Wer ein Haus aus den Jahren 1900 bis 1980 besitzt, kennt das Problem: Im Winter zieht es unterm Dach, im Sommer staut sich die Hitze im Dachgeschoss. Der Grund liegt meist in der Bauweise dieser Zeit – viele Altbauten wurden als sogenannte Kaltdächer ohne jede Dämmung errichtet. Bis zu 30 % der gesamten Heizwärme entweichen heute noch durch diese ungedämmten Dachflächen.
Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) gelten konkrete Anforderungen an die Dachdämmung im Altbau. Gleichzeitig haben die gestiegenen Energiepreise seit 2022 das Thema wirtschaftlich noch relevanter gemacht. Eine gute Dämmung senkt nicht nur die Heizkosten um 20–40 % jährlich, sondern sorgt auch für spürbaren Hitzeschutz im Sommer und verbesserten Schallschutz.
Dieser Artikel richtet sich an Hausbesitzer in Deutschland, die ihr Altbau-Dach dämmen möchten – mit konkreten Praxisbeispielen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Als Energieberatung begleitet Enwendo Sie dabei von der ersten Bestandsaufnahme über die Auswahl der richtigen Methode bis zur vollständigen Förderabwicklung.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Altbau-Dach dämmen lassen sich bis zu 20–30 % Heizenergie einsparen – eine der wirksamsten Sanierungsmaßnahmen.
- Das GEG schreibt eine Dämmung vor, wenn Sie ein Haus kaufen oder erben (Frist: 2 Jahre, Ausnahmen möglich).
- Die günstigste Lösung ist oft die Dämmung der obersten Geschossdecke (ab ca. 15 €/m²).
- Für ausgebaute Dachgeschosse ist meist eine Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung sinnvoll.
- Die beste technische Lösung ist die Aufsparrendämmung – besonders bei ohnehin geplanter Neueindeckung.
- Sie erhalten 15 % Förderung (BEG), mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bis zu 20 % Zuschuss.
- Wichtig: Förderantrag immer vor Beginn stellen, sonst entfällt die Förderung.
So gehen Sie vor
- Dachzustand prüfen lassen: Lassen Sie Ihr Dach von einem Energieberater oder Dachdecker bewerten (Aufbau, Feuchte, Sparrenzustand).
- Ziel festlegen: Nutzung & Budget klären: Entscheiden Sie, ob der Dachraum genutzt wird – das bestimmt die passende Dämmvariante.
- Sanierungsstrategie wählen
- Ungenutzter Dachboden → Geschossdecke dämmen
- Ausgebautes Dach → Zwischen- + Untersparrendämmung
- Neueindeckung geplant → Aufsparrendämmung
- Ungenutzter Dachboden → Geschossdecke dämmen
- Förderung sichern: Energieberatung beauftragen, ggf. iSFP erstellen lassen und Antrag vor Umsetzung stellen.
- Fachbetrieb auswählen & Umsetzung planen: Angebote vergleichen, Details klären (Luftdichtheit, Anschlüsse, Dämmstärke).
- Qualität prüfen lassen: Nach der Umsetzung empfiehlt sich ein Blower-Door-Test oder eine Abnahme durch den Energieberater.
Altbau-Dach dämmen: Die wichtigsten Fragen vorab
Bevor Sie mit konkreten Baumaßnahmen starten, brauchen Sie Klarheit über Zustand, Pflichten und Möglichkeiten Ihres Dachs. Die häufigsten Fragen zum Einstieg:
- Muss ich mein Dach überhaupt dämmen? Bei Eigentümerwechsel (Kauf, Erbschaft) ja – das GEG schreibt einen U-Wert von maximal 0,24 W/m²K vor.
- Lohnt sich das bei Baujahr 1965 noch? Absolut. Mit aktuellen Fördermitteln liegt die Amortisation bei 7–15 Jahren.
- Was ist bei Holzbalken mit Holzwurmrisiko? Vor der Dämmung muss der Dachstuhl geprüft werden. Befallenes Holz verliert bis zu 50 % seiner Tragfähigkeit.
Es gibt meist drei typische Ausgangssituationen im Altbau:
- Ungedämmtes Kaltdach (vor 1978, ca. 70 % der Altbauten)
- Teilweise gedämmtes Dach aus den 80ern mit nur 4–8 cm Mineralwolle
- Ausgebautes Dachgeschoss mit mangelhafter Dämmung und Schimmelrisiko
Bei ungenutztem Dachboden bietet sich oft zuerst die Dämmung der obersten Geschossdecke an – das ist günstiger und schneller umsetzbar. Für eine verbindliche Entscheidung empfiehlt sich eine Einschätzung durch Experten wie Energieberater und Dachdecker.
Rechtliche Vorgaben im Altbau: GEG-Pflicht & Fristen
Seit 2020 definiert das Gebäudeenergiegesetz klare Anforderungen für die Dachsanierung im Altbau. Der zentrale Wert: Dach oder Geschossdecke müssen einen maximalen U-Wert von 0,24 W/m²K einhalten.
Was bedeutet das praktisch? Bei einem typischen Steildach benötigen Sie etwa 20–24 cm Dämmstoff mit Wärmeleitgruppe 035 (z.B. Mineralwolle). Eine Kombination aus Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung erreicht diesen Wert in der Regel zuverlässig.
Wichtige Regelungen für Altbau-Eigentümer:
- Ausnahme: Selbstgenutztes Ein- oder Zweifamilienhaus, das seit vor dem 01.02.2002 durchgängig bewohnt wird
- Bei Eigentümerwechsel (Kauf, Erbschaft, Schenkung): Nachrüstpflicht innerhalb von 24 Monaten
- Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder bis zu 50.000 €
- Denkmalschutz und nachgewiesene Unwirtschaftlichkeit können Ausnahmen begründen
Zusätzliche Vorgaben in einzelnen Bundesländern: In Baden-Württemberg gilt seit 2023 bei Dachsanierung eine PV-Pflicht für mindestens 60 % der geeigneten Dachfläche. Diese lässt sich sinnvoll mit der Dachisolierung kombinieren.
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Dachaufbau im Altbau verstehen: Kaltdach, Warmdach & Problemzonen
Vor jeder Entscheidung zur Dämmart muss der vorhandene Dachaufbau analysiert werden. Ein Kaltdach aus 1960 mit Teerpappe erfordert andere Lösungen als ein moderneres Warmdach.
Kaltdach (typisch 1950–1980):
- Hinterlüfteter Dachraum unter den Dachziegeln
- Luftschicht sorgt für Feuchteabtransport
- Oft keine diffusionsoffene Unterspannbahn vorhanden
- Sparren meist nur 10–14 cm tief
Warmdach:
- Keine Hinterlüftungsebene
- Dämmung direkt unter oder auf der Dachhaut
- Besonders empfindlich bei Feuchtefehlern
Typische Problemzonen im Altbau-Dach:
- Schiefe oder ungleich hohe Sparren (10–14 cm, oft durchhängend)
- Alte Teerpappe statt diffusionsoffener Unterspannbahn
- Fehlende Luftdichtheit an Anschlüssen zu Wänden
- Wärmebrücken an Durchdringungen für Schornstein und Dachfenster
Vor Baubeginn empfiehlt sich eine fachliche Zustandsanalyse: Wärmebildkamera im Winter (zeigt 8–12°C Differenzen), Feuchtemessungen (Ziel: unter 15 % Holzfeuchte) und statische Beurteilung der Dachsparren.
Dämmvarianten im Altbau-Dach: Innen, außen oder Geschossdecke?
Im Altbau stehen drei Hauptwege zur Auswahl:
- Aufsparrendämmung – von außen über den Dachsparren
- Innendämmung – Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung
- Geschossdeckendämmung – bei ungenutztem Dachboden
Die Entscheidung hängt ab von:
- Budget und verfügbarem Platz
- Zustand der Dacheindeckung
- Statischen Reserven der Dachkonstruktion
- Geplanter Nutzung (kalter Dachraum vs. ausgebautes Dachgeschoss)
Welche Variante für welche Situation?
| Ausgangslage | Empfohlene Methode |
| Ziegeldach aus den 70ern, Neueindeckung geplant | Aufsparrendämmung |
| Ausgebautes DG, begrenztes Budget | Zwischensparrendämmung + Untersparrendämmung |
| Ungenutzter Dachboden | Geschossdeckendämmung |
| Hohe Ansprüche an U-Wert (BEG-Förderung 0,14) | Kombinierte Lösungen |
Flachdächer im Altbau erfordern eigene Ansätze (Warmdach, Umkehrdach), liegen aber außerhalb des Schwerpunkts dieses Artikels.
Aufsparrendämmung im Altbau: Wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird
Die Aufsparrendämmung gilt als technisch beste Lösung im Altbau – besonders bei geplanter Neueindeckung. Nach 45 Jahren Nutzung steht bei vielen Tondachziegeln aus den 1970ern ohnehin ein Austausch an.
So funktioniert’s: Dämmplatten (Holzfaser, PIR oder Mineralwolle) werden oberhalb der Sparren verlegt. Darüber kommt eine neue diffusionsoffene Unterspannbahn, Konterlattung für die Hinterlüftung und die neue Dacheindeckung.
Vorteile:
- Wärmebrücken werden vollständig überbrückt
- Sparrenhöhe innen bleibt für Leitungen nutzbar
- Ideal für PV-Integration auf glatter Dachfläche
- U-Wert ≤ 0,14 W/m²K erreichbar (BEG-förderbar)
Nachteile:
- Kosten: 130–200 €/m² inkl. Gerüst und Wiedereindeckung
- Statische Prüfung nötig (Mehrlast 20–40 kg/m²)
- Längere Bauzeit (2–4 Wochen)
Bei älteren Sparren tolerieren diese ohne Verstärkung nur 10–15 % Mehrlast. Die Arbeit durch erfahrene Dachdecker und Energieberater planen zu lassen, ist hier keine Option, sondern Pflicht.
Zwischensparrendämmung: Klassiker für die Innendämmung im Altbau
Die Zwischensparrendämmung ist mit etwa 60 % Marktanteil die beliebteste Variante. Das Dämmmaterial wird dabei zwischen die vorhandenen Dachsparren geklemmt.
Die Herausforderung im Altbau: Sparren sind oft nur 10–14 cm tief. Für heutige Standards ist eine Aufdopplung (zusätzliche Kanthölzer) oder Kombination mit Untersparrendämmung nötig.
Geeignete Dämmstoffe:
- Klemmfilz aus Glas- oder Steinwolle (Brandschutzklasse A1)
- Flexible Holzfaserplatten (guter sommerlicher Hitzeschutz)
- Hanf- oder Jute-Matten (ökologisch, diffusionsoffen)
Bauphysikalische Anforderungen:
- Hinterlüftungsebene von 3–5 cm bei fehlender Unterspannbahn
- Luftdichte Dampfbremsfolie raumseitig
- Sorgfältige Anschlussdetails an Wände und Durchdringungen (Klebeband)
Handwerklich versierte Eigentümer können Teile selbst ausführen. Allerdings: Feuchtigkeitsrisiken wie Tauwasser und Schimmel müssen vorab mit Fachleuten geklärt werden. Die Kosten liegen bei 70–120 €/m².
Untersparrendämmung: Ergänzung zur Zwischensparrendämmung
Die Untersparrendämmung wird als zweite Dämmschicht unterhalb der Sparren montiert – typisch 4–8 cm stark. Dafür wird eine Lattung quer zu den Sparren angebracht, die gleichzeitig als Unterkonstruktion für die Verkleidung mit Gipskarton dient.
Vorteile:
- Bessere Dämmwerte ohne kompletten Dachumbau
- Installationsebene für Elektroleitungen
- Schutz der Dampfbremse vor Beschädigung
- Reduziert Wärmebrücken an den Sparren um 15–20 %
Nachteil: Reduktion der Raumhöhe um 4–6 cm – kritisch bei ohnehin niedrigen Altbau-Dachgeschossen mit knapp 2,20 m Höhe.
Eine Kombination aus 16–18 cm Zwischensparrendämmung plus 4–6 cm Untersparrendämmung erreicht in vielen Altbauten die BEG-Förderanforderungen (U-Wert ≤ 0,14 W/m²K). Die exakten Schichtaufbauten sollten Fachplaner prüfen – nicht nach Baumarkt-Anleitung vorgehen.
Oberste Geschossdecke dämmen: Günstige Alternative zum Dachdämmen
Bei unbeheiztem, nicht genutztem Dachboden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die einfachste und günstigste Lösung – oft der kluge erste Schritt.
Zwei Varianten:
- Begehbar: Druckfeste Dämmplatten mit OSB-Platten als Laufbelag
- Nicht begehbar: Lose Mineralwolle oder Einblasdämmung (Zellulose) zwischen den Balken
Kostenorientierung: 15–50 €/m² je nach Material und Ausführung. Bei 100 m² Fläche und typischem Altbau-Vorzustand (150 kWh/m²) sparen Sie 300–600 € Heizkosten jährlich.
Hinweis
Über der gedämmten Geschossdecke bleibt der Dachraum kalt und eignet sich nur noch als Lagerraum. Im Rahmen eines Sanierungsfahrplans prüft Enwendo, ob diese Maßnahme als wirtschaftlicher Einstieg sinnvoll ist.
Typische Altbau-Probleme beim Dachdämmen und wie man sie löst
Standard-Anleitungen aus Baumarkt-Magazinen passen im Altbau selten. Die Dachkonstruktion variiert stark, und viele Details erfordern individuelle Lösungen.
Häufige Probleme und Antworten:
| Problem | Lösung |
| Schiefe/durchhängende Sparren | Ausgleichskeile (+5–10 % Kosten) |
| Alte Teerpappe statt Unterspannbahn | Austausch oder Belüftungsstreifen einbauen |
| Holzwurmbefall im Dachstuhl | Behandlung/Teilersatz vor Dämmung |
| Unklarer Feuchteeintrag | Endoskopie, Feuchtemessung |
| Wärmebrücken an Traufe, Kehlen, Gauben | Detailplanung mit Klebeband und Speziallösungen |
Bei unzugänglichen Hohlräumen (z.B. zwischen Querbalken eines Kaltdachs) kann Einblasdämmung durch Spezialbetriebe eine Füllrate von 95 % erreichen.
In Altbauten aus den 1920er Jahren spielen oft Denkmalschutz oder Ortsbildsatzungen eine Rolle bei der Materialauswahl. Hier sind natureplus-zertifizierte Optionen gefragt.
Tipp
Vor größeren Maßnahmen eine Vor-Ort-Energieberatung mit Bauteilöffnung und Feuchtemessung durchführen lassen.
Geeignete Dämmstoffe im Altbau-Dach: Konventionell & ökologisch
Im Altbaudach lassen sich sowohl konventionelle als auch ökologische Dämmstoffe einsetzen – sofern die bauphysikalischen Randbedingungen stimmen.
Für Zwischen- und Untersparrendämmung:
- Mineralwolle (Glas/Stein): λ=0,032–0,040, Brandklasse A1, gute Schalldämmung
- Holzfaserplatten: λ=0,038–0,045, hohe Wärmespeicherkapazität, diffusionsoffen
- Hanf/Jute: λ=0,040, antimikrobiell, hypoallergen
Für Aufsparrendämmung:
- PIR/PUR-Platten: λ=0,022–0,028, sehr dünn, aber höheres Treibhauspotential
- Holzfaserplatten: Druckfest, diffusionsoffen, Blauer Engel verfügbar
- Mineralwolle-Platten: Bewährt, guter Witterungsschutz
Alle Dämmstoffe müssen bauaufsichtlich zugelassen sein – besonders bei geförderten Sanierungen.
Ökologisch dämmen im Altbau – worauf achten?
Viele Eigentümer von Altbauten aus den 1920er–1970er Jahren suchen bewusst nach ökologischen Lösungen, die zum Charme des Hauses passen.
Typische ökologische Dämmstoffe:
- Holzfaser: Hohe Wärmespeicherkapazität, exzellenter Hitzeschutz im Sommer
- Zellulose: Aus Altpapier, eingeblasen oder injiziert, hygroskopisch
- Hanf: Natürlich antimikrobiell, ohne chemische Zusätze
Diese Materialien sind oft diffusionsoffen, benötigen aber trotzdem eine funktionierende Luftdichtheitsschicht. Die Mehrkosten gegenüber Standard-Mineralwolle liegen bei 10–20 %, dafür sinken die Lebenszyklus-Emissionen um 40–60 %.
Das Verständnis für Ökobilanz, Kosten und Feuchtetransport sollte im Rahmen einer Energieberatung gemeinsam betrachtet werden.
Altbau-Dach dämmen: Kosten, Wirtschaftlichkeit & Beispielrechnungen
Die Kosten variieren je nach Dachfläche, Dachform und regionalen Handwerkerpreisen (Süddeutschland +15 % Lohnkosten).
Typische Kostenspannen:
| Dämmvariante | Kosten pro m² |
| Geschossdeckendämmung | 15–50 € |
| Zwischensparrendämmung inkl. Verkleidung | 70–120 € |
| Untersparrendämmung | 30–80 € |
| Aufsparrendämmung mit Neueindeckung | 130–200 € |
Beispielrechnung Einfamilienhaus Baujahr 1975, 140 m² Dachfläche:
- Geschossdeckendämmung: 2.100–7.000 € (spart ca. 500 €/Jahr)
- Zwischensparrendämmung: 9.800–16.800 €
- Aufsparrendämmung komplett: 18.200–28.000 € (spart ca. 1.200 €/Jahr)
Bei aktuellen Gaspreisen (0,10–0,15 €/kWh) amortisieren sich die Maßnahmen in 7–15 Jahren. Zusätzlich steigt der Immobilienwert um 5–10 %. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung inklusive CO₂-Einsparungen erstellt Enwendo im Rahmen eines Sanierungsfahrplans.
Förderung für die Dachdämmung im Altbau (BEG & iSFP-Bonus)
Der Bund unterstützt die Dachdämmung im Altbau über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erheblich.
Wichtigste Förderwege:
- BEG EM: 15% Basiszuschuss über BAFA
- iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte bei Umsetzung aus Sanierungsfahrplan
- Steuerliche Förderung (§35c EStG): 20 % über 3 Jahre absetzbar (alternativ)
Technische Mindestanforderung: U-Wert ≤ 0,14 W/m²K für Dachflächen oder obere Geschossdecken.
Pflicht: Einbindung eines Energieeffizienz-Experten aus der dena-Liste. Als zertifizierter Partner übernimmt Enwendo diese Rolle.
Ablauf der Förderung:
- Energieberatung beauftragen
- iSFP erstellen lassen
- Förderantrag stellen
- Freigabe abwarten
- Erst dann Fachbetrieb beauftragen
Hinweis
Keine Verträge vor Antragstellung unterschreiben – sonst verfällt der Förderanspruch.
Fördervoraussetzungen im Detail
Kernbedingungen für BEG-Förderung:
- U-Wert ≤ 0,14 W/m²K einhalten
- Fachgerechte Planung und Ausführung durch Fachunternehmen
- Verwendung bauaufsichtlich zugelassener Dämmstoffe
- Vollständige Dokumentation (Fotos, Rechnungen, Fachunternehmererklärung)
Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sind typischerweise förderberechtigt – auch bei selbstgenutzten Altbauten. Da sich die Förderprogramme bis 2026 mehrfach geändert haben, muss vor Projektstart immer der aktuelle Stand geprüft werden.
Enwendo übernimmt die komplette Förderlogik: Programmprüfung, Berechnung förderfähiger Kosten, elektronische Antragstellung und Begleitung bis zur Auszahlung.
Altbau-Dach selber dämmen oder Fachbetrieb beauftragen?
Viele Eigentümer möchten durch Eigenleistung Kosten sparen. Doch gerade bei Feuchteschutz und Luftdichtheit im Dach drohen gravierende Fehler.
In Eigenleistung möglich:
- Innenverkleidung anbringen
- Teile des Dämmstoffeinbaus bei klarer Anleitung
- Einfache Geschossdeckendämmung mit begehbaren Platten
Fachbetrieb erforderlich:
- Dachhaut und Dacheindeckung
- Luftdichte Ebene und Anschlüsse
- Aufsparrendämmung komplett
- Alle Arbeiten mit Akkuschrauber und Schrauben an tragenden Teilen
Risiken bei Eigenleistung:
- Tauwasserbildung und Schimmel in der Dämmung
- Dauerhafte Schäden an Sparren und Balken
- Verlust des Versicherungsschutzes
- Bei Eigenleistungen können unter bestimmten Bedingungen zumindest Materialkosten förderfähig sein. (BEG verlangt Fachausführung)
Lassen Sie mindestens die Planung und Kontrolle (z.B. Blower-Door-Test) durch Fachleute durchführen.
Der größte Fehler beim Altbau-Dach dämmen ist nicht die falsche Dämmstärke – sondern eine fehlende Luftdichtheit. In der Praxis sehen wir immer wieder Dächer, die eigentlich gut gedämmt sind, aber durch kleine Undichtigkeiten an Anschlüssen oder Durchdringungen massiv an Wirkung verlieren. Warme, feuchte Luft gelangt in die Konstruktion, kondensiert dort und führt langfristig zu Schimmel oder sogar Schäden am Dachstuhl.
Mein Rat: Planen Sie die luftdichte Ebene genauso sorgfältig wie die Dämmung selbst – und lassen Sie diese nach Möglichkeit mit einem Blower-Door-Test überprüfen. Das kostet vergleichsweise wenig, schützt aber Ihre gesamte Investition.
Jan Wanderer
Energie-Experte bei Enwendo
Wie Enwendo Sie beim Dämmen Ihres Altbau-Dachs unterstützt
Enwendo ist eine unabhängige Energieberatung für private Hausbesitzer in Deutschland, spezialisiert auf die energetische Sanierung von Altbauten.
Unsere Schritte für Ihr Dach:
- Vor-Ort-Termin mit Bestandsaufnahme des Dachs
- Analyse von Wärmebrücken (z.B. per Thermografie in der Heizperiode)
- Ermittlung wirtschaftlicher Dämmvarianten für Ihre Daten und Ihr Budget
- Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) mit Dach, Fassade, Fenster und Heizung als Gesamtsystem
- Unterstützung bei Ausschreibung und Angebotsprüfung von Dachdecker-Arbeiten
- Komplette Förderabwicklung: BEG-Anträge, iSFP-Bonus, Dokumentation
Eine Dachdämmung im Altbau ist eine Investition in Wohnkomfort, niedrigere Heizkosten und den Wert Ihrer Immobilie. Mit der richtigen Planung und Förderung wird aus der vermeintlichen Pflicht eine echte Chance.
Interesse an einem unverbindlichen Erstgespräch? Prüfen Sie gern, ob wir auch in Ihrer Region aktiv sind – kostenlos und ohne Verpflichtung. Gemeinsam finden wir die beste Lösung für Ihr Altbau-Dach.
Häufige Fragen zu Altbau Dach dämmen
Ja, in vielen Fällen besteht eine gesetzliche Pflicht. Wenn Sie eine Immobilie kaufen oder erben, müssen Sie laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) die oberste Geschossdecke oder das Dach innerhalb von zwei Jahren dämmen – sofern bestimmte Grenzwerte nicht eingehalten werden. Ausnahmen gelten für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser mit durchgehender Nutzung seit 2002.
Die Kosten hängen stark von der gewählten Methode ab. Eine einfache Dämmung der obersten Geschossdecke kostet etwa 15–50 € pro m², während eine Zwischensparrendämmung bei 70–120 € pro m² liegt. Eine komplette Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung kann 130–200 € pro m² kosten. Förderungen können die Investition deutlich reduzieren.
Das hängt vom Zustand und der Nutzung des Dachs ab. Bei ungenutztem Dachboden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke meist die günstigste Lösung. Bei ausgebautem Dachgeschoss ist eine Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung üblich. Wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird, ist die Aufsparrendämmung technisch die beste Variante.
Für die Dachdämmung erhalten Sie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in der Regel 15 % Zuschuss. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind bis zu 20 % möglich. Alternativ können Sie 20 % der Kosten steuerlich geltend machen. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
Teilweise ja – aber mit Einschränkungen. Einfache Maßnahmen wie die Dämmung der obersten Geschossdecke sind oft in Eigenleistung möglich. Bei komplexeren Arbeiten am Dach sollten Sie jedoch einen Fachbetrieb einbinden, da Fehler bei Luftdichtheit und Feuchteschutz zu teuren Schäden führen können. Für Förderungen ist zudem meist eine fachgerechte Planung und Bestätigung erforderlich.