung von innen ist in den meisten Fällen ohne komplette Neueindeckung möglich, was sie günstiger und schneller umsetzbar macht als eine Außendämmung. Mit einer strukturierten Planung wird die Dachdämmung von innen zu einer wirtschaftlich sinnvollen Sanierungsmaßnahme – für niedrigere Heizkosten, besseren sommerlichen Hitzeschutz und langfristigen Werterhalt Ihres Hauses.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zu 20–30 % Heizenergieverlust entstehen bei ungedämmten Dächern – eine Innendämmung kann diese Verluste deutlich reduzieren.
  • Dachdämmung von innen ist besonders sinnvoll, wenn die Dacheindeckung intakt ist und keine komplette Neueindeckung geplant wird.
  • Förderfähig nach BEG ist die Dämmung, wenn ein U-Wert von ≤ 0,14 W/m²K erreicht wird. Dafür gibt es 15 % Zuschuss, mit iSFP-Bonus 20 %.
  • GEG-Nachrüstpflicht: Bei Eigentümerwechsel muss eine ungedämmte oberste Geschossdecke (bzw. das Dach) auf ≤ 0,24 W/m²K gedämmt werden – in der Regel innerhalb von 2 Jahren.
  • Typische Kosten für eine kombinierte Innenlösung liegen – je nach Umfang – häufig zwischen 15.000 und 22.000 Euro bei einem Einfamilienhaus.
  • Entscheidend für den Erfolg sind Luftdichtheit, Feuchteschutz und fachgerechte Anschlüsse, insbesondere an Dachfenstern.

So gehen Sie vor

  1. Bestand prüfen lassen: Klären Sie mit einer unabhängigen Energieberatung den Zustand von Dachstuhl, vorhandener Dämmung und Feuchteschutz.
  2. Sanierungsstrategie festlegen: Entscheiden Sie gemeinsam, ob eine Zwischensparren-, Untersparren- oder Kombilösung sinnvoll ist – inklusive Berechnung des Ziel-U-Werts.
  3. Förderung vor Auftrag beantragen: Lassen Sie den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen und stellen Sie den BAFA-Antrag unbedingt vor Vertragsabschluss.
  4. Angebote vergleichen und prüfen lassen: Achten Sie auf vollständige Leistungsbeschreibungen (Dampfbremse, Anschlüsse, Fensterdetails, Innenausbau).
  5. Fachgerechte Umsetzung sicherstellen: Besonders Luftdichtheitsebene, Fensteranschlüsse und Feuchteschutz sollten von erfahrenen Fachbetrieben ausgeführt werden.
  6. Dokumentation sichern: Nach Abschluss benötigen Sie die Fachunternehmererklärung und den Nachweis des erreichten U-Werts für die Förderung.

Wann ist eine Dachdämmung von innen sinnvoll?

Die Innendämmung des Dachs ist nicht für jedes Gebäude die optimale Lösung, aber in vielen Situationen die wirtschaftlich und praktisch beste Wahl. Bevor Sie sich für eine Methode entscheiden, sollten Sie prüfen, ob Ihre Ausgangslage für eine Innendämmung spricht.

Typische Situationen, in denen die Dachdämmung von innen sinnvoll ist:

  • Intakte Dacheindeckung: Wenn Ihre Dachziegel oder andere Dacheindeckung noch in gutem Zustand ist – beispielsweise nach 2005 neu gedeckt – lohnt sich keine Außendämmung, die das Abdecken erfordern würde.
  • Keine anstehende Dachsanierung: Steht ohnehin keine Erneuerung der Dachkonstruktion an, vermeiden Sie mit der Innenlösung hohe Zusatzkosten.
  • Ausgebautes oder auszubauendes Dachgeschoss: Ob Schlafzimmer, Homeoffice oder Einliegerwohnung – bewohnte Dachräume profitieren besonders von verbessertem Wärmeschutz und Raumklima.
  • Denkmalgeschützte oder gestalterisch wertvolle Fassade: Bei historischen Gebäuden ist eine Außendämmung oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Innendämmung erhält das äußere Erscheinungsbild.
  • Kostengründe: Eine Aufsparrendämmung kostet typischerweise 130 bis 250 Euro pro Quadratmeter – die Innenvariante liegt deutlich darunter.
  • GEG-Anforderungen erfüllen: Bei Sanierung oder Eigentümerwechsel fordert das Gebäudeenergiegesetz einen U-Wert von maximal 0,24 W/m²K für das Dach.

Eine detaillierte Vor-Ort-Prüfung durch einen Energieberater klärt vorab, ob Feuchteschäden vorliegen, wie der Zustand des Dachstuhls ist und welche Methode für Ihr Haus optimal passt. Enwendo bietet diese Bestandsaufnahme als Teil des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) an.

Dachdämmung von innen

Varianten: Zwischensparren-, Untersparren- und Kombination

Bei der Dachdämmung von innen stehen Ihnen mehrere Varianten zur Verfügung. Die Wahl hängt vom vorhandenen Dachstuhl, den Sparrenabständen und der gewünschten Dämmleistung ab. Ein Vergleich der Möglichkeiten hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.

Zwischensparrendämmung gilt als Standardlösung: Das Dämmmaterial wird direkt zwischen die Dachsparren geklemmt oder eingeblasen. Der Vorteil liegt im minimalen Wohnraumverlust, da die vorhandenen Zwischenräume genutzt werden. Typische Dämmstoffdicken liegen bei 16 bis 20 Zentimetern.

Untersparrendämmung ergänzt die Zwischensparrendämmung durch eine zusätzliche Dämmschicht unterhalb der Sparren. Sie reduziert Wärmebrücken an den Sparren selbst und bietet Platz für Installationen. Die zusätzliche Dämmdicke beträgt meist 4 bis 8 Zentimeter.

Hybridlösung (Kombination): Vor allem bei Altbauten mit flachen Sparren – beispielsweise nur 10 bis 12 Zentimeter Höhe – reicht die Zwischensparrendämmung allein nicht aus, um förderfähige U-Werte zu erreichen. Die Kombination beider Verfahren schließt diese Lücke.

Die Wahl des Dämmstoffs – ob Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose – richtet sich nach Anforderungen wie Schallschutz, sommerlichem Hitzeschutz und ökologischen Präferenzen. Wichtig ist, dass der Aufbau zur vorhandenen Dachkonstruktion passt: Sparrenabstände, Sparrenhöhe und das Vorhandensein einer Unterspannbahn beeinflussen die Umsetzung maßgeblich.

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Zwischensparrendämmung im Detail

Die Zwischensparrendämmung ist die am häufigsten gewählte Lösung zur Dachdämmung von innen. Sie nutzt den vorhandenen Raum zwischen den Sparren und lässt sich bei geeigneten Voraussetzungen vergleichsweise einfach umsetzen.

Der typische Aufbau sieht so aus: Zwischen den Sparren befindet sich gegebenenfalls eine Unterspannbahn, dahinter wird Klemmfilz aus Steinwolle oder Glaswolle eingesetzt. Alternativ kommt Einblasdämmung aus Zellulose zum Einsatz, die Hohlräume besonders gut ausfüllt.

Im Bestand arbeiten Fachbetriebe häufig mit Dämmdicken von 14 bis 18 Zentimetern, wobei die Sparren bei Bedarf aufgedoppelt werden. Um die Förderung nach BEG zu erhalten, ist ein Ziel-U-Wert von maximal 0,14 W/m²K erforderlich – das erfordert in der Regel 18 bis 24 Zentimeter Dämmstoff, je nach Wärmeleitfähigkeit.

Vorteile:

  • Kein oder minimaler Wohnraumverlust
  • Relativ einfache Ausführung bei geeignetem Dachstuhl
  • Gut geeignet für nachträgliche Dämmung im Einfamilienhaus

Risiken bei Eigenleistung:

  • Fugen und Lücken führen zu Wärmebrücken
  • Unzureichende Luftdichtheit verursacht Feuchteschäden
  • Fehlender Feuchteschutz begünstigt Schimmel im Dachraum

Im Rahmen eines Sanierungsfahrplans prüft Enwendo, ob eine alleinige Zwischensparrendämmung für Ihr Haus ausreicht oder eine Ergänzung sinnvoll ist.

Untersparrendämmung im Detail

Die Untersparrendämmung wird häufig als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung eingesetzt, kann aber in bestimmten Fällen auch allein zum Einsatz kommen.

Bei dieser Methode werden Dämmplatten – typischerweise 40 bis 80 Millimeter dick aus Mineralwolle oder Holzfaser – quer zu den Sparren auf einer Lattung befestigt. Diese Lattung sitzt unterhalb des Sparrensystems und trägt anschließend die Innenverkleidung.

Vorteile:

  • Reduktion der Wärmebrücken an den Sparren
  • Zusätzliche Dämmwirkung ohne Eingriff in die Sparrenhöhlen
  • Installationsraum für Kabel und Leitungen zwischen Dämmung und Verkleidung

Nachteile:

  • Geringfügiger Wohnraumverlust durch reduzierte Raumhöhe
  • Erhöhte Anforderung an präzise Luftdichtheit
  • Komplexere Ausführung der Anschlüsse

Diese Variante kommt besonders bei Häusern aus den Jahren 1970 bis 1985 zum Einsatz, deren Sparren nur 10 bis 14 Zentimeter hoch sind und keine ausreichende Dämmdicke für moderne Anforderungen bieten.

Bei der Untersparrendämmung ist die Bauphysik besonders wichtig: Taupunkt und Feuchteschutzberechnung müssen stimmen, um Kondensation innerhalb der Konstruktion zu vermeiden. Im Zweifel sollte ein Fachplaner oder Energieberater die Planung prüfen.

Schritt-für-Schritt-Ablauf: Wie läuft eine Dachdämmung von innen ab?

Die folgende Übersicht dient der Orientierung für Planung und Gespräche mit Handwerkern. Sie ist keine vollständige DIY-Anleitung, sondern zeigt die typischen Arbeiten bei einer professionellen Umsetzung.

Schritt 1: Bestandsaufnahme Der Dachzustand wird geprüft – Feuchteschäden, Schimmel, Undichtigkeiten, Baujahr und vorhandene Dämmung werden dokumentiert. Diese Analyse erfolgt durch einen Fachbetrieb oder im Rahmen einer Energieberatung.

Schritt 2: Planung des Aufbaus Auf Basis der Bestandsaufnahme wird entschieden: Zwischensparren, Untersparren oder Hybridlösung? Der passende Dämmstoff wird gewählt, der Ziel-U-Wert festgelegt und ein Feuchteschutzkonzept erstellt. Bei älteren Dächern kann eine statische Prüfung erforderlich sein.

Schritt 3: Alte Dämmung und Verkleidung entfernen Vorhandene Materialien werden fachgerecht entsorgt. Besonders bei älteren Mineralwollen ist Staubschutz wichtig; die Entsorgung erfolgt als Mineralfaserabfall.

Schritt 4: Sparren aufdoppeln und Unterkonstruktion anpassen Falls die vorhandene Sparrenhöhe nicht ausreicht, werden die Sparren mit Holzlatten aufgedoppelt. Die Unterkonstruktion wird für die gewählte Dämmdicke vorbereitet.

Schritt 5: Dämmstoff zuschneiden und einbringen Das Material wird fugendicht eingesetzt, ohne Hohlräume. Bei belüfteten Dächern müssen Lüftungsquerschnitte zwischen Dämmung und Unterspannbahn erhalten bleiben.

Schritt 6: Dampfbremsfolie oder Luftdichtungsbahn anbringen Die Dampfbremsfolie wird lückenlos verlegt und mit geprüften Klebebändern verklebt. Besonderer Fokus liegt auf Anschlüssen an Giebel, Traufe und Durchdringungen wie Rohren oder Kabeln.

Schritt 7: Installationsebene und Innenbekleidung Eine zusätzliche Lattung schafft Raum für Elektroinstallationen. Anschließend folgt die Verkleidung mit Gipskarton oder Holz. Anschlüsse an Wände und Fenster werden sorgfältig ausgeführt.

Enwendo koordiniert diese Schritte im Sanierungskonzept und unterstützt bei der Auswahl qualifizierter Fachbetriebe für die Umsetzung.

Tipp

Viele Eigentümer konzentrieren sich vor allem auf die Dämmstoffdicke – dabei entscheidet in der Praxis oft die Luftdichtheitsebene über Erfolg oder Schaden. Schon kleine Undichtigkeiten an der Dampfbremse können warme, feuchte Raumluft in die Konstruktion führen. Dort kondensiert sie – und es drohen Schimmel oder sogar Schäden am Dachstuhl. Achten Sie daher besonders auf:

  • Sorgfältig verklebte Anschlüsse an Giebel, Traufe und First
  • Saubere Durchdringungen bei Kabeln, Spots oder Lüftungsrohren
  • Fachgerechte Anschlüsse an Dachfenstern

Besonderheiten bei Dachfenstern und Anschlüssen

Dachfenster sind kritische Stellen für Wärmebrücken und Feuchtigkeit. Fehler bei der Ausführung führen häufig zu Reklamationen und Schimmelbildung.

  • Die Dampfbremsfolie muss über den Fensterrahmen geführt und anschließend sauber ausgeschnitten und angeschlossen werden.
  • Dämmkeile und Laibungsdämmung rund ums Fenster verhindern Kondenswasser und Schimmel.
  • Bei Markenfenstern wie Velux oder Roto bieten die Hersteller spezielle Anschlusssets an.
  • Schlecht ausgeführte Fensteranschlüsse sind einer der häufigsten Mängel in der Praxis.

Welche Dämmstoffe eignen sich für die Dachdämmung von innen?

Die Wahl des richtigen Dämmstoffs beeinflusst nicht nur den Wärmeschutz im Winter, sondern auch den sommerlichen Hitzeschutz und die Ökobilanz Ihrer Sanierung. Hier ein Überblick der gängigsten Materialien:

Mineralwolle (Steinwolle, Glaswolle)

  • Weit verbreitet, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hoher Brandschutz (Baustoffklasse A1 oder A2)
  • Typische Anwendung als Klemmfilz zwischen den Sparren
  • Steinwolle Dämmplatte auch für Untersparrendämmung geeignet

Holzfaserdämmung

  • Guter Hitzeschutz im Sommer durch hohe Wärmespeicherkapazität
  • Ökologisch und aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Höheres Gewicht als Mineralwolle
  • Häufig als Dämmplatten in der Untersparrendämmung oder als Aufdachdämmung

Zellulose-Einblasdämmung

  • Füllt Hohlräume und ungleichmäßige Sparrenabstände optimal aus
  • Benötigt einen luftdichten Hohlraum
  • Einbringen durch spezialisierten Fachbetrieb mit Blasgerät
  • Gute ökologische Bilanz aus recyceltem Zeitungspapier

Hanf und andere Naturfasern

  • Ökologische Alternative mit gutem sommerlichen Wärmeschutz
  • Angenehmes Wohnklima durch Feuchtigkeitsregulierung
  • Höhere Materialkosten im Vergleich zu Standard-Mineralwolle

Zu den gesundheitlichen Aspekten: Moderne Mineralwolle nach 1998 gilt als „biolöslich” und ist gesundheitlich unbedenklich. Bei der Verarbeitung sollte dennoch Schutzkleidung getragen werden, um Hautreizungen zu vermeiden.

Im Beratungsgespräch geben unsere Energieberater Materialempfehlungen anhand Ihres Budgets, Ihrer Klimaziele (CO₂-Einsparung) und des gewünschten Komforts.

Dämmmaterial Mineralwolle

Kosten der Dachdämmung von innen – mit Rechenbeispiel

Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf typische Einfamilienhäuser und den Preisstand 2024/2025. Die tatsächlichen Kosten hängen von Dachform, Ausbauzustand und regionalen Handwerkerpreisen ab.

Typische Kostenspannen:

  • Zwischensparrendämmung: ca. 60 bis 120 Euro pro Quadratmeter
  • Untersparrendämmung: ca. 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter
  • Bei Kombination addieren sich die Kosten entsprechend

Konkretes Rechenbeispiel: Ein Einfamilienhaus Baujahr 1980 mit 120 Quadratmetern Schrägdach soll mit einer Kombination aus 18 Zentimetern Zwischensparrendämmung und 6 Zentimetern Untersparrendämmung gedämmt werden.

Kostenaufstellung:

  • Zwischensparrendämmung (120 m² × 85 €/m²): ca. 10.200 €
  • Untersparrendämmung (120 m² × 50 €/m²): ca. 6.000 €
  • Dampfbremsfolie, Klebebänder, Kleinmaterial: ca. 800 €
  • Innenverkleidung (Gipskarton): ca. 2.500 €

Gesamtkosten: ca. 10.000 bis 18.000 Euro (je nach Ausführung und Anbieter)

Zusatzarbeiten können die Gesamtsumme deutlich erhöhen:

  • Neue Dachfenster: 500 bis 1.500 Euro pro Fenster inkl. Einbau
  • Kompletter Trockenbau im Dachgeschoss: 3.000 bis 8.000 Euro
  • Elektroinstallation: 1.500 bis 4.000 Euro

Empfehlung: Holen Sie vorab detaillierte Angebote ein und lassen Sie diese im Rahmen einer Angebotsprüfung von einem Enwendo-Energieberater überprüfen. So erkennen Sie, ob alle notwendigen Arbeiten enthalten sind und der Preis marktüblich ist.

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Förderung & steuerliche Vorteile für die Innendämmung

Die Förderlandschaft ändert sich regelmäßig. Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Stand 2024/2025 und sollten vor Antragstellung aktuell geprüft werden.

BAFA-Förderung (BEG Einzelmaßnahmen):

  • Basiszuschuss: 15 % der förderfähigen Kosten für Dachdämmung
  • iSFP-Bonus: zusätzlich 5 % bei vorherigem individuellen Sanierungsfahrplan
  • Maximaler Zuschuss: 20 % der Investitionskosten

Beispielrechnung: Bei 15.000 Euro Investition und 20 % Zuschuss (15 % Basis + 5 % iSFP-Bonus) erhalten Sie 3.000 Euro zurück. Ihr effektiver Eigenanteil sinkt auf 12.000 Euro.

Steuerliche Absetzbarkeit (§35c EStG):

  • Bis zu 20 % der Kosten über 3 Jahre absetzbar
  • Maximum: 40.000 Euro pro Wohngebäude
  • Alternative zur direkten Förderung – nicht kombinierbar

Wichtige Voraussetzungen:

  • Anträge müssen vor Auftragsvergabe gestellt werden
  • Fachunternehmererklärung und Dokumentation des erreichten U-Werts erforderlich
  • Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (dena-gelistet) ist Pflicht

So unterstützt Enwendo:

  • Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) für den Bonus
  • Fördermittelkonzept mit Berechnung der optimalen Förderstrategie
  • Unterstützung bei der BAFA-Antragstellung
  • Prüfung der Fachunternehmererklärung nach Abschluss der Arbeiten

Selber machen oder Fachbetrieb?

Viele Hauseigentümer denken über Eigenleistung nach, um Kosten zu sparen. Bei der Dachdämmung gibt es tatsächlich Teilbereiche, die Sie selbst übernehmen können – aber auch klare Grenzen.

Mögliche Eigenleistung:

  • Rückbau alter Verkleidungen und Dämmungen
  • Entsorgung nach Vorgabe des Entsorgers
  • Vorbereitung des Arbeitsbereichs
  • Anbringen der Innenverkleidung (mit Erfahrung)

Risiken bei DIY:

  • Undichte Dampfbremsen führen zu Feuchteschäden im Dachstuhl
  • Lücken in der Dämmschicht verursachen Wärmebrücken
  • Fehlerhafte Anschlüsse begünstigen Schimmelgefahr
  • Verlust von Förderansprüchen bei nicht fachgerechter Ausführung

Förderstellen wie BAFA und KfW verlangen in der Regel eine Ausführung durch Fachunternehmen. Eigenleistung ist bei geförderten Maßnahmen nur eingeschränkt möglich und muss dokumentiert werden.

Empfehlung: Überlassen Sie kritische Schritte – Dämmung, Luftdichtheitsebene, Anschlüsse – dem Fachbetrieb. Die Ersparnis durch Eigenleistung steht oft in keinem Verhältnis zum Risiko von Bauschäden.

Praxisbeispiel: Innendämmung eines Einfamilienhauses

Familie Schneider aus Nordrhein-Westfalen bewohnt ein Einfamilienhaus Baujahr 1978. Das Dachgeschoss dient als Schlafzimmer, wurde aber nie gedämmt. Die Gasrechnungen lagen bei rund 2.300 Euro pro Jahr, und im Sommer wurde es unter dem Dach unerträglich heiß.

Ausgangssituation:

  • Ungedämmtes Steildach mit intakter Dacheindeckung
  • Sparrenhöhe nur 12 Zentimeter
  • Keine Dampfbremse vorhanden
  • Dachfenster aus den 1990er Jahren

Durchgeführte Maßnahme:

  • 18 Zentimeter Mineralwolle-Zwischensparrendämmung (Sparren aufgedoppelt)
  • 6 Zentimeter Holzfaser-Untersparrendämmung
  • Neue luftdichte Ebene mit Dampfbremsfolie
  • Teilweiser Austausch von zwei Dachfenstern

Kosten und Förderung:

  • Investitionskosten: 19.000 Euro
  • Zuschuss BAFA (20 % inkl. iSFP-Bonus): 3.800 Euro
  • Effektive Kosten: 15.200 Euro

Ergebnisse:

  • Heizkostenersparnis: ca. 25 bis 30 Prozent
  • Merklich konstanteres Raumklima im Dachgeschoss
  • Geschätzte Amortisationszeit: 15 bis 18 Jahre
  • Wertsteigerung des Gebäudes durch bessere Energieeffizienz

Viele Eigentümer denken bei der Dachdämmung zuerst an den Winter. In der Praxis ist jedoch der sommerliche Hitzeschutz oft der entscheidendere Komfortfaktor – gerade bei ausgebauten Dachgeschossen. Achten Sie deshalb nicht nur auf den U-Wert, sondern auch auf die Phasenverschiebung und Wärmespeicherkapazität des Dämmstoffs. Materialien mit höherer Rohdichte – etwa Holzfaser oder entsprechend ausgelegte Zellulose – können die Aufheizung im Sommer deutlich verzögern. Das macht sich im Alltag sofort bemerkbar, besonders bei zunehmenden Hitzeperioden.

Jan Wanderer

Energie-Experte bei Enwendo

Fazit: Für wen lohnt sich die Dachdämmung von innen – und wie starten?

Die Dachdämmung von innen bietet für viele Bestandsgebäude eine wirtschaftliche Lösung, insbesondere wenn die Dacheindeckung intakt ist und keine Aufsparrendämmung geplant wird. Die Kombination aus Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung liefert oft die beste Balance aus Kosten, Dämmleistung und Förderfähigkeit.

Reine Materialpreise sagen wenig über die Gesamtkosten aus – der richtige Aufbau, eine lückenlose Luftdichtheit und ein durchdachtes Feuchteschutzkonzept sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Fehler bei der Ausführung können zu Bauschäden führen, die ein Vielfaches der ursprünglichen Ersparnis kosten.

Der sinnvolle erste Schritt ist eine unabhängige Energieberatung mit Erstellung eines Sanierungsfahrplans (iSFP). Dieser ordnet die Dachdämmung in den Gesamtsanierungskontext ein und sichert Ihnen den iSFP-Bonus bei der Förderung.

So starten Sie mit Enwendo:

  • Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch
  • Legen Sie Unterlagen bereit: Baujahr, vorhandene Pläne, letzte Heizkostenabrechnungen
  • Gemeinsam klären wir Förderoptionen und die sinnvolle Reihenfolge aller Maßnahmen

Mit der richtigen Planung und fachgerechter Umsetzung wird Ihr Dach vom Energiefresser zur thermischen Schutzschicht – für niedrigere Energiekosten, ein angenehmes Wohnklima und einen zukunftsfähigen Wert Ihrer Immobilie.

Häufige Fragen zur Dachdämmung von innen

Was kostet eine Dachdämmung von innen pro Quadratmeter?

Die Kosten für eine Dachdämmung von innen liegen je nach Methode und Dämmstoff meist zwischen 60 und 120 Euro pro m² für die Zwischensparrendämmung. Wird zusätzlich eine Untersparrendämmung eingebaut, können weitere 30 bis 80 Euro pro m² hinzukommen. Die Gesamtkosten hängen von Dachform, Zustand des Dachstuhls und Innenausbau ab.

Welche U-Werte müssen bei einer Dachdämmung von innen erreicht werden?

Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt bei Nachrüstpflichten ein maximaler U-Wert von 0,24 W/m²K. Für eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) muss jedoch ein deutlich besserer Wert von ≤ 0,14 W/m²K erreicht werden.

Welche Förderung gibt es für eine Dachdämmung von innen?

Für die Dachdämmung von innen können Eigentümer im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen einen Zuschuss von 15 % der förderfähigen Kosten erhalten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht sich der Zuschuss auf 20 %. Alternativ ist eine steuerliche Förderung nach §35c EStG möglich.

Ist eine Dachdämmung von innen ohne Neueindeckung möglich?

Ja. Eine Dachdämmung von innen ist besonders sinnvoll, wenn die Dacheindeckung intakt ist und keine komplette Dachsanierung geplant wird. In diesem Fall erfolgt die Dämmung zwischen und unter den Sparren – das Dach muss nicht abgedeckt werden.

Kann man eine Dachdämmung von innen selbst durchführen?

Teilbereiche wie Rückbau oder Innenverkleidung sind in Eigenleistung möglich. Die eigentliche Dämmung und insbesondere die luftdichte Ausführung der Dampfbremse sollten jedoch von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Fehler bei der Luftdichtheit können zu Feuchteschäden und Schimmel führen und gefährden zudem mögliche Förderansprüche.

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